Das Literarische Quartett – Die Bücher der 5. Sendung vom 29. April 2016

Das Literarische Quartett – Die Bücher der 5. Sendung vom 29. April 2016

Es ist wieder soweit, das Literarische Quartett steht an und mit diesem die Besprechung vier neu erschienener Bücher. Das heitere Raten um das “Wer empfiehlt was” kann beginnen.

Gast der Runde ist kein Unbekannter: Es handelt sich um den Literaturredakteur des Nachrichtenmagazins FOCUS Uwe Wittstock. Zuvor arbeitet er unter anderem als Literatur-Redakteur unter Marcel Reich-Ranicki bei der FAZ und als Lektor im S.Fischer Verlag.
Als ich den Namen las klingelte es bei mir, denn Uwe Wittstock ist auch Blogger. Auf
 Die Büchersäufer. Ein Blog von Uwe Wittstock bloggt er über Literatur und Literaten.

Da ich es immer spannend finde, Blogger, die man nur von den Texten her kennt, einmal live zu erleben, freue ich mich sehr auf die Sendung.
Des Weiteren könnte auch die Begegnung zwischen Maxim Biller und Uwe Wittstock spannend werden, zumal dieser einmal in einem 2011 verfassten Artikel schrieb: “Gern würde ich Trotzkopf Maxim Biller ja irgendwie mögen. Ich gebe mir auch immer wieder Mühe. Aber er macht es einem nicht leicht.“ 

Andererseits hat er auch einen Text zum Urteil im Fall des Biller-Romans “Esra” verfasst zu welchem sich “Die Welt” im Jahre 2012 wie folgt äußerte: „Wittstock hält die allerhöchste Entscheidung der Verfassungsrichter gegen Biller für falsch. Und zwar mit triftiger Begründung. […]“.
Ob sich die beiden verstehen werden? Nun ja, wir werden sehen.

Um diese Bücher wird es gehen:

John Irving: “Straße der Wunder”

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Im neuen Roman von John Irving geht es um einen alternden Schriftsteller auf Reisen, der sich an seine Kindheit zurück erinnert, die keinesfalls durchschnittlich gewesen ist.
Bekannt wurde er als der Müllkippenleser, denn er wuchs auf einer Müllhalde in Mexiko auf und brachte sich mit weggeworfenen Büchern selbst das Lesen und die englische Sprache bei. Dass es sich hierbei nicht um die neuesten Bücher handelte ist klar, dass es aber um die entsorgten Werke einer Klosterbibliothek ging, ist hingegen vielleicht nicht so selbstverständlich. Dass sein Vokabular nach dieser Lektüre besonders war versteht sich von selbst.

Auf der Müllkippe war er jedoch nicht alleine, mit dabei war immer seine Schwester, die eine für andere unverständliche Sprache sprach, welche nur ihr Bruder verstehen konnte. Allerdings konnte sie auch Gedanken lesen. Diese “Gabe” ist es auch, die die beiden Kinder zum Zirkus brachte.

Ich persönlich war zu Beginn der Lektüre, deren Hauptthemen das Leben eines in die Jahre gekommenen Schriftstellers, Religion und eine schwierige Kindheit sind, sehr begeistert. Die ersten 300 Seiten vergingen wie im Fluge. Dann wurde es leider etwas zäh und bei ca. Seite 500 habe ich dann aufgegeben. Sehr schade.

Bookster HRO, ein John Irving Fan, ist übrigens gleicher Meinung.  Ich bin gespannt, was die vier Akteure des Literarischen Quartetts zu diesem Wälzer sagen werden und vor allem, wer ihn ausgesucht hat, denn dieser Person muß er ja sehr gut gefallen haben. Ich bin mir unsicher, könnte mir aber vorstellen, dass es sich um Volker Weidermann handelt. Oder vielleicht auch um Christine Westermann.

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Nell Zink: “Der Mauerläufer”

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Dieser Roman ist eine Entdeckung von Jonathan Franzen. Das adelt natürlich. Die in Brandenburg lebende Autorin wird als DIE literarische Entdeckung in den USA gefeiert.

In “ Der Mauerläufer” geht es um ein amerikanisches Pärchen, das Vögel beobachtet und in Bern lebt, nach Berlin zieht und ein Kind bekommen möchte. Es handelt sich um einen Ehe- bzw. Entwicklungsroman und laut Verlag um ein “vor unerhörten Einfällen sprühendes, komisches, kluges, mitunter verrücktes, freches, derbes, engagiertes, impulsives, auch zartes, melancholisches Buch.”

Dieses Buch wandert sofort auf meine Wunschliste.

