Das Literarische Quartett – Die Bücher der Sendung vom 24. Juni 2016

Das Literarische Quartett – Die Bücher der Sendung vom 24. Juni 2016

Am Freitag ist es wieder soweit: Zu gewohnt später Stunde wird das Literarische Quartett ausgestrahlt.
(Wer direkt wisse möchte, wie die Sendung gewesen ist: Hier geht es zu meinem Kommentar.)

Gast der Sendung ist dieses Mal die Schriftstellerin Thea Dorn, die mit bürgerlichen Namen Christiane Scherer heißt. Ihr Künstlername ist eine Anspielung auf den Philosophen Theodor W. Adorno.

Thea Dorn studierte Philosophie und Theaterwissenschaften in Berlin und arbeitete als Autorin und Dramaturgin am Schauspielhaus Hannover.
Bekannt wurde sie durch ihren Kriminalroman “Die Hirnkönigin”, der leider nicht mehr lieferbar ist und für den sie den sie den Deutschen Krimipreis im Jahr 2000 erhalten hat.
Ich erinnere mich, dass ich dieses Buch sehr gerne gelesen habe, zumal es sich um einen eher ungewöhnlichen Krimi handelt.

Danach folgten weitere Krimis bis sie in diesem Jahr “Die Unglückseligen” veröffentlichte, einen Roman, in dem es um den 1776 geborenen Philosophen und Physiker Johann Wilhelm Ritter geht. Allerdings lebt er in Thea Dorns Roman auch heute noch, denn er ist unsterblich.

Marina von literaturleuchtet und hat dieses Werk bereits gelesen.
Hier geht es zu ihrer Besprechung.

Die Bücher, über die in der Sendung gesprochen wird, sind jedoch andere und ich finde sie Auswahl dieses Mal gelungen, vor allem, da alle vier Titel bereits lieferbar sind. Ob sich die Nachfrage im Buchhandel deshalb erhöhen wird, sei einmal dahingestellt – bisher war noch nichts zu spüren.
Vielleicht kommt das ja noch, wobei ich da eher etwas skeptisch bin.

Juli Zeh: “Unterleuten”

Unterleuten von Juli Zeh

Dies ist Juli Zehs erster Gesellschaftsroman, an welchem sie zehn Jahre gearbeitet hat und in dem es um das Dorf Unterleuten in Brandenburg geht, in welchem Windräder gebaut werden sollen.
Durch dieses Projekt wird das Dorf, in dem sowohl Alteingesessene, als auch neu hinzugezogenen Landliebhaber aus Berlin leben, gespalten.

Ich hatte sehr viel Spaß in “Unterleuten”, habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen und könnte mir vorstellen, dass es Christine Westermann gegangen ist.
Hier geht es zu meiner Besprechung.

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Jonas Karlsson: “Das Zimmer”

Das Zimmer von Jonas Karlsson

Björn ist in seinem Großraumbüro nicht gerade zufrieden, arbeitet er doch mit vielen unausstehlichen Kollegen zusammen. Deshalb ist er besonders glücklich, als er eines Tages ein kleines geheimes Zimmer direkt neben der Altpapiertonne und dem Aufzug entdeckt, in dem er die Bürowelt vergessen kann und in welchem ihm die Arbeit plötzlich Spaß macht.
Seine Kollegen verstehen nicht, was mit Björn passiert ist, da er sich immer seltsamer verhält. Zudem tun sie so, als gäbe es das Zimmer überhaupt nicht…

Dieses Buch habe ich schon lange im Auge und bin gespannt, was das Quartett dazu sagen wird.
Die Zeit kommentierte es jedenfalls mit folgenden Worten:  “Als wäre Kafka auferstanden und hätte einen schwedischen Krimi geschrieben: Jonas Karlssons „Das Zimmer“ ist ein fantastischer Roman über die moderne Arbeitswelt.”
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch Maxim Billers Wahl gewesen ist (man denke da an Kafka), aber wir werden sehen.

Marina von literaturleuchtet hat und Daniel von Bücherherbst haben “Das Zimmer” bereits gelesen.

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Jörg Magenau: “Princeton 66 – Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47”

magenau

Ich glaube, wenn ein Buch dieses Quarttets nachgefragt werden wird, dann wird es dieses sein. Es ein wirklicher Geheimtipp und klingt sehr interessant.

