David Walliams: “Die schlimmsten Kinder der Welt”

David Walliams: “Die schlimmsten Kinder der Welt”

Da ich den britischen Humor sehr schätze, ist ein neues Buch von David Walliams für mich immer ein Ereignis.
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Amélie Nothomb: “Winterreise”

Amélie Nothomb: “Winterreise”

Mein Vorhaben, mich durch Amélie Nothombs Werk zu lesen gedeiht, denn kürzlich habe ich “Winterreise” ausgelesen, ein Buch das schon ein paar Jahre in meinem Regal stand.
Wie zu erwarten, war auch dieser Roman Nothombs ein Treffer.
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Hilary Mantel: “Im Vollbesitz des eigenen Wahns”

Hilary Mantel: “Im Vollbesitz des eigenen Wahns”

Bei mir ist es eher selten der Fall, dass ich den zweiten Teil einer Reihe lese, da ich oft denke, dass ich in dieser Zeit andere Bücher bzw. Autoren entdecken kann.

Als ich jedoch “Jeder Tag ist Muttertag” von Hilary Mantel las und erfuhr, dass es einen zweiten Band geben wird, war mir klar, dass ich um diese Lektüre nicht herumkommen würde. Denn Hilary Mantel schreibt so schön fies, gemein, very british und humorvoll, dass ich nicht genug davon kriegen kann.
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Miranda July: “Der erste fiese Typ”

Miranda July: “Der erste fiese Typ”

Cheryl ist Single, Anfang vierzig und hat ihr ganz eigenes System: Sie besitzt nur einen Teller, eine Gabel, ein Messer und eine Tasse. So vermeidet sie, dass sich das ungespülte Geschirr in der Spüle ansammelt, denn “Was man nicht hat, kann sich nicht aufstapeln”.
Das wäre jetzt ja noch einigermaßen nachvollziehbar, aber Cheryl praktiziert eine minimalistische Vermeidungsstrategie: “Bevor Sie einen Gegenstand weit von seinem angestammten Platz entfernen, denken Sie daran, dass sie ihn auch dorthin zurückbringen müssen – ist es das wirklich wert? Könnten Sie das Buch nicht auch lesen, während Sie neben dem Regal stehen und den Finger in der Lücke halten, in die Sie es nachher wieder schieben werden?”
Dass Cheryl vollkommen WG-untauglich ist, versteht sich von selbst.
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Angela S. Choi: „Hello Kitty muss sterben“

Hello Kitty muss sterben von Angela Choi

Fiona Yu kommt aus einem traditionellen, freundlichen chinesischen Elternhaus. Sie selbst (eine sehr intelligente und hervorragende Juristin) schwebt aber, vor allem was ihre Beziehung zu Männern anbelangt, eher zwischen den beiden Welten: Dem freiheitsliebenden San Francisco und der klassisch-chinesischen Zurückhaltung.
Ihr Vater ist der Meinung, dass Fiona nur eine einzige Sache im Leben fehlt: Ein Mann zum Heiraten. Ein traditionell chinesischer Mann. Und den möchte er für seine Tochter finden, indem er einige Dates mit chinesischen Männern arrangiert.
Fiona ist da nicht so begeistert. Männer gerne, aber nicht diese chinesischen Langweiler, die nur möchten, dass sie brav ist und eine emotionslose „Hello Kitty“-Figur abgibt. Doch als gute Tochter geht sie natürlich zu den vom Vater geplanten Verabredungen – und langweilt sich zu Tode.

Doch dann trifft sie auf einen alten Schulfreund, der sich mittlerweile zum Auftragskiller gemausert hat und von da an wird ihr Leben äußerst spannend- das der langweiligen chinesischen Männer jedoch eher weniger…

Fiona ist eine Figur, die einem Tarantino Film entsprungen sein könnte. Angela S. Choi selbst sagt, dass sie von den Filmen ”Fight Club” und “American Psycho” inspiriert wurde und Fiona sich daher zu einer Soziopathin entwickelt hat. Das ist richtig gut gemacht und verleiht dem Roman eine ganz spezielle, durchgeknallte Note.
Angela S. Choi selbst war schon immer unangepasst und das fließt in die Figur der Fiona mit ein – genauso wie andere Lebenserfahrungen: So hat die Autorin selbst auch Jura studiert und arbeitete als Anwältin, bevor sie Schriftstellerin wurde. Auch die Dates mit den vom Vater ausgesuchten Männern hat sie selbst durchlebt. Allerdings hat ihr Vater mittlerweile aufgegeben und akzeptiert, dass er nie einen braven chinesischen Schwiegersohn bekommen wird.

