Der Literatur – SPIEGEL im März 2016 – Meine Highlights

Der Literatur – SPIEGEL im März 2016 – Meine Highlights

Auch diese Ausgabe des Literatur-Spiegels enthält wieder viele interessante Bücher, die ich sehr gerne lesen würde. Wobei ich allerdings jetzt schon weiß, dass ich es wahrscheinlich nicht schaffen werde. Was aber gar nicht so dramatisch ist, denn ich freue mich auch einfach gerne darüber, dass es so viele spannende Bücher gibt und dass mir der Lesestoff wohl nie ausgehen wird.

Eines der vorgestellten Bücher habe ich bereits mit Begeisterung gelesen:

Vendela Vida: “Des Tauchers leere Kleider”

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Vor Jahren habe ich schon einmal ein Buch von Vendela Vida (die übrigens mit Dave Eggers verheiratet ist) gelesen und war sehr begeistert, denn sie hat einen schön dezent melancholisch-klirrenden und intensiven Tonfall.

Im vorliegenden Buch geht es um eine junge Frau,die auf der Suche nach der Identität und der Flucht vor der Vergangenheit von Florida nach Marokko reist. Das hört sich jetzt zugegebenermaßen nicht so außergewöhnlich und spannend an – das ist es aber, denn dieses Buch liest sich so, als ob Paul Auster eine etwas verrückte Version von  “Eat, Pray, Love” (Elizabeth Gilbert) geschrieben hätte.

Ich jedenfalls bin sehr begeistert.

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Thomas Glavinic: “Der Jonas-Komplex”

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Erstmal muß ich zugeben, dass ich “Die Arbeit der Nacht” von Thomas Glavinic trotz festen Vornehmens noch immer nicht gelesen habe. Aber ich besitze es und schiebe es von einem zu-lesen-Stapel zum anderen. Immerhin. Denn ich weiß, dass Glavinic toll schreiben kann, habe ich doch vor vielen Jahren “Das bin doch ich”, einen Roman über einen Autoren, der nicht so wirklich Erfolg hat und der Thomas Glavinic heißt, gelesen. „Das bin doch ich“ schaffte es übrigens im Jahre 2007 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Der Ausspruch der Mutter des Autors im Roman wird mir immer in Erinnerung bleiben: Schreib doch mal so wie der Daniel (Kehlmann)!

Zurück zum “Jonas-Komplex”, einem sehr umfangreichen Werk, in dem es unter anderem um ein Jahr im Leben eines in Wien lebenden Autoren geht. Thomas Glavinic wohnt übrigens auch in Wien und vielleicht schreibt er wieder über sich. Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch ein anderer Autor, der da bekokst auf der Flugzeugtoilette aufwacht und versehentlich eine delikate SMS an seine Agentin schickt.
Des Weiteren wird wohl viel getrunken im Roman und es tauchen diverse Figuren auf, die einem Tarantino-Film entsprungen sein könnten.

Das Ganze hört sich etwas durchgeknallt verschachtelt an und darauf habe ich jetzt richtig Lust.
Dieses Buch erscheint am 10.März 2016.

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Castle Freeman: “Männer mit Erfahrung”

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Als “knochentrockenen und grausamen Roman” beschreibt Wolfgang Höbel (Spiegel) dieses Buch und vergleicht es von der Art und Weise her mit den Romanen von Cormac McCarthy und DBC Pierre.

Es geht um Lillian, die in einem kleinen Kaff lebt und versucht Hilfe von der Polizei zu bekommen, da ein undurchsichtiger Typ namens Blackway wohl ihre Katze umgebracht hat. Der Sheriff verweist sie auf zwei kautzige Männer, die sich als zum einen betagt zum anderen als etwas beschränkt herausstellen, sich aber nicht abwimmeln lassen. Blackway kann sich auf etwas gefasst machen.

Stefan Mesch hat bereits die englische Version dieses Romanes gelesen.

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Thea Dorn: “Die Unglückseligen”

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Thea Dorns Schwerpunkt lag bei ihren bisherigen Veröffentlichungen entweder im Bereich Sachbuch (“Die deutsche Seele“) oder im Bereich Kriminalroman. Ich erinnere mich noch daran, wie ich zu Schulzeiten “Die Hirnkönigin” gelesen habe und diesen Krimi, in dem es um eine Dame geht, die sich an kulturbegeisterten Herren zu rächen scheint, sehr spannend fand. „Die Hirnkönigin“ wurde übrigens mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Mit “Die Unglückseligen” wagt Thea Dorn etwas Neues. Sie schreibt einen Wissenschaftsroman, der sich laut Anke Dürr (Spiegel) allerdings mehr als Märchen entpuppt.
Interessant finde ich diese Thematik dennoch, denn es geht um den Physiker und Philosophen Johann Wilhelm Ritter, der wirklich gelebt hat und zum Beispiel eine Vorform des Akkus erfand. In Wirklichkeit ist er früh verstorben. In Thea Dorns Roman lebt er auch heute noch, denn er ist unsterblich. Eine Wissenschaftlerin, die dafür forscht, den Tod abzuschaffen, versucht seine Unsterblichkeit zu erforschen.
Ob mir das zu abstrus ist, kann ich noch nicht sagen, dafür muß ich erst noch hineinlesen. Das werde ich aber auf alle Fälle tun.

