In diesem Monat habe ich eine Frühjahrsneuerscheinung entdeckt, die mich absolut begeistert hat. Dieser Roman ist definitiv eines meiner Highlights des Jahres 2026:
Ann-Christin Kumm: “Ultramarin”

Seit damals auf Korsika hat sich ihre Beziehung verändert, aber jetzt stand Raf wieder vor Lous Wohnung und hat gesagt: Schluss damit, Du kannst Dich nicht ewig verkriechen. Und recht hat er. Lou braucht die Geschwister.
Und ja, er liebt Raf.
Aber Raf ist halt Raf: Erst im Auto sagt er, dass Sophie nicht mitkommt. Stattdessen steigt Sophies Freundin Nora ins Auto.
Lou kennt sie kaum und irgendwie ist es komisch, dass sie dabei ist. Und es bleibt auch vor Ort seltsam.
Nora stört irgendwie.
Dann kommt Lou vom Joggen zurück und Raf sagt, dass er Nora zum Bahnhof gebracht hat.
Wird es jetzt besser, leichter und angenehmer für die beiden?
Oder war Nora nie das Problem?
Wahnsinn! So toll ausgearbeitet, so intensiv, überraschend und soghaft.
Super!!!!!!
Josh Winning: “Verbrenn das Negativ”
Laura wurde von ihrem Chef nach L.A. geschickt, um einen Artikel über den Dreh einer neuen Horror-Serie zu schreiben.
“Geschickt” ist vielleicht nicht das richtige Wort. “Gedrängt” trifft es eher.
Als Laura schließlich von der Marketing-Leiterin der Serie erfährt, dass es sich bei der Serie um das Remake des berühmt-berüchtigten Horror-Klassiker “The Guesthouse” handelt, gefriert ihr das Blut in den Adern. Und das liegt nicht daran, dass während und nach den Dreharbeiten in den 90er Jahren acht Menschen, die damals am Set waren, auf seltsame Weise gestorben sind.Nein, es geht um etwas, das nur Lauras Schwester und ihre Mutter wissen:Laura heißt nicht Laura. Sie heißt Polly.
Und sie hat damals die Hauptrolle in “The Guesthouse” gespielt.
Eine Rolle, die ihr Leben ruinierte. Sie spielte das Mädchen, das den Menschen sagt, auf welche Art der Needle Man sie töten wird…
Ein spannender Roman, in welchem es auch um eine Mutter geht, die ihr Kind dazu zwingt, ein Kinderstar zu werden. Etwas, das ihr selbst verwehrt geblieben ist. (Wer sich für diese Thematik interessiert, dem empfehle ich “I´m glad my Mom died” (Jennette McCurdy)).
Ich glaube aber, dass dieser „Verbrenn das Negativ“ sich noch besser liest, wenn man die Anspielungen auf die verschiedenen Horrorfilme versteht, was leider bei mir nicht der Fall war.
Auch empfehle ich dieses Buch NICHT auf dem eReader zu lesen. Denn der Text wird durch Einschübe aus z.B. Zeitungen, Internetforen etc. unterbrochen, die sich leider nicht größer machen lassen. Ich bin dann dazu übergegangen, die Seite abzufotografieren und sie zu vergrößern.
Das war jedoch sehr anstrengend, weil es sich ja um alte Dokumente handelt, die sowieso nicht gut gedruckt sind.
Deshalb: Wer sich für dieses Buch interessiert, dem empfehle ich die gedruckte Version.
Liann Zhang: “Belladonnas”

Sie werden fragen: “Oh Chloe! Ist das ein supergeheimer Prank? DU an der Kasse?! WOW!”.
Und dann wird Julie so tun, als ob sie nicht weiß, um was es hier geht: Dass die Mädchen denken, dass sie Chloe ist, eine sehr erfolgreiche Influencerin.
Chloe, Julies Zwillingsschwester, die das Glück hatte, nach dem Tod ihrer Eltern adoptiert zu werden. Von einem reichen Paar, das in New York lebt, während Julie bei ihrer Tante bleiben musste.
Kontakt haben die Schwestern nicht.
Schließlich kommt es dazu, dass Julie zu Chloe nach New York fährt – und ihre Schwester tot vorfindet. Als die Polizei und die Nachbarn Julie und Chloe verwechseln, zögert Julie keine Sekunde und gibt sich als Chloe aus.
Kann sie jetzt ihren Traum leben?
Mich hat der Klappentext ein bisschen an den Fall der “Han-Zwillinge” erinnert: Die beiden Mädchen Jeena und Sunny wurden adoptiert und lebten fortan in Kalifornien. 1996 versuchte Jeena Sunny umzubringen, um die Identität ihrer Schwester anzunehmen. Im Unterschied dazu, findet Julie im Buch ihre Schwester tot auf und hatte niemals im Sinn, ihr etwas anzutun.
Nach den ersten Kapiteln dachte ich: Ah das wird “Yellowface” (Kuang) mit Influencern!
Das wird super!!
Ihr merkt, die Latte hing hoch und das ist ja nie besonders gut.
“Belladonnas” war zunächst spannend, besonders was die Einblicke in die Welt der sehr reichen Influencerinnen anbelangt.
Dann schlug der Roman jedoch eine ganz “normale” Psychothriller-Richtung ein – und das deckte sich leider nicht mit meinen hohen Erwartungen. Außerdem fand ich manche Aktionen der Hauptfiguren irgendwie unpassend und abstrus. Da hätte man mehr draus machen können.
Schade.
Greer Hendricks & Sarah Pekkanen: “Die Frau ohne Namen”

Dass die Fragen allerdings so in die Tiefe gehen und ihr komplettes beeinflussen, hätte sie nicht gedacht…
Ich wollte gerade die obigen Worte tippen, als ich innehalten musste. Diesen Psychokrimi habe ich vor ein paar Wochen innerhalb von drei Tagen gelesen.
Ich fand ihn jetzt nicht super gut, aber auch nicht verkehrt. Also total Ok. Dennoch wollte mir absolut nicht einfallen, um was es in diesem Buch geht.
Als ich jetzt den Klappentext las, dämmerte es mir ein bisschen, aber eben nur ein bisschen.
Ich glaube, das ist ein Zeichen dafür, dass man dieses Buch vielleicht nicht unbedingt lesen muss.
(In deutscher Übersetzung nur noch als eBook erhältlich)
» zur Leseprobe*
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