Tanja Raich: „Jesolo“

Tanja Raich: „Jesolo“

Ein intensives, feinfühliges Buch und sehr ehrliches Buch, das definitiv zu meinen Highlights des Jahres 2019 zählt.
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Michaela Kastel: „So dunkel der Wald“

Michaela Kastel: „So dunkel der Wald“

Petra Piuk: „Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman“

Petra Piuk: „Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman“

Es ist zwar erst Juni, aber ich kann bereits vermelden, dass ich mein Highlight des Jahres 2018 gefunden habe: “Toni und Moni”.
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Katharina Winkler: “Blauschmuck”

Katharina Winkler: “Blauschmuck”

“Blauschmuck”, das klingt so nett. Ist es allerdings nicht, denn mit dieser Umschreibung sind keine Ketten oder Ohrringe mit blauen Verzierungen, oder Anhängern gemeint, sondern die Flecken, die auf der Haut entstehen, wenn man geschlagen oder verprügelt wird.
Ich wußte aus diversen Andeutungen heraus, dass es sich bei diesem Buch um keine leichte Lektüre handeln würde, doch auf diese schonungslose Härte war ich nicht gefasst. Vor allem, wenn man weiß, dass es sich um eine Geschichte handelt, die auf Tatsachen beruht.
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Bernhard Aichner: “Totenfrau”

Bernhard Aichner: “Totenfrau”

Nach einer sehr langen Zeit der Krimi-Abstinenz, hat mir dieses Buch wieder klar gemacht, weshalb ich vor Jahren einen Krimi nach dem anderen verschlungen habe: Kriminalromane machen einfach Spaß – wenn sie gut geschrieben sind. Und das ist bei “Totenfrau” der Fall.
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Clemes Berger: „Das Streichelinstitut“

Das Streichelinstitut von Clemens BergerSebastian hat Philosophie studiert und bereits zwei Dissertationen für andere verfasst. An seiner eigenen ist er allerdings bisher gescheitert.
Seine Freundin Anna arbeitet an einem Institut und hat einen geregelten Tagesablauf und genau das ist etwas, was Sebastian zu fehlen scheint. Von Zeit zu Zeit steht er im Supermarkt und würde gerne einmal mit der Kassiererin tauschen und etwas tun. Obwohl…eigentlich lieber doch nicht.
Sebastian weiß einfach nicht, mit was er Geld verdienen soll, ihm fehlt seiner Ansicht nach ein Talent. Eins kann er allerdings: Er kann Anna so streicheln, dass sie sich vollkommen entspannen kann.
Bei Ratten hat man festgestellt, dass die Ratten die jeden Tag gestreichelt, oder von der Mutter geleckt worden sind, wesentlich stressresistenter sind, als die, die nicht gestreichelt wurden.
Wie vielen Menschen könnte man durch bloßes Streicheln helfen und so den Therapeuten sparen? So entsteht die Idee eines Streichelinstituts.
Zu Annas großer Überraschung meldet Sebastian wirklich ein Gewerbe an und es kommen auch Kunden. Doch sind es nicht immer die, die Sebastian sich wünschen würde. Sein Leben jedenfalls wird nach und nach immer geregelter. Doch sein Wunsch nach der Zufriedenheit stellt sich dennoch nicht wirklich ein.

Wäre Clemens Berger ein Autor eines anderen Schlages, hätte man hinter diesen Titel vielleicht ein leichtes und lockeres Buch, in dem es um Anekdoten und sonstige Absonderlichkeiten in einer Streichel-Praxis geht, vermutet. Dem ist zum Glück nicht so, denn Clemens Berger selbst hat in Wien Philosophie studiert und das merkt man diesem Buch an. Wie leicht hätte dieser Text kippen können. Aber das tut er an keiner Stelle. Die Geschichte ist nicht auf Skurrilitäten angelegt und das rechne ich dem Autoren hoch an.
Es geht vielmehr um die Zufriedenheit im Leben bzw. darum, dass der Protagonist nach etwas Schönerem, Besseren und Angenehmeren sucht, aber mit nichts Erreichtem jemals längere Zeit zufrieden ist. Dass er immer auf Anzeichen dafür lauert, wann denn das richtige Leben anfängt.
Hinzu kommen zum Beispiel philosophische Passagen über das Thema Haut, oder Überlegungen darüber, warum wir uns eigentlich bei anderen Menschen entschuldigen, wenn wir sie in der Straßenbahn streifen. Viele ganz alltägliche Begebenheiten, die dazu anregen, sich einmal Gedanke zu machen.
Was vielleicht anzumerken ist, ist, dass es sich hier um kein Buch handelt, das man einfach so zwischendurch mal runterliest. In dieser Geschichte gibt es viele Dinge zu entdecken und es wäre schade, wenn man sie einfach so überlesen würde.

