Das Literarische Quartett – Die Bücher der Sendung vom 3.März 2017

Das Literarische Quartett – Die Bücher der Sendung vom 3.März 2017

Am 3. März findet sie nun statt, die erste Sendung ohne Maxim Biller. Ich bin sehr gespannt, wie sich die neue Konstellation mit Thea Dorn machen wird und mir sicher, dass die Sendungen fortan harmonischer verlaufen werden.

» zu meinem Kommentar zur Sendung vom 3. März 2017

Eine Sendung mit Thea Dorn als Gast haben wir ja bereits gesehen und diese ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben, zumal es die erste Sendung war, in der ich mich nicht aufgeregt habe.
Auch Dorns Auswahl der Lektüre hat mir, sowie allen Mitgliedern des Quartetts, sehr gut gefallen. Es handelte sich damals um “Was ich sonst noch verpasst habe” von Lucia Berlin – ein Buch von dem Biller sagte, dass es sich hierbei um das beste Buch handele, das jemals im Literarischen Quartett besprochen worden sei.
Im August 2017 erscheint dieser Titel übrigens als Taschenbuch.

» zu meinem Kommentar zur Sendung vom 24.6.2016 mit Thea Dorn als Gast

Ich jedenfalls bin der neuen Konstellation gegenüber sehr positiv gestimmt und freue mich auf die Sendung am Freitag, den 3. März um 23:00.
Dieses Mal wird die Journalistin (Der Spiegel) und Schriftstellerin Elke Schmitter zu Gast sein, die im letzten Literatur-Spiegel einen Text über Heike-Melba Fendels Roman “Zehn Tage im Februar” verfasst und mich sehr neugierig auf diesen Roman gemacht hat.

Wie immer stellt sich nun die spannende Frage, wer welchen der folgenden Titel vorstellen wird:

Martin Walser: “Statt etwas oder Der letzte Rank”

Bei diesem Buch handelt es sich um “Den Höhepunkt in Martin Walsers Alterswerk”, so der Verlag.
Es geht um einen älteren Mann, seine Gedanken und den Wunsch, alles hinter sich zu lassen und sich herauszuhalten. Das Starren auf eine weiße Wand bringt seinen Kopf zur Ruhe und er selbst sagt, dass es ihm vielleicht ein bisschen zu gut gehe.

In diesem Roman geht es um die Freiheit, die Freiheit zu denken und zu schreiben. Walser habe hier ein “Musikstück aus Worten” verfasst und ein Portrait eines Menschen umrissen, dem es ums Ganze gehe.
Aha.

Ich muß zugeben, dass ich mich mit diesem Titel bisher noch gar nicht befasst habe, was vielleicht auch daran liegt, dass Martin Walser einfach nicht mein Autor ist. Irgendwie fehlt mir der Draht zu seinen Büchern und nachdem ich nun versucht habe eine Art Inhaltsbeschreibung seines neuesten Werkes zu verfassen, muß ich sagen, dass mein Interesse, dieses Buch zu lesen, verschwindend gering ist.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wer dieses Buch zur Vorstellung ausgesucht hat. Am ehesten könnte ich mir Volker Weidermann vorstellen, eventuell auch Thea Dorn. Man wird sehen.

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KulturErnten hat dieses Buch bereits besprochen.

» zu den Besprechungen dieses Titels in Der Zeit und im Spiegel

Chris Kraus: ”I love Dick”

Chris Kraus ist eine amerikanische Schriftstellerin und Filmemacherin und nicht zu verwechseln mit ihrem deutschen Namensvetter, dem Regisseur und Schriftsteller Chris Kraus, dessen Roman “Das kalte Blut” Ende März bei Diogenes erscheinen wird.

Die Protagonistin in “I love Dick”, geht auf die 40 zu und lernt durch ihren Mann den Cowboy Dick kennen, der zu ihrer Obsession wird. Die gescheiterte Künstlerin ist hin und weg, vollkommen verliebt und beginnt eine Erzählung über ihr erstes Zusammentreffen mit Dick zu verfassen, schreibt ihm Briefe, die sie nie abschickt und auch ihr Ehemann verfällt Dick. Doch während bei ihm das Interesse langsam abflacht, steigert sich Chris Begierde nur noch mehr.

Aus den Besprechungen zu diesem Buch läßt sich herauslesen, dass die Form dieses Textes sehr besonders sein muß, da die Grenzen zwischen Tagebuch, Essay und Roman vollkommen verschwimmen. Die Übersetzung soll jedenfalls grandios sein.

Eine der begeisterten Stimmen zum Buch gehört Elke Schmitter und daher gehe ich davon aus, dass sie diesen Roman, der bereits 1997 auf Englisch erschienen, in viele Sprachen übersetzt und als Serie verfilmt worden ist, vorstellen wird.
Ich jedenfalls freue mich sehr auf dieses Buch und beginne heute mit der Lektüre.

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» zur Besprechung des Romans in der “Welt” und im “Tagesspiegel”

Hanya Yanagihara: “Ein wenig Leben”

Yanagiharas Roman “Ein wenig Leben” ist momentan allgegenwärtig und belegt derzeit Platz 5 der Spiegel-Bestsellerliste. Der Hanser-Verlag hat auch eine hochwirksame Marketing-Strategie für diesen Titel entwickelt: Ausgewählte Journalisten und Blogger durften dieses Werk vorab an einem ruhigen Ort lesen, ihre Leseerfahrungen ins Gästebuch schreiben und Bilder posten. Das hat gewirkt: Alle sprechen über dieses Buch.

