Ulrich Hub: “Das letzte Schaf”

Ulrich Hub: “Das letzte Schaf”

Oh, ist “Das letzte Schaf” goldig – und so witzig!
Ich habe aber eigentlich auch nichts anderes erwartet, der Autor dieses Buches heißt schließlich Ulrich Hub.

Normalerweise kuscheln sich die tagsüber extrem lebhaften Schafe in der Nacht aneinander und schlafen durch. Wie schon gesagt, normalerweise.
Denn heute Nacht ist das Feld wie von einem Flutlichtscheinwerfer beleuchtet – da kann ja niemand ein Auge zutun. Unsere süßen Schafe wollen gerade ihre Hirten fragen, doch diese sind verschwunden!
Das ist noch nie passiert!

Hirten müssen nachts bei ihrer Herder bleiben, denn falls eines der Schafe zum Beispiel einen bösen Traum hat, dann muss es doch ganz schnell in den Arm genommen und gedrückt werden. Wie zum Beispiel das Seitenscheitelschaf, das sich als einziges von den Hirten morgens kämmen lässt. “Die anderen lassen sich längst nicht mehr in ihre Frisuren reinreden.”
Aber jetzt ist ja eh keiner mehr da, der das Seitenscheitelschaf kämmen könnte -ohje!

Ausgerechnet das Schaf mit der Mütze hat in der Nacht etwas beobachtet und sagt, dass ihm eine Stimme eine Botschaft verkündet hat. Ja, ja, meinen die anderen. Sie kennen das Schaf mit der Mütze gut, das meint immer, irgendwas zu sehen, was nie da gewesen ist.
Aber vielleicht hat es heute ja wirklich etwas gehört. “Irgendwas mit Windeln” meint es.
Und dass die Hirten von Ufos entführt worden seien.
Aha. Windeln, Ufos.

Die Ziege nebenan weiß es aber besser: In dieser Nacht waren keine Ufos auf dem Feld. Die spinnen ja, die Schafe. Ufos. Wie kann man nur so dumm sein.
Das war ganz anders: Heute Nacht wurde ein Kind geboren, es liegt in Windeln gewickelt! Ein Feiertag!

Toll! Ein Baby! Die Schafe wollen es gleich besuchen gehen, aber bei einem Besuch bringt man doch immer ein Geschenk mit!
Aber was nur?! Verschiedene Vorschläge werden diskutiert “Ein Schnuller? – Zu einfallslos! – Etwas Selbstgebasteltes? – Dafür ist es zu spät! […] Ein Gutschein? – Zu unpersönlich!” Schließlich meint das letzte Schaf: “Wir kaufen jetzt irgendwas und legen eine Quittung bei. Dann kann man das Geschenk gleich nach den Feiertagen wieder umtauschen.”

Was die Schafe nun wirklich mitbringen, und weshalb das Schaf mit der Zahnspange schließlich die anderen Schafe auch einmal seine Zahnspange tragen läßt, das lest ihr lieber selbst.
Wahrscheinlich, wie ich, nicht nur einmal. Denn ich habe dieses Buch jetzt schon dreimal gelesen und bin nach wie vor hin und weg!
Es ist so süß und macht schlichtweg glücklich. Am liebsten wäre ich selbst einmal Hirte bei dieser Herde.
Dann könnte ich zum Beispiel mit dem Seitenscheitelschaf kuscheln…

Das lange Warten auf einen neuen Ulrich Hub hat sich wirklich gelohnt.
Vor ein paar Jahren habe ich “Füchse lügen nicht” und “Ein Känguru wie Du” gelesen und bin seitdem ein Fan des Autors. Keiner schreibt so witzig, intelligent, knuffig und dabei tiefsinnig, wie er.
Gerade überkommt mich die Lust, alle seine Bücher noch einmal zu lesen – und ich glaube, das mache ich jetzt auch!

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Ab 8 Jahren.


ISBN:  978-3-551-55384-3
Verlag: Carlsen
Erscheinungsjahr: 2018
Illustration: Jörg Mühle
Seiten: 80
Preis: 13,00 €


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