Marina von literaturleuchtet hat dieses Buch bereits gelesen.

» Thea Dorn im Gespräch mit Denis Scheck über „Die Unglückseligen“ (Druckfrisch)

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Benedict Wells: “Vom Ende der Einsamkeit”

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Benedict Wells Roman: “Becks letzter Sommer” hat mir damals Spaß gemacht, allerdings konnte er mich mit “Fast genial” leider nicht überzeugen. Ich weiß, dass viele sehr angetan von diesem Buch gewesen sind, aber meins war es nicht. Geschmäcker sind eben verschieden. Allerdings klingt Benedict Wells neuer Roman wirklich interessant und die vielen begeisterten Besprechungen von „Vom Ende der Einsamkeit“ machen mich jetzt doch sehr neugierig.

In “Vom Ende der Einsamkeit” geht es um Jules, der mit seinen beiden Geschwistern sehr glücklich und behütet aufwächst. Bis die Eltern bei einem Unfall sterben.
Je älter die drei werden, desto mehr glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben, doch dem ist nicht so. Das müssen sie schmerzhaft feststellen, als die von der Vergangenheit eingeholt werden.

Die Klappentexterin, Papiergeflüster und Literaturen haben diesen Roman bereits besprochen.

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Nils-Momme Stockmann: “Der Fuchs”

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Bei diesem Buch, das für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist, weiß ich eigentlich von vorne herein, dass ich es nicht schaffen werde, es zu lesen. Leider. Aber hochinteressant finde ich es allemal.

Es geht um Finn, der in seiner norddeutschen Kleinstadt von einer Flut überrascht wird und sich aufs Hausdach rettet. Während er auf die Trümmer seiner Heimat blickt, beschwört er die Bilder seiner verdrängten Kindheit herauf, denn Finn hatte es nicht einfach. Sein Vater ist früh gestorben, sein Bruder ist behindert und Freunde hat er auch nicht viele. Das alles ist etwas trostlos, bis Katja in sein Leben tritt. Sie hat eine unglaubliche Phantasie und ist sehr mutig. Die beiden denken sich zusammen Geschichten aus, in denen es um Zeitreise geht und um Agenten, die den Heimatort überwachen.
Katja spinnt die Geschichten allerdings so weit, dass sie in der Psychiatrie landet und Finn fortan den Kontakt mit ihr meidet. Bis es ihm auf dem Dach nach der Flut wieder einfällt: Katja hatte in einer ihrer Geschichten die Flut kommen sehen.

Eine sehr lesenswerte Besprechung dieses Buches gibt es bei Zeilensprünge.

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4 thoughts on “Der Literatur – SPIEGEL im März 2016 – Meine Highlights
Constanze

Mich überzeugt der Literatur-Spiegel noch nicht so recht. Es fehlen mir ein wenig die Überraschungen, Geheimtipps. Zumal auch einiges an bücherfremden Inhalt (Ausstellungen, Musik, Filme) dort zu finden ist. Ich hole mir persönlich mehr an Anregungen von der Literarischen Welt und dem Bücher-Magazin. Viele Grüße

    Friederike

    Wirkliche Geheimtipps sind nicht dabei. Da stimme ich Dir voll und ganz zu.
    Ich glaube für Leser, die die nicht so informiert sind, bietet diese Beilage einen guten Einblick in die aktuellen Neuerscheinungen und aus beruflichen Gründen freue ich mich über generell über jede Beilage, in der Bücher vorgestellt werden. Ich bin da eher pragmatisch :).

Marina Büttner

Ich lese gerade Thea Dorns „Die Unglückseligen“ und bin im letzten Drittel. Die Geschichte ist wirklich sehr schräg, aber sowas liebe ich. Es ist ein Pendeln zwischen deutscher Romantik (auch, was die Sprache angeht) und aktuellster Biowissenschaft. Und dem ewigen Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft. Und der Frage: Ist Sterben sinnvoll, damit das Leben wertvoll ist. Ich mag das Buch.

Friederike

Das hört sich gut an!
Da ich bisher keine wirklichen Besprechungen finden konnte freue ich mich um so mehr auf Deine.

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