Die Literatur-Beilage der ZEIT zur Leipziger Buchmesse 2017

Die Literatur-Beilage der ZEIT zur Leipziger Buchmesse 2017

“Hätte man alle Bücher gelesen, nichts würde einen überraschen. Da wir aber nie alles lesen können, bleibt die Welt unvorhersehbar…”
Das schreibt Ijoma Mangold in seinem Vorwort zur aktuellen Literatur-Beilage der Zeit und bezieht sich dabei darauf, dass Literatur zwar langsamer geschieht, als die täglichen Nachrichten, doch dass das kein Nachteil sein muß.
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Dirk Kurbjuweit: „Angst“

AngstWas für ein Buch! Nach zwei Seiten wusste ich schon: Das ist es! Genau das möchte ich jetzt lesen.

Und darum geht es:
Randolph Tiefenthaler ist soeben ist soeben mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in eine Altbauwohnung in Berlin gezogen. Er ist sehr glücklich und ahnt nichts Böses, als ihm der Nachbar (Herr Tiberius) Kuchen vor die Tür stellt. Er freut sich sogar darüber.
Weitaus weniger erfreut ist er allerdings, als Tiberius beginnt, seine Frau zu beobachten und ihr Liebesbriefe zu schreiben – es wird immer unheimlicher und Tiefenthaler muss sich eingestehen, dass, wenn er gewusst hätte, wer da unter ihm wohnt, er niemals in diese Wohnung gezogen wäre.

Was Tiefenthaler auch feststellen muss, ist, dass er keine Handhabe gegen den Stalker hat. Der Rechtsstaat springt ihm nicht zur Seite und so muss er einen anderen Ausweg finden…
Wie schon gesagt, ich bin total begeistert. Dirk Kurbjuweit beschreibt diese Situation so intensiv, dass ich mir selber schon ganz bedrängt vorkam.
„Angst“ ist so echt und realitätsnah geschrieben – man merkt einfach, dass Kurbjuweit im journalistischen Bereich (er arbeitet für den „Spiegel“ und war Redakteur bei der „Zeit“) tätig ist.
Das letzte Buch, das ich von ihm gelesen habe war „Die Kriegsbraut“ und die hat mich schon schwer beeindruckt. Mit „Angst“ hat er dieses eindringliche Leseerlebnis noch getoppt und ich danke ihm sehr dafür.

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ISBN: 978-3-499-25813-8
Verlag: Rowohlt
Preis: 9,99 €

Dirk Kurbjuweit: „Die Kriegsbraut“

Die_KriegsbrautEsther hat zwar Informatik studiert, jobbt aber momentan in einer Bar. Informatik langweilt sie, die Bar inzwischen aber auch. Ihre Beziehung zum verheirateten Thilo ist auch nicht das Gelbe vom Ei und irgendwie dümpelt ihr Leben einfach vor sich hin.
Als sie eines Tages im Arbeitsamt ein Plakat der Bundeswehr entdeckt, beschließt sie einfach mal dort anzurufen. Es scheint der perfekte Ausweg zu sein: Abenteuer, Disziplin und einfach mal etwas Sinnvolles.

In Afghanistan merkt sie jedoch, dass der Alltag in betäubender Hitze und trügerischer Langeweile alles andere als aufregend ist.
Doch dann bekommt sie den Auftrag für Sicherheit in einer kleinen Schule zu sorgen und trifft auf den rätselhaften Schulleiter Mehsut – und die beiden verlieben sich langsam ineinander, was natürlich sehr riskant ist.
Wenn Sie jetzt sagen: „Ohje, das klingt aber kitschig“ muss ich gleich ganz laut STOP rufen.
Denn „Die Kriegsbraut“ ist alles, nur eben nicht romantisierend und kitschig.
Die sich anbahnende Liebesbeziehung steht nicht im Mittelpunkt, im Mittelpunkt steht die Situation des täglich drohenden Krieges, die Spannungen im Alltag der Soldaten und die ständige Angst, dass irgendetwas passieren könnte und man nicht lebend zurückkommt.

Und davon erzählt der für den „Spiegel“ arbeitende Dirk Kurbjuweit glänzend.

Ach ja: „Angst“ von Kurbjuweit ist auch hervorragend!


ISBN: 978-3-499-25354-6
Verlag: Rowohlt
Preis: 9,99 €

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