Thema das Buches ist die Reise der Gruppe 47 nach Princeton in die USA, an der etwa 80 Schriftsteller und Kritiker (unter ihnen zum Beispiel Siegfried Lenz und Marcel Reich-Ranicki) teilnehmen und auf welcher Peter Handke zum Jungstar der Literatur wird.

Die Schriftsteller Thomas Glavinic, Alex Capus in Kristof Magnusson äußerten sich sehr begeistert zu diesem Titel und ich bin mir sehr sicher, dass Volker Weidermann dieses Buch vorstellen wird.
Danke für diese Wahl, denn sonst wäre ich niemals auf dieses Buch aufmerksam geworden.

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Lucia Berlin: “ Was ich sonst noch verpasst habe”

Lucia Berlin

Lucia Berlin (1936-2004)  ist eine der Wiederentdeckungen des Jahres und ich freue mich sehr, dass ihr Buch nun durch das Literarische Quartett (hoffentlich) mehr Beachtung bekommen wird.
Ich habe zwar bisher nur ein oder zwei Erzählungen gelesen, doch diese waren richtig gut.

Das Leben der Schriftstellerin selbst war voller Brüche und so geht es auch den Frauen in ihren Geschichten, die sich zum Beispiel mit scheiternden Ehen, schwangeren Mädchen, Immigranten und der Einsamkeit beschäftigen.

Birgit von Sätze & Schätze hat diese Erzählungen bereits mit Begeisterung gelesen.
Hier geht es zu ihrer Besprechung.

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10 thoughts on “Das Literarische Quartett – Die Bücher der Sendung vom 24. Juni 2016
Marina

Das ist ja in der Tat diesmal eine gute Auswahl!
Danke für die Verlinkung!
Viele Grüße!

Friederike

Immer wieder gerne.

Ich bin vor allem sehr gespannt darauf, wie „Unterleuten“ wegkommt. Ich könnte mir vorstellen, dass Herr Biller jetzt nicht so begeistert sein wird…

Karin

Herr Biller ist einer der Gründe, warum ich diese Sendung kaum ertrage. Das ist mir einfach zuviel männliches Ego.

Friederike

..ich denke, dass er aus genau diesem Grund ausgewählt wurde. Man brauchte noch einen streitbaren Charakterkopf.
Diese Rolle spielt er allerdings sehr gut.

Silvia

Immer wieder schön, dass du mich so auf die Sendung vorbereitest. Und zwar so gut, dass ich sie immer noch nicht gesehen habe ;))

Friederike

🙂

Birgit

Wenn ich es ansehen würde, könnte ich diesmal bei zwei Büchern meine Leseeindrücke mit der Diskussion vergleichen – Unterleuten und Lucia Berlin. Die hat mich nun wirklich umgehauen – danke für Deinen Link, ich hoffe, noch mehr Blogger werden auf diese sehr gute Erzählerin aufmerksam.
Aber ich schau mir das nicht an – ich finde es fast zu nett, Biller einen streitbaren Charakterkopf zu nennen. Ich finde sein Verhalten, v.a. gegenüber Frauen, schlicht und einfach unverschämt und nervig.

Friederike

Ich glaube, er kann einfach nicht mehr zurückrudern und plötzlich auch mal nett sein. Vielleicht wäre er es ja ab und an mal gerne, aber dazu ist seine Rolle viel zu festgefahren.
Vielleicht ist er auch einfach so destruktiv, gibt sich selbstverliebt und ist egoistisch, weil er es noch immer nicht verkraftet hat, dass sein bestes Buch nicht veröffentlicht werden darf. Das könnte ich zu einem gewissen Gard verstehen. Was nicht heißt, dass ich sein Verhalten, das auch ich vollkommen daneben finde, entschuldigen möchte. Ich suche nur nach einer Erklärung.

Jetzt freue ich mich aber erstmal an der Auswahl und dass die vier Titel, die besprochen werden mehr mediale Präsenz bekommen. :).

Anja

Erinnert sich jemand an den Titel der urlaubsempfehlung v Maxim Biller ? Klang interessant….danke!

Józef Rajnfeld

Szanowna Pani,

der Titel der Urlaubsempfehlung von Maxim Biller:
Henryk Grynberg: „Der Sieg. Drei Erzählungen“.

Z uszanowaniem,
Józef Rajnfeld

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