Joyce Carol Oates: “Pik-Bube”

Joyce Carol Oates: “Pik-Bube”

Dass Joyce Carol Oates Romane toll sein müssen, war eigentlich klar. Dass die amerikanische Autorin aber die Spannung so hoch halten kann, war mir vor dieser Lektüre nicht bewusst.
Super!
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Karen Duve: „Fräulein Nettes kurzer Sommer“

Karen Duve: „Fräulein Nettes kurzer Sommer“

“Annette von Droste-Hülshoff war eine Nervensäge.” Der erste Satz dieses Buches ist super – und die folgenden 592 Seiten sind es auch.
Definitiv eines meiner Highlights des Jahres 2018.
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Amélie Nothomb: “So etwas wie ein Leben”

Amélie Nothomb: “So etwas wie ein Leben”

Nach wie vor grassiert bei mir das Amélie Nothomb-Fieber. Ihre Bücher bereiten mir unglaublich viel Vergnügen und ich verstehe im Nachhinein nicht, wie ihre Werke so lange unangetastet in meinem Regal stehen konnten.
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Orkun Ertener: “Lebt”

Orkun Ertener: “Lebt”

Bei diesem Buch hatte ich nach zehn Seiten das Gefühl, etwas ganz Besonderes entdeckt zu haben. Einen richtigen Knaller – und für mich die perfekte Mischung aus Stieg Larssons “Verblendung”, Carlos Riuz Zafóns “Der Schatten des Windes” und Dan Browns “Illuminati”, jedoch einen Tick anspruchsvoller.
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Delphine de Vigan: “Nach einer wahren Geschichte” 

Delphine de Vigan: “Nach einer wahren Geschichte” 

Delphine de Vigans Buch “Das Lächeln meiner Mutter”, hat mich sehr berührt.
De Vigan beschreibt darin das Leben ihrer Mutter und besonders die Beziehung zu ihren Kindern, die nicht immer einfach gewesen ist. Einfach war auch die Mutter nicht und ihr Selbstmord hat die Familie sehr belastet.

Darüber wie es ihr erging, nachdem “Das Lächeln meiner Mutter” in Frankreich veröffentlicht worden ist, schreibt Delphine de Vigan nun in ihrem neuen Buch “Nach einer wahren Geschichte”.
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Oliver Hilmes: “Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August”

Oliver Hilmes: “Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August”

Es gibt Bücher, bei welchen man gleich auf der ersten Seite merkt, dass man etwas ganz Besonderes entdeckt hat. “Berlin 1936” ist ein solches Buch.
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David Mitchell: “Die Knochenuhren”

David Mitchell: “Die Knochenuhren”

Als ich vor einiger Zeit in der Vorschau der englischsprachigen Verlage entdeckte, dass David Mitchell einen neuen Roman geschrieben hat, wurde ich ganz hibbelig und habe sehnsüchtig auf die deutsche Version gewartet, denn seit ich “Die tausend Herbste des Jacob de Zoet” vor vier Jahren gelesen habe, bin ich ein Fan-Girl: Ich liebe ihn einfach, den „Mitchell-Flow“.
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Henry James: „Die Aspern-Schriften“

9783423133371Der junge Mann, der die Werke des berühmten und bereits verstorbenen Jeffrey Aspern herausgibt, ist besessen von dem Gedanken, dass es noch irgendwo Schriften des von ihm verehrten Dichters geben muss.
Recherchen haben ergeben, dass die einstige Geliebte des Dichters noch lebt und zwar in Venedig. Einen Brief mit der Bitte ihm zu sagen, ob sie in Besitz von Schriften Asperns ist, wurde von der Dame abgeschmettert – doch der junge Mann weigert sich aufzugeben.
So reist er selbst nach Venedig und überlegt fieberhaft, wie er sich der Dame nähern könnte. Diese ist allerdings äußerst kontaktscheu und lebt mit ihrer Nichte alleine in einem großen, etwas heruntergekommenen Palazzo. Schließlich kommt dem jungen Mann die Idee, er könne so dreist sein und einfach einmal anfragen, ob die Dame ihn als Untermieter in dem doch für zwei Personen zu großen Haus aufnehmen würde.
Und siehe da, überraschenderweise hat er Erfolg: Auf Geld springt die Dame an – ja sie fordert sogar ein Vermögen – viel zu viel für die doch bescheidenen Räumlichkeiten. Aber der junge Herr denkt nur an die Aspern-Schriften, die in den Gemächern der Dame vor sich hinschlummern könnten und bezahlt den geforderten Betrag.