Eva Menasse kommentierte „Das Streichelinstitut“ übrigens mit folgenden Worten: „Ein besonderes, witziges, amüsantes und auch sehr kluges Buch“ – dem kann ich nur zustimmen.

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ISBN: 978-3-442-74849-5
Verlag: btb
Preis: 10,99 €


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Judith W. Taschler: „Die Deutschlehrerin“

DeutschlehrerinXaver ist Jugendbuchautor und zu einem Literaturprojekt an eine Schule eingeladen worden. Um einen genauen Termin zu vereinbaren, schreibt er der Deutschlehrerin und nach der ersten Mail ist klar: Xaver und jene Deutschlehrerin kennen sich sehr gut, denn Mathilda und er waren vor Jahren ein Paar. Die beiden haben sogar lange zusammen gewohnt, bis zu dem einen Tag, an dem Xaver Mathilda ohne ein Wort zu sagen verlassen hat.
Seitdem hatten die beiden keinen Kontakt mehr.

Was in dieser Beziehung passiert ist und wie es danach für Mathilda und Xaver jeweils weiter ging, erfahren wir in Mails der beiden, in Telefonaten und Berichten, spielen also Mäuschen, während sich die beiden zueinander vortasten und sich von ihrem heutigen Leben erzählen.
Xaver zum Beispiel hat geheiratet und hat das bekommen, was er Mathilda so lange verweigert hat: Ein eigenes Kind.
Dies und einiges Weitere erfahren wir aber erst nach und nach. Es wird ganz langsam Mail für Mail, Telefonat für Telefonat enthüllt, was da noch im Argen liegt und wir wissen nie, wie explosiv die nächste Enthüllung werden wird.

„Die Deutschlehrerin“ ist ein raffiniert konstruierter Spannungsroman, bei dem ich immer gedacht habe: „Nach dem nächsten Absatz musst Du aber das Licht ausmachen…“ und dann doch weiter lesen musste.
Ich selbst habe lange gedacht, dass ja klar ist, worauf das Ganze hinausläuft – und war dann total geplättet, dass ich auf der komplett falschen Fährte gewesen bin….und das ist einfach richtig gut.

Für dieses Buch ist Judith W.Taschler übrigens mit dem Friedrich-Glauser-Preis für den besten Kriminalroman 2014 ausgezeichnet worden.


ISBN:  978-3-426-30409-9
Verlag: Droemer
Preis: 9,99€


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Vea Kaiser: „Blasmusikpop“

Blasmusikpop CoverSt. Peter am Anger ist ein kleines Dorf in den Alpen, indem es sehr beschaulich zugeht und in dem man eher unter sich bleibt. So wird zum Beispiel immer untereinander geheiratet und das schon seit Urzeiten.

Der Johannes zum Beispiel heiratet die Elisabeth und sie versuchen lange vergeblich ein Kind in die Welt zu setzen. Doch eines Tages ist Elisabeth morgens sehr übel und da ist es passiert: Endlich ist sie schwanger! Endlich wird sie von den anderen Dorfmädchen bewundert werden und deren Aufmerksamkeit bekommen.
Doch zur gleichen Zeit ist Johannes auch immer sehr übel und es stellt sich heraus: Er hat einen Bandwurm!
Das finden die Leute in St. Peter hochspannend und bald schon hängen ihre Ohren nach dem Kirchgang an Johannes Bauch und nicht an dem von Elisabeth, die mächtig sauer ist….

Ich muss zugeben, „Blasmusikpop“ lag bei mir erstmal ein Jahr lang herum und irgendwie fand ich den Titel auch nicht so prickelnd. ABER: Kaum hatte ich zwei Seiten gelesen, war ich drin in den Bergen von St. Peter und habe mich gefragt: „Warum habe ich nicht früher angefangen zu lesen?!“

„Blasmusikpop“ ist einfach richtig prima!
Ich habe sehr viel Spaß beim Lesen gehabt und mich sehr amüsiert.
Ein absolut intelligentes Buch mit Witz und Charme und ich habe es sehr bedauert, dass es eines Abends wirklich zu Ende war.

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ISBN: 978-3-462-04603-8
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenanzahl: 496
Preis: 9,99 €


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