Wer mehr wissen möchte: Herzpotenzial hat dieses Buch bereits gelesen.

Wer dieses Buch vorstellen wird ist auch nicht einfach zu sagen. Ich tippe am ehesten auf Christine Westermann.

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Sasa Stanisic: “Fallensteller”

Fallensteller von Saa Stanii

Spätestens seit  2014 dürfte der Autor Sasa Stanisic einem großen Publikum bekannt sein, denn in diesem Jahr erhielt er für seinen Roman “Vor dem Fest” den Preis der Leipziger Buchmesse. Mit diesem Titel stand er im selben Jahr auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.
2006 hatte er es mit “Wie der Soldat das Grammofon repariert” bereits auf die Shortlist geschafft.

Bei “Fallensteller” handelt es sich nicht um einen Roman – es ist ein Band mit Erzählungen, der am 9. Mai 2016 erscheinen wird. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass der Verlag den Titel nun aus aktuellem Anlass vorzieht.

In den Geschichten geht es zum Beispiel um einen alten Mann, der eine Leidenschaft für Magie besitzt und nun um Ruhe für seinen großen Auftritt bittet. Die Zuschauer allerdings trinken lieber Kaffee.
Es sind Geschichten” über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien – im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz “, so der Verlag.

Ich bin gespannt, werde auf jeden Fall einmal reinlesen und könnte mir vorstellen, dass Uwe Wittstock oder Volker Weidermann dieses Buch vorstellen werden.

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David Grossman: “Kommt ein Pferd in die Bar”

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David Grossman ist ein israelischer Schriftsteller und Friedensaktivist. Im Jahre 2010 erhielt er für sein Eintreten für den israelisch-palästinensischen Dialog den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Sein Buch “Eine Frau flieht vor einer Nachricht” steht schon seit Jahren, leider ungelesen, in meinem Bücherregal. Darin geht es um eine Frau deren Sohn sich freiwillig zu einem Militäreinsatz im Westjordanland meldet.
David Grossmans Sohn kam bei einem Militäreinsatz im Libanon ums Leben.

In “Kommt ein Pferd in eine Bar”geht es um Dovele, der für eine gute Pointe alles gibt. Um seine Mutter zum Lachen zu bringen lief er oft auf Händen. Des Weiteren tat er dies allerdings auch, damit er nicht geschlagen wurde.
Jetzt hat er seinen letzten Auftritt. In einer Kleinstadt in Israel. Er erzählt Witze und Anekdoten aus der Kindheit, aber immer wieder mischen sich tragische Erzählungen aus seiner Jugend darunter. Von Liebe, Freundschaft und Verrat erzählt er und so langsam vergeht dem Publikum das Lachen.

Hauke von leseschatz hat dieses Buch bereits besprochen und zwei meiner Kolleginnen haben mir schon vorgeschwärmt. Um diese Lektüre werde ich wohl nicht herum kommen. Ich freue mich darauf und könnte mir vorstellen, dass dieser Tipp von Maxim Biller kommt – oder vielleicht von Uwe Wittstock.

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Dies ist die erste Sendung, in der ich alle Titel sofort lesen würde. Irving habe ich ja bereits gelesen, aber Grossman, Stanisic und Zink interessieren mich sehr. Ich bin gespannt was die einzelnen Akteure des Quartetts zu den jeweiligen Werken sagen werden. Am Freitag, den 29. April werden wir es erfahren.

» Hier geht es direkt zum Kommentar zur Sendung


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5 thoughts on “Das Literarische Quartett – Die Bücher der 5. Sendung vom 29. April 2016
Bookster HRO

Wie schön: Dann stehe ich ja doch nicht so allein da mit meiner Meinung über STRASSE DER WUNDER. Bin gespannt, was das Quartett dazu sagt… LG

    Friederike

    Nein, Du bist nicht alleine mit Deiner Meinung und ich habe schon einige Berichte gelesen, die unseren Eindruck untermauern.
    Ich bin wirklich gespannt auf das Quartett. Wir können uns ja dann nochmal austauschen :).

    Viele Grüße,
    Friederike

Hauke

Danke für den Link zum „Leseschatz“
Herzliche Grüße aus Kiel,
Hauke

    Friederike

    Immer wieder gerne!

    Viele Grüße,
    Friederike

Christina

Ich freue mich schon total auf „Fallensteller“. Schon allein das Cover ist so toll. Bin ebenfalls gespannt, was dazu gesagt wird.
An „Straße der Wunder“ habe ich mich noch nicht getraut. Und werde ich wohl auch nicht, du bist nicht die erste, die den Roman irgendwann zäh fand.
Liebe Grüße!

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