Allerdings bekommt er die Dame und ihre Nichte erst nach vielen Tagen zu Gesicht, da sie ihm Räume zugewiesen haben, die sehr weit entfernt der ihrigen sind. Aber er lauert und es glückt ihm, sich mit der sehr unbedarften Nichte mittleren Alters zu unterhalten.
Diese jedoch ist den Kontakt mit Menschen, besonders mit Männern nicht gewohnt und sieht in den Komplimenten des jungen Mannes etwas ganz anderes: Sie fühlt sich zum ersten Mal im Leben umworben und versteht in ihrer Naivität nicht, dass der junge Mann ganz andere Absichten hegt. Auch nicht, als er ihr von den Aspern-Schriften erzählt und jeder normale Mensch eins und eins zusammenzählen würde.

Henry James Roman ist im Jahre 1888 veröffentlicht worden und es ist unglaublich, wie modern und aktuell er ist. Seine Sprache ist fein komponiert und sehr elegant. Seine Figuren sind wunderbar vielschichtig und psychologisch ausgefeilt gezeichnet. Besonders die Art und Weise, wie er die ehemalige Geliebte Asperns (die sehr unterschiedliche Facetten hat und ein nicht gerade einfacher Charakter ist) beschreibt, ist faszinierend.
Bemerkenswert ist auch, wie Henry James das Setting, sprich Venedig, literarisch ausmalt. Wir bekommen nicht das touristische Venedig serviert, (obwohl der Baedeker auch Erwähnung findet) sondern das Venedig abseits des Markusplatzes: Das Venedig, das nicht so glamourös ist und dessen Palazzi nicht strahlen, sondern schon etwas abblättern. So schafft er eine unglaublich intensive und ganz besondere Atmosphäre, in welcher unsere drei Hauptpersonen (der junge Mann, die alte Dame und deren Nichte) fast schon wie in einem Kammerspiel agieren.
Und der Schluß hat es in sich…

„Die Aspern-Schriften“ ist ein Klassiker, den Oskar schon seit Jahren auf seiner Lese-Liste hat. Nun endlich habe ich diesen Roman gelesen und ich bin beeindruckt – ein sehr faszinierendes Buch.

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ISBN: 978-3-423-13337-1
Verlag: dtv
Preis: 8,90 €


Das könnte Dir vielleicht auch gefallen:

Juli Zeh: „Treideln“

Treideln von Juli ZehEigentlich lese ich kein Buch ein zweites Mal.
Bisher gab es eine Ausnahme: „Drei Mann in einem Boot“ von Jerome K. Jerome. Das habe ich bestimmt schon zehnmal gelesen.

Seit ein paar Tagen gibt es aber ein zweites Buch, das ich erneut gelesen habe: „Treideln“ von Juli Zeh.
Ich hatte es vor ca. anderthalb Jahren schon einmal gelesen und fand es damals schon großartig. Sprachlich, thematisch – alles hat hier gepasst.
Jetzt wollte ich nur einfach nochmal „kurz rein lesen“…und bin nicht mehr davon weggekommen.

Juli Zeh wird von der Goethe Universität in Frankfurt zur Frankfurter Poetikvorlesung eingeladen. Sie hat keine Lust, sieht auch den Sinn dieser Veranstaltung nicht so ganz und sagt mit der Begründung „Zeitmangel“ ab. Woraufhin ihr die Universität schreibt, die Veranstaltung würde ja zweimal im Jahr stattfinden und sie könne ja dann einfach das nächste Mal kommen. So ein Mist.

Allerdings hat sie sich dann doch überwunden und im Sommer 2013 ein Poetikseminar in Frankfurt gehalten und sprach darüber, wie es ist Autorin zu sein. Über die Angst des Nichtsgelesenwerdens und dass ihr seit vier Jahren jeder zweite Veranstalter einer Lesung schreibt, Herta Müller sei ja schließlich auch schon mal dagewesen und deshalb solle sie auch kommen.
In diesem Seminar erzählt Juli Zeh auch, wie es ist, immer erklären zu müssen, was sie warum geschrieben habe. Und dass sie bei Interviews zu diesem Thema immer so rumstammele.
In den ersten Interviews zu ihrem neuen Roman „Nullzeit“ zum Beispiel sei sie gefragt worden sei, ob Sven der Prototyp des verantwortungsscheuen Vierzigjährigen wäre. Woraufhin sie fragte: „Welcher Sven?“ Bei ihr im Kopf hieß er immer noch Olli.
Erst kurz vor dem Druck hatte sie den Namen geändert und nun fragt sie sich, ob der Interviewer jetzt denkt: „Die hat das Buch doch gar nicht selbst geschrieben….“

