Monatsrückblick Nr. 2 // 2026

Monatsrückblick Nr. 2 // 2026

Auf eines dieser Bücher hatte ich mich sehr gefreut, doch leider konnte es mich nicht überzeugen. Dafür fand ich einen der abgebildeten Romane, den ich nicht auf dem Schirm hatte, super.
Und zwar diesen hier:

Caro Claire Burke: “Yesteryear”

Natalie wusste es schon immer: Der Zeitpunkt, an welchem alle auf sie neidisch wären, würde kommen.
Sie wusste es, als sie am College ausgeschlossen wurde. Als ihre Zimmergenossin ständig Partys zum Vorglühen in ihrer Zimmerhälfte feierte, sie wusste es, als sie feststellte, dass die anderen jungen Frauen im Bibelkreis (und alle anderen auch) furchtbar einfältig waren. Sie wusste es, weil sie einfach intelligenter und vorausschauender war, als all die anderen.

Jetzt hat Natalie zwei Millionen Follower, sie lebt mit ihren fünf Kindern und ihrem Mann auf einer Farm, die sie selbst bewirtschaften.
Sie teilt ihr Leben mit ihren Fans, bäckt leidenschaftlich Brot und tut alles für ihre geliebte Familie #thesimplelife #familygoals. Zumindest online.

Daran, dass die Offline-Natalie etwas mehr so wird, wie die Online-Natalie, müsste sie arbeiten. Aber zum Glück begegnet man seinen Followern extremst selten, wenn man auf einer einsamen Farm im Nirgendwo lebt.
Aber extremst selten ist leider nicht nie…

Ich hatte mit diesem Buch sehr viel Spaß! Einmal ist da die Influencer-Welt, in der Schein und Sein unterschiedlicher nicht sein können. Zwar weiß man das theoretisch alles, aber hinter die Kulissen des Lebens einer “Tradwife-Influencerin” zu schauen, ist einfach interessant.
Was mir außerdem richtig gut gefallen hat ist, dass Natalie keine Frau ist, die man mag – und genau solche Charaktere finde ich in Romanen super.

Des Weiteren gibt es in diesem Roman zwei Zeitebenen und während des Lesens habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie die Autorin diese beiden Ebenen zusammenbringen wird. Und ob ich nicht enttäuscht über die Auflösung sein würde.
Nun, ich war es nicht!
Top!

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Clara Leinemann: “Gelbe Monster”

Charlie sitzt in der U-Bahn. Sie fährt zum Antiaggressionstraining für Frauen. Will sie dort hin? NEIN! Sie ist ja keine Schwerverbrecherin, wie die anderen. Sie selbst hat ja nur ein blaues Auge…. .
Aber ihre beste Freundin Ella hat ihr zu verstehen gegeben, dass Charlie nur weiter bei ihr wohnen kann, wenn sie an diesem Training teilnimmt. Und da Charlie gerade nicht in ihrer eigenen Wohnung wohnen kann, ist sie auf Ellas Gastfreundschaft angewiesen.Und was kann Charlie denn dafür, dass ihr Exfreund sie immer so gereizt hat? Am Anfang war es ja schön mit ihm, sie fühlte sich als besserer Mensch.
Doch dann ist es irgendwie eskaliert…
Aber war wirklich ihr Exfreund Schuld, dass sie so ausgerastet ist…?!
Und warum hat er sich nie gewehrt?

“Gelbe Monster” ist ein tolles Buch über Narzissmus – aus der Perspektive einer Narzisstin.

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Nicci Cloke: “Sie war es. Sie war es nicht”

Katie sagt, dass sie es doch so gar nicht gemeint hat! Aber was kann man denn an dem Satz: “Sie haben es verdient!” bei einer Verhaftung falsch verstehen?
Außerdem hat Katie an dem Abend genau diesen Tisch im Privatclub bedient.
Den Tisch, an welchem vier hochrangige Männer saßen, die durch Gift im Alkohol getötet worden sind.
Katies Fall ist in aller Munde. In ganz London gibt es kein anderes Thema.Aber war sie es nun, oder war sie es nicht?
Ihr Anwalt ist sich unsicher, ihr Vater glaubt trotz aller Vorfälle in Katie Kindheit und Jugend, dass seine Tochter ein absolut unschuldiges Mädchen ist.

Nicht nur durch die Augen dieser beiden Männer erfahren wir mehr von Katie. Auch ihr Jugendfreund (der wie Katie von Verschwörungstheorien fasziniert ist), ihr Ex-Lover und ein recherchierender Journalist haben so ihr ganz eigenes Bild dieser Frau. Aber wer ist Katie wirklich? Und: War sie es nun, oder war sie es nicht?

