Die Literatur-Beilage der Zeit zur Frankfurter Buchmesse 2017 – Meine Highlights

Die Literatur-Beilage der Zeit zur Frankfurter Buchmesse 2017 – Meine Highlights

Nach dem Literatur-Spiegel zur Frankfurter Buchmesse und der Bücher-Beilage der Brigitte, habe ich nun einen Blick in die aktuelle Literatur-Beilage der Zeit geworfen.
In dieser befindet sich, neben einem interessanten Artikel über Frankreich von Iris Radisch, zum Beispiel ein Text über den neuen Roman von Daniel Kehlmann (“Tyll”), der gerade erschienen ist.

Das sind meine Highlights dieser Ausgabe:

Alain Mabanckou: “Die Lichter von Pointe-Noire”

23 Jahre lang ist der kongolesische Schriftsteller Alain Mabanckou seiner Heimat fern geblieben. Nun kehrt er in seine Geburtsstadt Pointe-Noire zurück.
Die weitläufige Verwandtschaft freut sich darüber, zumal aus Mabanckou ein erfolgreicher Autor geworden ist, der in Hollywood lebt.
Der Schriftsteller streift durch die Straßen und erinnert sich an seine Mutter, die starb, als er weit weg in Frankreich studierte. Aber er muss sich eingestehen, dass Erinnerung und Wirklichkeit manchmal weit auseinander liegen und dass einem ein vertrauter Ort auch fremd erscheinen kann.

Alain Mabanckou studierte Wirtschaftsrecht in Paris und arbeitete als juristischer Berater, bevor er Dozent bzw. Professor für Literatur in den USA wurde. Sein Werk ist bereits vielfach ausgezeichnet worden und erscheint in deutscher Sprache bei Liebeskind. Derzeit sind fünf seiner Romane lieferbar, die sehr interessant klingen.
Wie zum Beispiel “Morgen werde ich zwanzig”.
In diesem Buch geht es um den zehnjährigen Michael, der im Kongo lebt und dessen Mutter ein Schamane eingeredet hat, dass Michael den Schlüssel zu ihrem Bauch versteckt habe und sie deshalb kein weiteres Kind bekommen könne.

Auch in “Stachelschweins Memoiren” spielt der Autor mit dem afrikanischen Volksglauben, dass jeder Mensch einen Doppelgänger aus der Welt der Tiere habe. In diesem Fall geht es um ein Stachelschwein, das seine Herde verlässt, um fortan als Doppelgänger eines Zimmermanns in der Menschenwelt zu leben. Doch der Zimmermann führt nichts Gutes im Schilde…

Das klingt interessant!

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Tristan Garcia: “Faber. Der Zerstörer”

Faber hatte schon in der Schule etwas Gefährliches an sich. Faszinierend war er, cool und schlau – allerdings auch sehr unnahbar. Kein Wunder, dass Madeleine sich in ihn verliebt hat. Faber, Madeleine und Basile waren damals unzertrennlich und träumten von einer Welt voll Glück und Gerechtigkeit. Doch das ist Jahre her.

Als Madeleine Faber unvermittelt in einer Hütte in den Bergen antrifft, sitzt der Schreck tief, denn er ist vollkommen verwahrlost und scheint verrückt zu sein.
Sie nimmt ihn mit in den Ort, den sie nie verlassen hat, um sich gemeinsam mit Basile um ihn zu kümmern. Doch Faber geht es um etwas anderes, als darum eine alte Freundschaft wieder aufzuwärmen: Es geht um Rache.

Der Debütroman des Philosophen und Schriftstellers Tristan Garcia “Der beste Teil der Menschen” wurde in Frankreich mit Begeisterung aufgenommen. Seither hat er neben seinen Romanen, diverse philosophische Essays veröffentlicht.
Für großes Aufsehen sorgte “Das intensive Leben – Eine moderne Obsession”, das im Frühjahr bei Suhrkamp in deutscher Sprache erschienen ist. In diesem Text geht es darum, dass der Mensch in der heutigen Zeit der größtmöglichen Intensität nachjagt und so ständig unter Strom steht.

Gerade habe ich in “Faber” hineingelesen und muss sagen, dass sich dieser Roman sehr gut anliest.
Danke für den Tipp!

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SL Leselust und Dieter Wunderlich haben dieses Buch bereits besprochen.

 

» zum Interview mit Tristan Garcia (Spiegel Online)

» die FAZ über Tristan Garcia

 

Lize Spit: “Und es schmilzt”

Eva ist seit Jahren nicht mehr in Bovenmeer gewesen, aber den Weg zu Pims Bauernhof, den würde sie auch heute noch mit geschlossenen Augen finden.
Jedoch ist dieser Ort nicht nur Ort ihrer Kindheit, sondern auch der Ort, an welchem ihre Traurigkeit begann. Der Ort, an dem sich vor dreizehn Jahren etwas ereignet hat, an das Eva nicht einmal zu denken wagt.
Jetzt kehrt sie in ihr Dorf zurück. In ihrem Kofferraum befindet sich ein großer Eisblock.

Dieses Buch stand gleich nach seinem Erscheinen ein ganzes Jahr lang auf der belgischen Bestsellerliste und wurde unter anderem als bester Debütroman ausgezeichnet.
Auch hierzulande häufen sich die begeisterten Stimmen und ich selbst möchte es auch unbedingt noch lesen. Es liegt schon auf meinem Nachttisch parat.

Der Spiegel und Koreander haben dieses Buch bereits besprochen.

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Édouard Louis: “Im Herzen der Gewalt”

Édouard Louis Debütroman “Das Ende von Eddy” wurde zunächst von einem Verlag mit der Begründung, dass er zu unrealistisch sei abgelehnt. Louis antwortete, dass der Verleger im fernen Paris eben keine Ahnung habe, wie es sei, als homosexueller junger Mann in einem kleinen Dorf in der nordfranzösischen Provinz aufzuwachsen, so schreibt es Franziska Wolffheim in ihrem Artikel im Spiegel.

2015 wurde der autobiografische Roman schließlich veröffentlicht und zum internationalen Bestseller. Louis schreibt hier schonungslos über Mobbing, Diskriminierung und über die Gewalt, die ihm in seiner Heimat entgegen schlug und die ihn schließlich dazu brachte, dem Dorf zu entfliehen.
Louis ging nach Paris, studierte Soziologie und schrieb ein Buch über den Soziologen Pierre Bordieu.

Jetzt ist sein zweites Werk in deutscher Sprache erschienen, in welchem Louis beschreibt, wie er einen Mann kennen lernt und spontan mit in dessen Wohnung geht. Was als kleiner Flirt beginnt, endet mit einer Vergewaltigung.

Masuko13 und Zeilensprünge haben dieses Buch bereits besprochen.

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Salman Rushdie: “Golden House”

Im neuen Werk des indisch-britischen Schriftstellers geht es um Nero Golden, der in die USA gezogen ist und das Land, aus welchem er kommt am liebsten nie wieder hören möchte.
Golden selbst ist äußerst narzisstisch, skrupellos und ungemein ehrgeizig. Eines Tages beobachtet sein Nachbar, ein Filmstudent etwas im Hause Golden, das mehr als dekadent ist.

Dieses Buch wird kommenden Freitag im Literarischen Quartett besprochen (in meinem Artikel zu den Büchern zur Sendung befinden sich weitere Informationen zu Salman Rushdie und seinem Werk) und ich bin sehr gespannt, was die vier Kritiker zu diesem Werk zu sagen haben.

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» zur Besprechung im Spiegel und in der FAZ.


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