Jennifer Clement: “Gebete für die Vermissten”

Jennifer Clement: “Gebete für die Vermissten”

Knapp ein halbes Jahr habe ich dieses Buch nun auf meinem eReader mit mir herumgetragen und immer gedacht: “Das kannst Du ja später noch lesen”.

Wenn ich gewußt hätte, welche Perle ich da ständig bei mir trug, hätte ich “Gebete für die Vermissten” sicherlich so mancher Neuerscheinung vorgezogen.
Dieses Buch hat mich schwer begeistert und beeindruckt.
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Katharina Winkler: “Blauschmuck”

Katharina Winkler: “Blauschmuck”

“Blauschmuck”, das klingt so nett. Ist es allerdings nicht, denn mit dieser Umschreibung sind keine Ketten oder Ohrringe mit blauen Verzierungen, oder Anhängern gemeint, sondern die Flecken, die auf der Haut entstehen, wenn man geschlagen oder verprügelt wird.
Ich wußte aus diversen Andeutungen heraus, dass es sich bei diesem Buch um keine leichte Lektüre handeln würde, doch auf diese schonungslose Härte war ich nicht gefasst. Vor allem, wenn man weiß, dass es sich um eine Geschichte handelt, die auf Tatsachen beruht.
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Marceline Loridan-Ivens: “Und Du bist nicht zurückgekommen”

Marceline Loridan-Ivens: “Und Du bist nicht zurückgekommen”

Dieses Buch ist nicht nur ein einfaches Buch. Es ist ein Stück Zeitgeschichte und einer der letzten Augenzeugenberichte aus Auschwitz und Birkenau.

Marceline Loridan-Ivens hieß noch Rozenberg und lebte mit ihrer Familie in Frankreich, als sie 1943 zusammen mit ihrem Vater nach Auschwitz deportiert wurde. Sie war 15 Jahre alt. Schon sehr bald wurden die beiden getrennt.
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Literaturnobelpreis 2015: Swetlana Alexijewitsch

Literaturnobelpreis 2015: Swetlana Alexijewitsch

Trotz ihrer Favoritenrolle bei den Spekulationen um den diesjährigen Literaturnobelpreis ist Swetlana Alexijewitsch für mich eine Überraschung, zumal die weißrussische Journalistin und Schriftstellerin eher Literatur schreibt, die im Sachbuchbereich anzusiedeln ist. Ihre Spezialität sind die “Annäherungen an das wahre Leben” mittels einer Collage des alltäglichen Lebens, wobei sie hier auf Kurzgeschichten, Essays und Reportagen zurückgreift.
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Heinz Helle: “Eigentlich müssten wir tanzen”

Heinz Helle: “Eigentlich müssten wir tanzen”

Im Tal brennen die Häuser. Überall stehen verlassene Autos und tote Menschen liegen auf den Straßen. Die fünf Freunde, die gemeinsam ein Wochenende auf einer Berghütte verbringen, verstehen die Welt nicht mehr.
Für den Verstand ist der Anblick des apokalyptischen Szenarios zu viel – man kann es auch nicht verstehen.
Die Welt steht still. Es gibt keinen Strom mehr. Es ist sehr kalt. Und daran wird sich nichts mehr ändern.
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Valerie Fritsch: “Winters Garten”

Valerie Fritsch: “Winters Garten”

“Winters Garten” – das ist Antons Garten, in dem er seine Kindheit verbringen durfte. Hohe Gräser, Teerosen, grüne Äpfel an dem Bäumen – es scheint das Paradies zu sein. Alleine ist Anton nie, denn im Haus leben viele Menschen der Großeltern – Generation und viele Kinder, viele Spielgefährten. Auch der Tod gehört zum Leben im Garten dazu: “Starb jemand, standen sie nachts gemeinsam im Garten und sahen himmelwärts zu den Sternen, und es war, als ob durch den Riss des Todes die Zurückgebliebenen dem Toten ins Universum hinterherschauten.”.
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Auf diese Neuerscheinungen freue ich mich im Frühjahr 2015

Eine der schönsten Zeiten des Jahres ist für mich die Zeit, in der die Verlage ihr neues Programm herausbringen. Da bin ich immer richtig aufgeregt und freue mich sehr darauf.
Jetzt ist es wieder soweit – das Frühjahrsprogramm 2015 ist da. Und da ich nun alles gesichtet habe, stelle ich Euch jetzt zehn Titel vor, auf die ich mich besonders freue:

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Lily Brett: „Lola Bensky“

Lily Brett: „Lola Bensky“

Lily Brett zählt definitiv zu meinen Lieblingsautorinnen. Sie hat einfach einen unnachahmlich direkten Schreibstil, der offen, ehrlich, witzig und einfach umwerfend ist.
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Perihan Magden: „Zwei Mädchen“

Zwei Mädchen CoverBehiye lebt mit ihrer Familie in Istanbul in einer sehr kleinen Wohnung und versucht ihrem herrischen Bruder täglich die Stirn zu bieten, was gar nicht so einfach ist.
Aber Behiye reicht es jetzt, es reicht ihr wütend zu sein und unglücklich – aber was kann man als Sechzehnjährige schon gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt tun?

Doch dann trifft sie auf die wunderschöne Handan, die einfach wundervoll ist, der niemand etwas abschlagen kann und die bei ihrer Mutter lebt – in einer Beziehung in der nie so klar ist, wer hier die Rolle der Mutter und wer die Rolle der Tochter einnimmt.
Die beiden Mädchen sind unglaublich fasziniert voneinander und es beginnt eine Freundschaft, wie sie intensiver und auch obsessiver nicht sein könnte.

„Zwei Mädchen“ stand bei mir seit fünf Jahren ungelesen im Schrank und ich habe mich erst wieder an dieses Buch erinnert, als ich von einem Kurzurlaub in Istanbul zurückgekommen bin und unbedingt Bücher lesen wollte, die in Istanbul spielen.

In Istanbul ist dieses Buch zum absoluten Kultbuch geworden und jetzt verstehe ich auch warum, denn Perihan Magden peitscht einen so richtig durch die kurze Zeit, in der Behiye und Handan sich kennen lernen und durch die Tage, die sie miteinander verbringen. Sie zeigt uns durch ihren drängenden Stil das neue Istanbul, das pulsiert, das leben will und ich habe fast schon atemlos auf dem Sofa gesessen und Seite für Seite verschlungen.

Ein wirklich sehr intensives Leseerlebnis, das nachhallt.


ISBN:  978-3-518-46005-4
Verlag: Suhrkamp
Preis: 9,99 €

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