Antje Wagner: „Unland“

Antje Wagner: „Unland“

Vor Weihnachten habe ich mich aus beruflichen Gründen vermehrt den Neuerscheinungen des Jugendbuchbereichs gewidmet.
Doch da ich seit der Lektüre von “Hyde” ein Antje-Wagner-Fan bin, habe ich mir einen ihrer älteren Krimis gegönnt – und damit meine #GoldenBacklist um einen Titel bereichert .
Man kann ja nicht immer nur Neuerscheinungen lesen!
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Dörte Hansen: „Mittagsstunde“

Dörte Hansen: „Mittagsstunde“

Mit ihrem Überraschungserfolg “Altes Land” hat Dörte Hansen sich selbst die Latte sehr hoch gelegt.
Die große Frage ist nun: Kann ihr neues Werk “Mittagsstunde” da mithalten?
Ja, und wie!
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Antje Wagner: „Hyde“

Antje Wagner: „Hyde“

Dieser Krimi ist anders.
Ruhig und trotzdem so spannungsgeladen und intensiv, dass ich ihn in einem Rutsch gelesen habe.
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David Foenkinos: “Charlotte”

David Foenkinos: “Charlotte”

Hätte ich gewußt, welche Perle da in meinem Regal steht, hätte ich dieses Buch schon viel früher zur Hand genommen.
Was für ein beeindruckender Roman!
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Kathrin Spoerr & Britta Stuff: „Nach Feierabend“

nach_feierabendSie alle arbeiten in einem großen Unternehmen und verbringen den gesamten Tag zusammen. Aber was wissen sie wirklich voneinander? Klar, Gerüchte gibt es viele, aber was treiben die Kollegen wirklich nach Feierabend?

Dieser Frage gehen die beiden Autorinnen nach und so erfahren wir zum Beispiel dass die Pförtnerin Corinna davon träumt Bestseller-Autorin zu werden.
So schwierig kann das ja nicht sein – prompt wird gegoogelt, wie viel Text auf so eine Buchstandardseite passt. Zehn Minuten hat sie für ihre erste Seite gebraucht, 400 Seiten sollten es schon werden. Also wird schnell ausgerechnet: Ca. 67 Stunden wird sie dafür brauchen und wenn jeden Tag (auch am Wochenende) eine Stunde schreibt, ist sie in 67 Tagen fertig.  Prima, das geht doch!
Ach so, das Thema…irgendwas was alle interessiert und was sich vielleicht auch für eine Verfilmung eignet, so wie „Shades of Grey“ – aber am besten wäre es, wenn es den Kritikern auch gefallen würde.
Ja und mit diesen Vorstellungen im Hinterkopf fängt Corinna an zu schreiben und wir dürfen ihr dabei über die Schulter schauen. Das Ergebnis ist jedenfalls sehr eigen und amüsant…!

Oder da ist zum Beispiel Martin (Sachbearbeiter Sonderprojekte), der beauftragt wurde vom eingesammelten Geld für eine Kollegin, ein Geschenk zu besorgen.Er sieht das allerdings nicht so wirklich ein, denn die blöde Kuh braucht kein Geschenk und schon gar kein Teures.
Im KaDeWe gibt es ein paar Schuhe, die er sich bis jetzt verkniffen hat. Er – der Pfarrerssohn, dessen Kindheit von viel Moral und wenig Geld geprägt war und der doch in teuren Klamotten so viel besser aussieht, als in Billigen.
Ja, jetzt sind sie fällig diese Schuhe!

Dieser Roman hat viele sehr unterschiedliche Episoden, die alle etwas gemeinsam haben: Sie sind sehr abwechslungsreich und niemals langweilig.
Das Schöne ist, dass die Personen sich alle kennen, sich manchmal auch in den einzelnen Episoden begegnen, dass wir erfahren, was wer über wen denkt und dass am Schluss alles zusammengeführt wird.
Dass die beiden Autorinnen Journalistinnen sind, merkt man am klaren Tonfall, an ihrer Art und Weise Dinge auf den Punkt zu bringen und dabei den Leser blendend zu unterhalten.
Dieses Buch hat mir viel Vergnügen bereitet und nach der Lektüre muss man sich  unweigerlich die Frage stellen: Was machen meine Kollegen eigentlich nach Feierabend…?


ISBN: 978-3-8321-9765-0
Verlag: Dumont
Preis: 18,99


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Isabell und Georg sind beide Mitte dreißig, gut situiert und seit Kurzem Eltern.
Sohn Matti geht es prima und Isabell möchte nun nach einer längeren Pause wieder in ihren Job (sie spielt Cello in einem Musical-Orchester) einsteigen.
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Anne Köhler: „Ich bin gleich da“

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Elsa hat für sich entdeckt, dass sie nirgendwo so gut vergessen und im Hier und Jetzt leben kann, wie in der Küche eines Restaurants. Manche brauchen hierfür Alkohol oder Drogen, Elsa braucht den Stress der Küche, klare Aufgaben, klare Ansagen.
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Frank Schulz: „Onno Viets und der Irre vom Kiez“

Onno_VietsFrank Schulz war mir kein Begriff, bis zu dem Tag, an welchem die Longlist des Deutschen Buchpreises 2012 veröffentlicht worden ist. Beim Studieren der Leseproben bin ich sofort bei „Onno Viets“ hängen geblieben und dachte mir: Wie genial ist das denn?!
Da schreibt einer mit einer überbordenden Sprachgewalt, drechselt irrwitzige Phrasen, erschafft Momente feinster Situationskomik und schafft es, dass ich jauchze und lache und staune, dass jemand so formulieren kann.