Juli Zeh erzählt uns, dass sie, wenn sie an Schulen eingeladen ist auf die berühmte Frage des Lehrers: „Was hat sich der Autor dabei gedacht?“ gerne antworten würde: „Überhaupt nichts!“, dass sie verzweifelt versucht eine zweite blaue Tonne für den Papiermüll zu bekommen (die Korrespondenz mit der Abfallberatung des Landkreises Mittelbrandmark ist einfach super – ich habe mich so amüsiert), warum es für Schriftsteller so wichtig ist zu schlafen und wie die Figur des Karl Treidel (der Titelgeber dieses Buches) in ihrem Kopf entsteht.
Ich könnte jetzt x verschieden Beispiele nennen, die es geschafft haben mich an dieses Buch zu fesseln…da ich aber nicht alles vorweg nehmen will, höre ich jetzt auf und sage zum Abschluss:

„Treideln“ ist irrsinnig unterhaltsam und dabei sehr klug. Juli Zeh hat eine bestechend scharfsinnige Art zu schreiben und verpackt das Ganze in einen wunderbaren Plauderton. Ich habe viel gelacht, aber hatte auch viele Aha-Erlebnisse, was das Schriftsteller-Dasein anbelangt und das hat mir richtig gut gefallen.
Und wie schon gesagt, alleine die Tatsache, dass ich dieses Buch zweimal gelesen habe, sagt eigentlich schon alles.

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ISBN: 978-3-442-74814-3
Verlag: btb
Erscheinungsjahr: 2015
Seiten: 208
Preis: 8,99 €

Michael Köhlmeier: „Idylle mit ertrinkendem Hund“

Michael Köhlmeier: „Idylle mit ertrinkendem Hund“

Vor ein paar Wochen meinte eine Kollegin, dass dieses Buch so toll sei und als es mir per Zufall vorgestern in die Hände fiel, dachte ich, dann liest Du es mal….
Nach den ersten drei Sätzen war mir klar: Dieses Buch ist ein kleines Meisterwerk.

Die Hauptfigur dieses Buches ist Autor und obwohl er schon seit acht Jahren mit seinem Lektor sehr eng zusammenarbeitet, sind sind sie noch immer per Sie.
Das ändert sich, als dem Lektor bei einem Telefonat, wohl eher versehentlich, das „Du“ herausrutscht – aber wohl fühlen sich beide mit diesem „Du“ nicht so wirklich.

Als der Lektor den Autoren bei sich zu Hause zu einem Arbeitsgespräch aufsucht, stellt sich heraus, dass beide sehr gerne ausgedehnte Spaziergänge machen und obwohl sie eigentlich lieber alleine in der Natur unterwegs sind, ergibt es sich, dass sie zusammen aufbrechen.
Als sie an einem See ankommen läuft plötzlich ein Hund übers Eis auf sie zu – und bricht ein. Was soll man jetzt tun, Hilfe holen oder versuchen den Hund alleine zu retten – ist dies denn überhaupt ein hoffnungsvolles Unterfangen, oder vollkommen sinnlos?
Eins ist jedenfalls klar: Das Verhältnis zwischen Autor und Lektor wird sich nach diesem Vorkommnis ändern.

Köhlmeier ist ein ganz großer Autor und Romancier, der mit seinen Büchern regelmäßig auf der Longlist (mit „Madalyn“ 2010 und mit „Zwei Herren am Strand“ 2014) des Deutschen Buchpreises auftaucht. „Madalyn“ hat mir damals schon sehr gut gefallen und ich nehme mir seit Jahren vor endlich „Abendland“ (ein sehr umfangreiches Werk) zu lesen, zumal mir eine Kollegin schon seit geraumer Zeit davon vorschwärmt.

Dass Köhlmeier aber auch im ganz Kleinen großartig ist, beweist er in „Idylle mit ertrinkendem Hund“: Ich war so in der Geschichte gefangen, dass ich gar nicht merkte, wie schmal dieses Buch ist – so intensiv ist diese Leseerfahrung.
Ich bin sehr froh, dass ich zugegriffen habe, denn es ist, wie schon gesagt, ein kleines Meisterwerk.

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Diese Besprechung ist Teil des Bloggerprojekts „Der Hund in der Literatur“, welches von Sätze & Schätze ins Leben gerufen wurde.
In Köhlmeiers schmalem Werk spielt der Hund zwar nur eine Nebenrolle, doch ist diese immerhin titelgebend.


ISBN: 978-3-423-13905-2
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2010
Preis: 7,90 €


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