Bei allem Vergnügen, den der Roman bereitet, gibt es aber auch echte Kritik, die Angela S. Choi an der asiatischen Community äußert. Zum Beispiel ist da das Denken und Verhalten in Extremen. Zum einen gibt es da die weit verbreitete Erwartungshaltung an Frauen, unterwürfig und gehorsam zu sein. (Verhaltensweisen, die die Autorin selbst nie gelebt hat. Sie gilt als “laut, eigensinnig, freimütig und ungehobelt”. Kein netter asiatischer Junge würde je mit ihr ausgehen.) Auf der anderen Seite gibt es Männer die ihr berichteten, nur asiatische “Femmes fatales” zu kennen. Entweder die Frau ist also eine “Dragon Lady” oder eine “Hello Kitty” – dazwischen scheint es, so die Autorin, nicht viel zu geben, was auch Protagonistin Fiona zu spüren bekommt.

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Bitte nicht von den ersten Seiten abschrecken lassen! Ich war anfangs auch irritiert – doch dann hat mir dieses Buch so viel Spaß gemacht. “Hello Kitty muss sterben” ist witzig, böse, rasant und irrsinnig originell – und sehr weit davon entfernt, ein klassischer Chick-Lit-Roman zu sein.

>> zum vollständigen Interiew mit Angela S. Choi
>> zur Leseprobe


ISBN:  978-3-442-74126-7
Verlag: btb
Preis: 8,99 €

Frank Schulz: „Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen“

Frank Schulz: „Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen“

Onno Viets hat sich von seinem ersten Einsatz als Privatdetektiv nur schwer erholt, als er zu einem neuen Einsatz gebeten wird: Vetter Donald will eine Kreuzfahrt antreten. Allerdings nicht um der schönen Reise zu frönen, sondern um seiner neueste und wesentlich jüngere Flamme Kristin Luise einen Besuch abzustatten.
Kristin Luise arbeitet nämlich auf dem Kreuzfahrtschiff und ob die sich jetzt so über den Überraschungsbesuch freuen wird, sei einmal dahingestellt.
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Frank Schulz: „Onno Viets und der Irre vom Kiez“

Onno_VietsFrank Schulz war mir kein Begriff, bis zu dem Tag, an welchem die Longlist des Deutschen Buchpreises 2012 veröffentlicht worden ist. Beim Studieren der Leseproben bin ich sofort bei „Onno Viets“ hängen geblieben und dachte mir: Wie genial ist das denn?!
Da schreibt einer mit einer überbordenden Sprachgewalt, drechselt irrwitzige Phrasen, erschafft Momente feinster Situationskomik und schafft es, dass ich jauchze und lache und staune, dass jemand so formulieren kann.

Ach so, das Thema dieses Buches wäre ja auch noch von Belang (obwohl, ganz ehrlich, ich finde Frank Schulz kann schreiben, was er will, ich würde alles lesen) – also hier der Inhalt kurz und knapp:

Onno Viets, Mitte 50, Hartz IV-Empfänger, Noppensockenträger und ungeschlagener Pingpong – König hat das Finanzamt im Nacken, den Geburtstag seiner Frau Edda vor Augen und eine Eingebung aus dem Fernsehen: Er wird Privatdetektiv!
Seine geplagten Sportsfreunde vom Tischtennis ahnen Ungutes..

Bei diesem Buch ist es vielleicht nicht verkehrt einfach mal vorher reinzulesen, damit man einen Eindruck bekommt, wie Frank Schulz schreibt – und deshalb gibt es hier eine Leseprobe.

Ich jedenfalls bin hin und weg und kann mich Karen Duves Worten nur anschließen: „Wenn der überaus sprachmächtige Frank Schulz einen Krimi vom Stapel läßt, erwartet man natürlich gleich den Krimi aller Krimis – ein saftstrotzendes Wunderding von einem Buch. Das trifft es exakt.“


ISBN: 978-3-499-25973-9
Verlag: Rowohlt
Preis: 9,99 €


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