Celeste Ng: “Was ich euch nicht erzählte”

Celeste Ng: “Was ich euch nicht erzählte”

Eigentlich hatte ich hinter diesem Titel einen Kriminalroman vermutet. Doch nach ein paar gelesenen Seiten war klar, dass der Tod Lydias nur Beiwerk ist, denn dieses Buch ist ein kritischer Gesellschaftsroman, der uns eine Familie zeigt, die gegen die gesellschaftlichen Konventionen, die in den 70er Jahre in Amerika herrschen, verstößt: Lydias Mutter ist eine Amerikanerin, ihr Vater ein Chinese.
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Karin Slaughter: “Pretty Girls”

Karin Slaughter: “Pretty Girls”

Vor drei Monaten habe ich nach langer Zeit wieder die Kriminalromane für mich entdeckt.
Dass ich dann aber gleich beim dritten Buch dieses Genres zu Karin Slaughter greifen würde, hätte ich nicht gedacht.
Schuld daran trägt ein Artikel im Spiegel, in dem es darum ging, dass Karin Slaughters Bücher viel besser seien, als ihr Ruf. Nachdem ich die ersten Seiten von “Pretty Girls” angelesen hatte, half es nichts: Das Buch musste her.
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Bernhard Aichner: “Totenfrau”

Bernhard Aichner: “Totenfrau”

Nach einer sehr langen Zeit der Krimi-Abstinenz, hat mir dieses Buch wieder klar gemacht, weshalb ich vor Jahren einen Krimi nach dem anderen verschlungen habe: Kriminalromane machen einfach Spaß – wenn sie gut geschrieben sind. Und das ist bei “Totenfrau” der Fall.
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Angela S. Choi: „Hello Kitty muss sterben“

Hello Kitty muss sterben von Angela Choi

Fiona Yu kommt aus einem traditionellen, freundlichen chinesischen Elternhaus. Sie selbst (eine sehr intelligente und hervorragende Juristin) schwebt aber, vor allem was ihre Beziehung zu Männern anbelangt, eher zwischen den beiden Welten: Dem freiheitsliebenden San Francisco und der klassisch-chinesischen Zurückhaltung.
Ihr Vater ist der Meinung, dass Fiona nur eine einzige Sache im Leben fehlt: Ein Mann zum Heiraten. Ein traditionell chinesischer Mann. Und den möchte er für seine Tochter finden, indem er einige Dates mit chinesischen Männern arrangiert.
Fiona ist da nicht so begeistert. Männer gerne, aber nicht diese chinesischen Langweiler, die nur möchten, dass sie brav ist und eine emotionslose „Hello Kitty“-Figur abgibt. Doch als gute Tochter geht sie natürlich zu den vom Vater geplanten Verabredungen – und langweilt sich zu Tode.

Doch dann trifft sie auf einen alten Schulfreund, der sich mittlerweile zum Auftragskiller gemausert hat und von da an wird ihr Leben äußerst spannend- das der langweiligen chinesischen Männer jedoch eher weniger…

Fiona ist eine Figur, die einem Tarantino Film entsprungen sein könnte. Angela S. Choi selbst sagt, dass sie von den Filmen ”Fight Club” und “American Psycho” inspiriert wurde und Fiona sich daher zu einer Soziopathin entwickelt hat. Das ist richtig gut gemacht und verleiht dem Roman eine ganz spezielle, durchgeknallte Note.
Angela S. Choi selbst war schon immer unangepasst und das fließt in die Figur der Fiona mit ein – genauso wie andere Lebenserfahrungen: So hat die Autorin selbst auch Jura studiert und arbeitete als Anwältin, bevor sie Schriftstellerin wurde. Auch die Dates mit den vom Vater ausgesuchten Männern hat sie selbst durchlebt. Allerdings hat ihr Vater mittlerweile aufgegeben und akzeptiert, dass er nie einen braven chinesischen Schwiegersohn bekommen wird.

Bei allem Vergnügen, den der Roman bereitet, gibt es aber auch echte Kritik, die Angela S. Choi an der asiatischen Community äußert. Zum Beispiel ist da das Denken und Verhalten in Extremen. Zum einen gibt es da die weit verbreitete Erwartungshaltung an Frauen, unterwürfig und gehorsam zu sein. (Verhaltensweisen, die die Autorin selbst nie gelebt hat. Sie gilt als “laut, eigensinnig, freimütig und ungehobelt”. Kein netter asiatischer Junge würde je mit ihr ausgehen.) Auf der anderen Seite gibt es Männer die ihr berichteten, nur asiatische “Femmes fatales” zu kennen. Entweder die Frau ist also eine “Dragon Lady” oder eine “Hello Kitty” – dazwischen scheint es, so die Autorin, nicht viel zu geben, was auch Protagonistin Fiona zu spüren bekommt.

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Bitte nicht von den ersten Seiten abschrecken lassen! Ich war anfangs auch irritiert – doch dann hat mir dieses Buch so viel Spaß gemacht. “Hello Kitty muss sterben” ist witzig, böse, rasant und irrsinnig originell – und sehr weit davon entfernt, ein klassischer Chick-Lit-Roman zu sein.

>> zum vollständigen Interiew mit Angela S. Choi
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ISBN:  978-3-442-74126-7
Verlag: btb
Preis: 8,99 €

Borger & Straub: „Im Gehege“

Im Gehege CoverJon Ewermann ist Lehrer, Mitte 50 und verheiratet. Allerdings hat er nebenher immer etwas laufen, weshalb seine Frau einen großen Hang zum Alkohol entwickelt hat. Momentan gibt es einen Grund mehr für sie zur Flasche zu greifen, den Jon ist von seiner neuen Kollegin mehr als nur angetan. Für ihn ist es die große Liebe, für die er sogar bereit ist, sich von seiner Frau zu trennen.
Sehr praktisch ist es daher, dass Jons Frau die Treppe hinunterfällt und tot unten liegen bleibt. Blöd ist nur, dass ein Schüler dies beobachtet hat…

Liebe Martin Suter Fans: Greifen Sie zu diesem Buch, denn Borger und Straub können genau das, was den Grandseigneur des pointierten Plots auszeichnet: Blendend unterhalten.


ISBN:  978-3-257-23505-0
Verlag: Diogenes
Preis: 11,90 €


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