Das Thema dieses Romans, der 2015 auf der Shortlist des Man Booker Prize stand, ist die lebenslange Freundschaft zwischen vier Männern.
Einer von ihnen ist Jude, der sehr viel gibt und liebt, aber innerlich zerbrochen und traumatisiert ist. Seine Freunde und auch der Leser werden in seine dunkle Welt hineingesogen.

Die Meinungen zu “Ein wenig Leben” gehen stark auseinander: Viele sind vollkommen begeistert, andere kritisieren die zu starke Emotionalität.
Ich selbst habe noch nicht hineingelesen und kann mir kein Urteil über diesen fast 1000-seitigen Roman erlauben.
Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, wie dieses Buch im Quartett aufgenommen werden wird und schwanke bei der Frage danach, wer es zur Vorstellung ausgesucht haben könnte zwischen zwei Personen: Christine Westermann und Volker Weidermann, der ja immer seine gefühlvolle Seite betont.
Moment: Ich habe gerade gesehen, dass Christine Westermann dieses Buch bei Frau TV im WDR bereits vorgestellte. Daher gehe ich davon aus, dass sie dieses Buch für das Quartett ausgesucht hat.

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letteratura, Buchrevier, Buzzaldrins Bücher und novellieren haben „Ein wenig Leben“ bereits besprochen.

Julian Barnes: “Der Lärm der Zeit”

Vor Jahren habe ich “Arthur & George” und “Vom Ende einer Geschichte” von Julian Barnes gelesen und weiß noch, dass ich sehr angetan war. Für letzteren Titel bekam der britische Autor übrigens den Man-Booker-Prize im Jahre 2011.

In seinem gerade erschienen Werk “Der Lärm der Zeit” beschäftigt sich Barnes mit dem Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, einem der bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, der unter den Repressionen Stalins zu leiden hatte.
Es ist ein Künstlerroman, den Barnes hier geschrieben hat. Ein Roman, in dem es um das Verhältnis zwischen Diktatur und Kunst geht und um die Frage, ob sich ein Künstler der Diktatur beugen soll, um künstlerisch arbeiten zu können.

Auf dieses Buch bin ich sehr gespannt, zumal ich beim Thema Schostakowitsch ein vollkommen unbeschriebenes Blatt bin und mich Romane, in welchen es um Künstler geht, sehr interessieren.
”Der Lärm der Zeit” liegt schon bei mir auf dem Nachttisch und ich könnte mir vorstellen, dass Thea Dorn, oder Volker Weidermann dieses Buch zur Besprechung ausgesucht haben.
Vielleicht liege ich aber auch vollkommen daneben. Das ist ja schon sehr oft vorgekommen.

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» zur Besprechung des Romans im “Spiegel”

» zum Interview mit Julian Barnes in der “Welt”

4 thoughts on “Das Literarische Quartett – Die Bücher der Sendung vom 3.März 2017
Marina

Barnes habe ich gerade beendet. Besprechung folgt …
Fand ich sehr gut! Mal schauen wie das Quartett urteilt.
Elke Schmitter ist bestimmt ein gewinnbringender Gast.
Viele Grüße!

    Friederike

    Liebe Marina,

    ich freue mich auch sehr auf Elke Schmitter, zumal ich sie bisher nur schriftlich kenne.
    Den Barnes möchte ich auch unbedingt noch lesen und hoffe, dass ich es vor der Ausstrahlung der Sendung schaffen werde.
    Gerade lese ich „I love Dick“ und bin hin und weg. Ein geniales Buch, wie ich finde.

    Viele Grüße,
    Friederike

Constanze Matthes

Mich enttäuscht mal wieder die Auswahl der Titel. Es sind alles Bücher, die schon in aller Munde sind und in den Medien gepusht werden. Ich würde mir einfach mehr Überraschungen und besondere Empfehlungen wünschen. Viele Grüße Constanze

    Friederike

    Liebe Constanze,

    natürlich hast Du recht, es sind uns allen sehr bekannte Titel und „Ein wenig Leben“ ist ja auch schon auf der Bestseller-Liste. Jedoch glaube ich, dass viele Leser zum Beispiel den gerade erschienen Barnes und „I love Dick“ noch nicht auf dem Schirm hatten.
    Ich zum Beispiel hatte nur einen kurzen Text zu „I love Dick“ im Spiegel gelesen und gedacht: Ja, irgendwann liest Du es mal.
    Dadurch, dass es jetzt im Quartett besprochen wird, habe ich gleich danach gegriffen und bin begeistert. Was für ein Buch!

    Natürlich wären Überraschungen schön, besonders wenn sie sich dann durch die Besprechung im Quartett gut verkaufen. (Da spricht die Buchhändlerin in mir:) ) Fantes „1933 war ein schlimmes Jahr“, war eine solche und auch Jörg Magenaus „Princetons 66“ war ein toller Tipp.

    Allerdings glaube ich, dass die vier Kritiker ihre Titel schon sehr frühzeitig einreichen müssen, damit alle Kritiker die vier Titel auch lesen können, besonders wenn es sich um einen Wälzer wie „Ein wenig Leben“ handelt. Zum Einreichungszeitpunkt sind es ja noch keine Bestseller, auch wenn es bei „Ein wenig Leben“ absehbar gewesen ist.

    Ich jedenfalls bin glücklich mit der Auswahl und hoffe, dass ich „I love Dick“ und vielleicht auch den Barnes vor dem Quartett durch haben werde, zumal ich mich ärgern würde, wenn ich bei der Hälfte wäre und mir wieder einer der Kritiker das Ende verrät und das Buch zerquatscht. Das ist ja alles schon mal vorgekommen :).

    Viele Grüße,
    Friederike

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