Mareike Krügel: „Zelten mit Meerschwein“

Mareike Krügel: „Zelten mit Meerschwein“

Mareike Krügel hat einen wunderbaren und tiefgründigen Sommerroman für Kinder geschrieben.

Anton ist sauer, denn sein Vater hat den Urlaub mit ihm abgesagt. Dieser ist Journalist und wenn er einen Auftrag bekommt, muss er ihn annehmen, da er sonst eben kein Geld verdient. Theoretisch versteht Anton das. Praktisch macht ihn dies aber sehr traurig.

Naja, dann verbringt er den Urlaub eben mit Mama und freut sich schon auf die vielen tollen Sachen, die sie gemeinsam erleben werden. Aber Moment mal, Mama muss ja arbeiten!
Doch diese eröffnet ihm etwas, das sie ihm schon länger sagen wollte: Ihr Arbeitsvertrag ist nicht verlängert worden, daher müssen die beiden jetzt etwas sparen.
Toll, denkt Anton. Papa hat keine Zeit, Mama kein Geld und jetzt müssen wir die ganzen Ferien über zu Hause sitzen und sparen.

Aber Antons Mutter hat eine Idee: Für einen kurzen Zelturlaub wird es schon reichen und Antons Meerschweinchen Pünktchen nehmen sie einfach mit. Doch die Idee zu zelten hatten leider viele, denn als die drei am Campingplatz ankommen, müssen sie feststellen, dass kein einziger Platz mehr frei ist.
Und jetzt?!
Doch auch hier hat Antons Mama einen Plan: Dann wird eben im Wald gezeltet! Das ist zwar eigentlich nicht erlaubt, aber es wird sie schon niemand entdecken….

Mareike Krügels Romane waren bisher ausschließlich im belletristischen Bereich anzutreffen. 2006 wurde die Schriftstellerin mit dem Friedrich-Hebbel-Preis ausgezeichnet.
Zuletzt erschien “Sieh mich an”, ein Buch, in welchem es um eine 40jährige Frau geht, die den Alltag mit zwei Kindern meistern muss und realisiert, dass es in ihrer Ehe nicht zum Besten steht. Außerdem erwartet sie den den Besuch eines ehemaligen Kommilitonen und stellt fest, dass ihre Emotionen zwiespältig sind. Neben der Frage, danach, ob sie sich ihr Leben so vorgestellt hat, beschäftigt sie seit ihrem letzten Arztbesuch aber noch etwas ganz anderes…

Auch in ihrem ersten Kinderbuch klingen ernste Themen, wie zum Beispiel der Verlust der Arbeit an, doch sie dominieren nicht. Allerdings ist “Zelten mit Meerschwein” aber auch kein normales “Hurra-wir-gehen-zelten” – Buch.
Natürlich erleben Anton und Pünktchen im Wald ein spannendes Abenteuer und lernen zum Beispiel den Hund Otto kennen, aber Anton ist etwas anders, als andere Kinder. Er ist ruhig und liebt sein Meerschweinchen, (das übrigens kurz davor ist, seinen Job als Haustier zu kündigen, als es erfährt, dass es im Wald zelten soll) mehr, als alles andere.

Außerdem möchte er am liebsten nach dem Ferien in eine neue Schule gehen. Es gab zwar keine großen Probleme, aber eben viele Kleinigkeiten. Wie zum Beispiel dass Antons neue Klassenlehrerin meinte, dass der “Welpenschutz” in der dritten Klasse vorbei sei. Diese Aussage macht Anton etwas Angst. Auf Klassenfahrt möchte er auch nicht gehen, zumal er weiß, dass es keine Momente geben wird, in denen für sich sein kann.
Des Weiteren sind da Ben, Radek und Ella. Denen konnte Anton zwar bisher in der großen Pause aus dem Weg gehen, aber auf der Klassenfahrt wird das nicht funktionieren. Das macht ihm Sorgen.

Daher freut Anton sich sehr, eine schöne ruhige Zeit beim Campen im Wald zu verbringen und ist erstmal nicht so begeistert, als er dort Liane kennenlernt, die auch keinen Bock auf den Campingplatz hat. Allerdings aus anderen Gründen.
Dass sich Anton ausgerechnet mit diesem starken und vor allem sehr direkten Mädchen anfreundet, hätte er nie gedacht. Und auch nicht, dass er sich trauen würde, klar zu sagen, was er denkt und was er möchte – und feststellt, dass das eigentlich gar nicht so schwierig ist.

In “Zelten mit Meerschwein” geht es um Freundschaft, Mut und darum, dass jeder Mensch anders ist.
Und um ein süßes Meerschweinchen, das Brücken zwischen Kindern bauen kann und das Anton anpinkelt, wenn es glücklich ist.

Ab 8 Jahren.

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ISBN: 978-3-407-82352-6
Verlag: Beltz
Erscheinungsjahr: 2018
Illustration:  Nele Palmtag
Seiten: 158
Preis: 12,95 €


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