Monatsrückblick Nr. 5/26

Monatsrückblick Nr. 5/26

Ein neuer Monat, ein neuer Knaller! Eigentlich dachte ich ja, dass ich mit “Die Möglichkeit einer Ordnung” mein Jahreshighlight gefunden habe. Tja und dann kam ein weiterer Titel hinzu, den ich genauso gut finde.
Es handelt sich um diesen hier: 

Nussaibah Younis: „fundamentalös“

Nadia wurde verlassen. Nach 10 (zehn!!!) Jahren Beziehung. Dass sie raus muss aus London ist klar.
Ein neuer Job muss her. Am besten weit weg. Aber muss es ausgerechnet dieser Job bei der UN sein? Im Irak?
JA! musste es. Denn Nadja gilt seit ihrer Masterarbeit zum Thema “Deradikalisierung von IS-Frauen” als Spezialistin und so soll sie nun im Irak ein Programm zur Deradikalisierung aufbauen.
Vor Ort muss sie aber feststellen, dass Theorie und Praxis meilenweit auseinander liegen – und dass Bürokratie, politisches Taktieren und sprachliches Feingefühl nicht so ganz zu ihren Stärken zählen.

Sara kommt auch aus London. Sie ist mittlerweile 19 Jahre alt, hat sich mit 15 dem IS angeschlossen und ist eine der Frauen, die Sara betreuen soll.
Nadia und Sara stellen bald fest, dass sie nicht nur das Aufwachsen als Muslima in London, sondern auch der gleiche bissige Humor eint.Trotz aller Warnungen, lässt Nadia sich auf Sara ein und beschließt, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um ihr ein besseres Leben zu ermöglichen..

Wahnsinn! Was für ein Buch!!!
Nach 10 gelesenen Seiten war mir schon klar: Dieser Roman ist genau das, was ich gerade gesucht habe! So etwas Witziges, Pointiertes und gleichzeitig Kluges habe ich zu dieser Thematik noch nie gelesen. Mit spitzer Zunge schreibt die Irak-Expertin und Fachfrau für Friedensarbeit Nussaibah Younis über Situationen, die vollkommen absurd erscheinen. Doch ehrlich gesagt, kann ich mir gut vorstellen, dass es solche Situationen gibt…

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Vera Buck: „Keine Angst, Darling“

Lea ist Tradwife und Influencerin. Mit Hingabe backt sie Brot, dekoriert den Frühstückstisch liebevoll und lässt die Welt daran teilhaben. Sie lebt im Hier und Jetzt, genießt den Moment und ist glücklich mit dem, was sie hat. Viele Menschen beneiden sie darum.

Seit Lea Matt, einen Life Coach, geheiratet hat und nach Florida gezogen ist, haben ihre Schwester Paula und sie kaum noch Kontakt. Und bisher konnten beide ganz gut damit leben.
Doch irgendwann fällt Paula auf, dass Lea seit einer Weile nichts mehr gepostet hat. Das ist ungewöhnlich. Paula hat ein komisches Gefühl im Bauch und als es auf Leas Account auch weiterhin still bleibt, beschließt sie, in die USA zu fliegen und nachzuforschen.
Vor Ort wird sie von Leas Mann Matt beruhigt: Lea ist auf einem Retreat und gönnt sich eine Pause. Ach so, dann ist ja gut…
Aber ist es das wirklich..?!

Ich hänge ja mit den Vorschauen für den Sommer 2026 (und das Frühjahr und den Herbst 2026..) noch immer hinterher, also hatte ich auch noch nichts von diesem Buch gehört, als ich es als Leseexemplar sah. Vor Kurzem hatte ich den aktuellen Bestseller “Yesteryear” gelesen, einen Roman, der ebenfalls die Thematik “Tradwives” behandelt.
Irgendwie hat mich das Thema ja total angefixt. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass Vera Buck sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt hat.

Ich habe “Keine Angst, Darling” quasi in einem Rutsch auf dem Balkon gelesen. Die sich abwechselnden Perspektiven und Tagebucheinträge (Lea schreibt in ein Haushaltstagebuch, der letzte Ort, an dem Matt nachschauen würde) machen ordentlich Tempo, die Seiten flogen nur so dahin. Ein spannender Krimi, den ich z.B. Freida McFadden- und Claire Douglas-Fans empfehle.

Und wer gerne in diese Richtung liest, der kann ja mal in JP Delaneys “Du gehörst uns” oder in “Der Verdacht” von Ashley Audrain reinschauen.
Beide Titel fand ich prima – genau wie “Keine Angst, Darling”.

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Se-Ah Jang: „Die Fremde neben dir“

Jae-Young hat den Absprung endlich geschafft. Jetzt steht sie am Bahnhof und hat nur zwei Gedanken: „Weg, nur weg“ und „..bloß nicht auffallen. Einfach nur untertauchen.“
Als eine junge Frau, sichtlich übermüdet, mit ihrem Baby in den Waggon steigt, in dem Jae-Young sitzt, lächelt sie ihr zu und die beiden kommen ins Gespräch. Eigentlich wollte Jae-Young genau dies vermeiden, aber es wäre ja seltsam, wenn sie ein Gespräch abblocken würde. Also sei’s drum. Sie erfährt, dass die Mutter das Baby zu ihren Schwiegereltern bringen möchte (die sie noch nie gesehen hat) aber keine andere Möglichkeit sieht.Als Jae-Young von der Toilette kommt, sind die Mitreisenden in Aufruhr. Das Baby liegt auf einem der Sitze und weint. Die andere Frau ist spurlos verschwunden – und alle halten Jae-Young für die Mutter des Kindes. Um nicht noch mehr Aufruhr zu verursachen, klärt Jae-Young den Irrtum nicht auf.
Während sie das Baby beruhigt, findet sie einen Zettel mit der Adresse der Schwiegereltern. Sie beschließt, dass es unauffälliger für sie ist, das Kind einfach dort hinzubringen, als die Mutterschaft abzustreiten. Vor Ort jedoch hält man sie für die Schwiegertochter – und da Jae Young sowieso nicht weiß, wohin, beschließt sieauch diesen Irrtum nicht aufzuklären….

Tja, was soll ich sagen. Ich habe wieder mal nicht gewusst, was ich lesen sollte, ein paar Titel angefangen und gleich wieder weggelegt. Darunter auch dieses Buch. Irgendwann wurde mir klar, dass es nicht besser wird und ich jetzt irgendein Buch weiterlesen muss.
Kurzum, ich habe mich für dieses entschieden, weil ich dachte, naja, wenigstens mal ein anderes Land (Südkorea).
Doch ganz ehrlich: Das Buch könnte in jeder Stadt, in jedem Land spielen.
Die Story ist vom Ansatz her nicht schlecht, aber meines Erachtens nach nicht gut bzw.sehr oberflächlich ausgeführt. Es fehlt an Tiefe, Spannung und die Personen bleiben leider blass.
Das Thema hätte meines Erachtens nach mehr hergegeben.
So ist dieser Thriller ein weiteres Buch auf meiner “Muss man nicht lesen” – Liste.

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