Ich hatte vor dieser Neuerscheinung ein Buch gelesen, auf das ich mich sehr gefreut hatte, das mich aber dann nicht vom Hocker gerissen hat. Nach so einem Titel ist ja immer die Frage: Was jetzt? Daher dachte ich: Über “Sie war es. Sie war es nicht”, weißt du noch gar nichts. Sich abwechselnde Perspektiven finde ich immer gut und der Plot klang nicht schlecht.

Dieser Krimi ist von der Art her ruhiger. Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Tat an sich. Es geht vielmehr darum, dass ein Mensch viele Seiten hat und je nachdem, mit wem er interagiert, anders ist. Und dass man einen Menschen niemals komplett kennenlernen kann.
Ich fand das Ganze interessant und der Schluss hat mich überrascht.

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Jonny Sweet: “Der Kellerby Code”

Edward hat mit Robert und Stanza studiert und theoretisch sind sie “beste Freunde”. Aber wenn wir mal ehrlich sind, so ist dies nicht der Fall, denn im Gegensatz zu Robert und Stanza gehört Edward nicht der High Society an.
Das merkt man auch, denn diese gewisse Selbstverständlichkeit, sich selbst in den Fokus zu stellen, Anweisungen zu geben und keinen Widerspruch zu erhalten, ist sowohl Robert als auch Stanza in die Wiege gelegt worden.

Robert hingegen fühlt sich immer angesprochen, wenn etwas herumliegt, oder wenn es gilt etwas abzuholen. Er ist es gewohnt, Roberts Befehlen zu folgen. Wie ein guter Diener. Wie Jeeves in den Romanen von P.G. Wodehouse.

Seit einiger Zeit st Edward heimlich in Stanza verliebt. Als er schließlich erfährt, dass Robert und Stanza ein Paar sind, bricht für ihn eine Welt zusammen. Dann bittet Robert ihn, die Hochzeit zu organisieren.
Jetzt reicht es.
Edward beginnt neue Anweisungen anzunehmen. Seine eigenen – das könnte interessant werden.

Das Setting dieses Romans hat mich sehr angesprochen, zumal ich vor vielen Jahren ein paar
“Jeeves” Romane von P.G. Wodehouse* mit großem Vergnügen gelesen habe.
Ich erwartete also sowas wie Jeeves 2.0.
Leider bin ich in “Der Kellerby-Code” nicht hineingekommen. Ich habe den Roman zwar fertig gelesen, aber konnte ihn nicht genießen. Ich weiß nicht, was es war, denn die Story an sich ist gut, aber irgendwie war da eine Distanz zwischen dem Personal, dem Text und mir.

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Aisling Rawle: “Das Spiel”

Im ersten Augenblick weiß Lily nicht, wo sie ist. Der Blick aus dem Fenster zeigt eine Wüstenlandschaft im gleißenden Mittagslicht. Sie hört Geräusche und ein “Ah, eine andere Kandidatin.”
Ja, das ist sie.Lily ist Kandidatin einer Fernsehshow, an welcher 10 wunderschöne Frauen 10 wunderschönen Männern an einem Ort am anderen Ende der Welt begegnen.
Sie sollen sich zu Paaren zusammenfinden und sowohl gemeinsam als auch einzeln Challenges absolvieren. Gewonnen werden können Gegenstände (ein Sofa, ein Kühlschrank…), um das karge Gebäude zu möblieren, als auch z.B. Designerkleider für einzelne Personen. Dinge also, die sich in der wirklichen Welt niemand mehr leisten kann.
Nach und nach werden Personen von der Gruppe rausgewählt. Nur wer klug handelt, hat eine Chance, die Show zu gewinnen…

Ich habe diesen Roman ehrlich gesagt aufgrund des Covers, als auch wegen der Worte auf der Rückseite begonnen: “Tribute von Panem” meets “Herr der Fliegen” meets “Love Island”.
Insgesamt fand ich “Das Spiel” ok, doch dem Vergleich mit “Tribute von Panem” und “Herr der Fliegen” hält es definitiv nicht stand. Hier werden meiner Ansicht nach falsche Erwartungen geweckt. Mehr Zurückhaltung bei der Lobpreisung hätte diesem Titel nicht geschadet.
Die Lektüre war in Ordnung, mehr aber auch nicht. Für mich kein “Must-Read”.

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