In diesem Monat habe ich einen Knaller gelesen. Mein absolutes Highlight des Jahres 2026! Ich wüsste nicht, was da noch kommen sollte.
Um welches Buch es sich handelt?
Um dieses hier:
Denis Pfabe: „Die Möglichkeit einer Ordnung“
Watermayer vermied es, am Morgen den Glühbirnengang zu betreten. Zwar hätte er den Weg zur Gartenabteilung so abgekürzt, doch das Risiko, gleich zu Schichtbeginn von einem Kunden angehalten zu werden, der ihm Fragen zu einer Abteilung stellte, in der er sich nicht auskannte, war einfach zu hoch.
Und dann einen Kollegen zu finden, der sich auskennt, konnte dauern – und er käme dann auch noch zu spät zur Schicht. Ne, ne. Dann lieber außen rum gehen..
Und wenn er Pech hätte, würde auch noch die 10%- Regel greifen: “Auf zehn normale Kunden kommt ein Vollidiot.”
Watermeyer arbeitet schon lange im Baumarkt und kennt seine Produktpalette und Kollegen in und auswendig. Da der Baumarkt gerade die Filialen eines Kreativ-Marktes übernommen hat, bekommt er eine neue Kollegin.
Pina, die ihren Job als Studie zum Thema “das Verhalten des Menschen” (..und hier verhalten sich einige wirklich speziell..) betrachtet. Sie bräuchte den Job eigentlich auch gar nicht, denn in ihrer Wohnung stapelt sich das Bargeld….
An alle, die im Einzelhandel (egal ob im Bereich Bekleidung, Bücher, Telekommunikation, im Supermarkt, im Baumarkt, im Bettengeschäft, in der Drogerie.etc.…) arbeiten: LEST DIESES BUCH!
Ich bin hin und weg und habe so oft gedacht: DAS KENNE ICH AUCH!!!! GENAU SO IST ES!! Ich habe meinen Kolleginnen und Kollegen einige Textpassagen vorgelesen und auch sie sagen: Das kommt mir so bekannt vor!
Und an alle, die nicht im Einzelhandel arbeiten: Wenn ihr wissen wollt, wie es da so ist bzw. wenn ihr einfach auf einem tollen Niveau unterhalten werden wollt: Lest doch dieses Buch bitte auch.
Schon alleine die ersten Seiten sind spitze! Ich musste so sehr lachen! Top!!
Barbara Jung, Frauke Angel, Mehrnousch Zaeri-Esfahani:
„Ein Liekesch für Jascha“

Da er weiß, dass er es in einigen Fächern nicht leicht haben wird, beschließt er: Dann bin ich eben in Kunst und Sport gut.
Er ist eher klein und schmal und denkt sich: Ich glaube, mit stärkeren Oberarmen wäre ich vielleicht beliebter und in Sport besser. Seine Sportlehrerin gibt ihm ein paar Tipps.
Zum Beispiel, dass Liegestützen helfen könnten. Schon wieder so ein langes Wort.
Jascha versucht es sich zu merken. Lie-ge-stütze. Lie-ke-stüze..Jascha sagt es den ganzen Unterricht vor sich her, damit er es nicht vergisst. Am Abend weiß er, er braucht unbedingt ein Lie….?? Lieke? Ah ja: Ein Liekesch, genau!
Vielleicht gibt es ja im Sportladen um die Ecke sowas…
Endlich mal wieder ein Kinderbuch, das mir richtig gut gefallen hat. Einfühlsam und humorvoll wird hier gezeigt, wie es ist, neu in einem Land zu sein und nicht dazuzugehören, weil man nur den Satz: “Peter und Jana gehen einkaufen” flüssig vortragen kann.
Es ist auch ein wunderbares Buch zum Thema Freundschaft und dass diese auch entstehen kann, wenn man nicht gleich alt ist und dieselbe Sprache spricht. Zum Glück findet Jascha einen solchen Freund. Und zusammen machen sie sich auf die Suche nach einem “Liekesch”. Ob sie es wohl finden werden..?