Ach so, das Thema dieses Buches wäre ja auch noch von Belang (obwohl, ganz ehrlich, ich finde Frank Schulz kann schreiben, was er will, ich würde alles lesen) – also hier der Inhalt kurz und knapp:

Onno Viets, Mitte 50, Hartz IV-Empfänger, Noppensockenträger und ungeschlagener Pingpong – König hat das Finanzamt im Nacken, den Geburtstag seiner Frau Edda vor Augen und eine Eingebung aus dem Fernsehen: Er wird Privatdetektiv!
Seine geplagten Sportsfreunde vom Tischtennis ahnen Ungutes..

Bei diesem Buch ist es vielleicht nicht verkehrt einfach mal vorher reinzulesen, damit man einen Eindruck bekommt, wie Frank Schulz schreibt – und deshalb gibt es hier eine Leseprobe.

Ich jedenfalls bin hin und weg und kann mich Karen Duves Worten nur anschließen: „Wenn der überaus sprachmächtige Frank Schulz einen Krimi vom Stapel läßt, erwartet man natürlich gleich den Krimi aller Krimis – ein saftstrotzendes Wunderding von einem Buch. Das trifft es exakt.“


ISBN: 978-3-499-25973-9
Verlag: Rowohlt
Preis: 9,99 €


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Karin Nohr: „Vier Paare und ein Ring“

Vier Paare und ein Ring von Karin NohrKurt hat manchmal überraschende Ideen, die sehr überrumpelnd wirken können.
So hat er nun eine Mail aufgesetzt, in der er und seine Frau Eva vorschlagen mit verschiedenen Freunden und Kollegen Wagners Ring in der Semperoper in Dresden zu besuchen, an vier aufeinanderfolgenden Sonntagen.
Dass Kurt sie nicht erst gefragt hat, kränkt Eva ein bisschen – doch bald überwiegt die Freude auf die kommenden Wochenenden.
Hätte Eva gewusst, was sich aus diesen gemeinsamen Opernbesuchen entwickeln würde, so hätte sie sich nicht so gefreut….

So schlägt sie vor, ihre beste Freundin Annegret, deren Mann vor ein paar Jahren verstorben ist und die seither mit ihrer Tochter alleine lebt, mitzunehmen. Diese sagt zu, genauso wie Kurts cholerischer, misstrauischer und eigentlich absolut unsympathischer Kollege Dirk mit seiner Ehefrau Brigitte, die gerade versucht mittels künstlicher Befruchtung schwanger zu werden. Wovon ihr Mann allerdings gar nicht begeistert ist.
Thomas und Ulrike sind alte Freunde von Kurt und Eva, haben relativ spät einen Sohn bekommen (Nico ist jetzt drei und hängt mehr an der Mutter, als Thomas das lieb ist) und beschließen ebenfalls mitzukommen.
Das Pikante: Kurt und Ulrike hatten vor einiger Zeit eine Affäre, von der niemand etwas ahnt…

„Vier Paare und ein Ring“ ist eine Art Beziehungsreigen, der von Wagners Musik, die mit vielen Parallelen zu unseren Paaren aufwartet, eingerahmt wird.
An diesen vier Abenden prallen Welten aufeinander. Unfreiwillige Singles, langverheiratete Ehepaare, Paare mit Kind, Frauen mit Kinderwunsch und Kurt, der untreuer ist, als man es zunächst für möglich hält.
Und immer wieder spielt die Musik eine Rolle. Sie macht emotional und löst bei den Paaren Reaktionen aus, die sie so nicht vorhergesehen haben…

Es sind auch kleine Dinge, die mich beim Lesen sehr erfreut haben. Zum Beispiel, dass dieser Roman in die vier Abschnitte „Rheingold“, „Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“ unterteilt ist, die jeweils mit einem Schüleraufsatz (Ulrike ist Lehrerin und nimmt ihren Opernbesuch zum Anlass, um in der Schule eine Unterrichtseinheit zu Wagners Ring einzuschieben) beginnen.
Besonders amüsant ist hierbei die Inhaltsangabe zum Rheingold von einem Schüler aus der 10c, nach dessen Auffassung „Reiner Wagners“ Oper viel mit Harry Potter gemeinsam hat.
Sehr gelungen fand ich auch,  dass Eva sich nicht mit einem normalen Opernführer vorbereitet, sondern ausschließlich in Loriots Opernführer liest, was mich, als ganz großer Loriot-Fan, natürlich sehr freut – genauso wie sie ihre Arbeit in einem kleinen Verlag mit DEM klassischen Loriot-Zitat kommentiert: „ Da habe ich was Eigenes! Da habe ich mein Jodeldiplom!“.

Aber jetzt ernsthaft: In diesem Roman nimmt man nicht nur viel zum Thema menschliche Beziehungen mit, sondern lernt unglaublich viel über Wagners Ring – und das ist prima.

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ISBN: 978-3-442-74827-3
Verlag: btb
Preis: 9,99 €


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