Der Verlag empfiehlt dieses Buch ab 8 Jahren. Ich glaube, zum Vorlesen ist es ab sieben oder acht Jahren prima.
Zum Selbstlesen kommt es, wie immer, auf das jeweilige Kind an.
Marie Menke: „Spielverderberin“

Als in der Oberstufe Romy mit ihren Eltern aus der Stadt ins Dorf zieht, ändert sich die Dynamik der Freundschaft der beiden Mädchen. Sie sind jetzt zu dritt. Und beide möchten Romy irgendwie beeindrucken, auch wenn sie das niemals zugeben würden.
Nach dem Abi trennen sich ihre Wege – und auch ein Versuch, sich im Dorf wiederzutreffen und an Zeiten zu erinnern, scheitert.
Warum das von Anfang an eigentlich klar war, davon handelt dieser Roman.
Ich habe “Spielverderberin” angefangen, weil der Roman bei uns im Pausenraum stand. Die ersten Seiten, in denen Lotte und Sophie sich nach einigen Jahren wiedersehen und verkrampft im Auto sitzen, fand ich gut erzählt.
Jedoch ging es dann leider nicht so weiter. Ich weiß nicht, ob ich inzwischen einfach zu alt für dieses Thema bin, aber mir war der ständige Vergleich von Dorfleben und Landleben irgendwann zu repetitiv.
Auch von den Auflösungen hatte ich mir mehr versprochen.
Ich kann mir aber vorstellen, dass mir dieser Roman mit 20 gefallen hätte.
Rieke Patwardhan:
„Maggie Müller ermittelt – Ein gans furchterregender Fall“
Maggie Müller ist sehr zielstrebig: Sie wird einmal Detektivin werden und zwar in Schottland, denn da gibt es besonders viele kriminelle Delikte. Das weiß Maggie, weil die meisten Detektivromane, die sie kennt, in Schottland spielen.
Als ihre Lehrerin ankündigt, dass demnächst eine Autorin zu Besuch in die Klasse kommen wird, ist Maggie hin und weg. Denn das Buch, um das es geht, heißt “ Die Waschbärenbande schlägt zu”. Das ist bestimmt ein Krimi! Eine echte Kriminalistin kommt! Maggie hat so viele Fragen! Super: Endlich mal jemand auf Augenhöhe.
Als Maggie aber der Autorin leibhaftig gegenüber steht, ist ihr sofort klar, dass diese Frau keine kriminalistische Expertin ist. Denn von geschickter Tarnung ( für Undercover-Einsätze unabdingbar) hat sie keine Ahnung:Lila Mütze, roter Pulli, grüner Schal. Als sich dann herausstellt, dass es sich bei der Waschbärenbande keineswegs um ein Verbrechersyndikat, sondern um tollpatschige Waschbären handelt, ist Maggie sehr enttäuscht.
Doch als sie der Autorin ihre vergessene Mütze bringt, schlittert Maggie in ein echtes, spannendes, kriminalistisches Abenteuer hinein.
Die ersten Seiten dieses Kinderkrimis habe ich in der Pause gelesen – und fand sie super! Besonders Maggies Erwartungen an die Autorin konnte ich sehr gut nachvollziehen :).
Zwar finde ich, dass der Rest des Buchs nicht ganz an die ersten 30 Seiten herankommt, aber da ich zu dieser Zeit sowieso an jedem Buch etwas auszusetzen hatte, kann man darüber gut hinwegsehen.
Wer also einen Kinderkrimi mit einer sehr genauen und humorvollen Ermittlerin sucht, dem empfehle ich die Leseprobe.
Der Verlag empfiehlt dieses Buch ab 8 Jahren. Wie immer kommt es darauf an, wie geübt das jeweilige Kind im Lesen ist.
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