Emma Mills: „Jane & Miss Tennyson“

Emma Mills: „Jane & Miss Tennyson“

Dieses Buch hat mich vollkommen verzaubert, denn es wartet, so empfinde ich es, mit einer der schönsten Liebesszenen seit “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” auf.

Devon Tennyson ist siebzehn Jahre alt, lebt in einer amerikanischen Kleinstadt und versucht sich gerade vorzustellen, wie ihre Zukunft aussehen könnte. Klar, aufs College zu gehen wäre eine gute Idee, nur hat sie Probleme damit, eine Bewerbung aufzusetzen. Ihr fehlen die Extras im Lebenslauf. Sie hat nichts, worin sie wirklich gut ist und womit sie punkten kann. Keine besondere Interessen, außer der Lektüre von Jane Austens Romanen, keine sozialen Tätigkeiten und keine AGs, außer dem Besuch eines Kurses namens: “Wie bewerbe ich mich richtig fürs College”. Ob das jetzt so der Hit im Lebenslauf ist, sei einmal dahin gestellt.

Dennoch ist ihr Leben nicht langweilig, denn gerade ist ihr drei Jahre jüngerer Cousin Foster bei ihrer Familie eingezogen, da sich seine Mutter derzeit in keinem guten Zustand befindet. Jetzt hat sie also quasi einen Bruder dazu bekommen – einen Bruder, der anders ist, in seiner eigenen Welt zu leben scheint und sich für die AG “Zukünftige Revolutionäre der amerikanischen Wissenschaft” eingetragen hat. Das sagt eigentlich schon alles, oder?

Den Sportunterricht haben Devon und Foster zusammen, da Devon dieses Fach vor sich hergeschoben hat und in diesem Jahr dazu verpflichtet ist, daran teil zu nehmen. Am Neuntklässlersport mit lauter Mädchen, denen das Aussehen das Allerwichtigste ist  und die niemals ungestylt beim Unterricht auftauchen würden, aber da muß Devon jetzt eben durch.
Mit was sie aber nicht gerechnet hätte ist, dass noch ein weiterer Zwölftklässler in besagtem Sportunterricht auftaucht: Der neu in die Schule gekommen Footballstar Ezra, dem der Ruf voraus eilt, sehr mürrisch und unnahbar zu sein. Allerdings sieht er sehr gut aus.
Zu Devons Verwunderung nimmt er sich Foster gleich in der ersten Sportstunde an und es stellt sich heraus, dass Foster ein wahres Talent ist. 
Sollte sich Devon in den beiden Jungs doch getäuscht haben?

Obwohl in diesem Roman die klassischen amerikanischen Highschool-Themen wie Football, Liebe und die Suche nach dem College vorkommen, hebt sich “Jane & Miss Tennyson” wohltuend von der Masse der Highschool-Romane ab: Keine Mädchen-Cliquen-Zickereien, kein Über-den-Kamm-scheren, kein Drama und keine kitschige Lovestory, sondern eine wunderschöne Liebesgeschichte, wie man sie heutzutage nur selten findet.

Im Prinzip ist dieses Buch eine moderne Version eines Jane Austen Romans und dazu eine sehr gelungene.
Wir haben die Heldin Devon, die alles beobachtet und sich ihrer Gefühle nicht sicher ist. Ihrem besten Freund Cas ist sie sehr zugetan, weitaus mehr, als sie es sich bis jetzt eingestanden hat, doch sie hat Angst, dass er ihre Gefühle nicht erwidert und scheut sich davor ihn von den ihrigen in Kenntnis zu setzen.
Sie verbringen so viele schöne Stunden zusammen und das könnte für immer Vergangenheit sein, würde sie ihm erzählen, was sie wirklich fühlt. Außerdem hat er ab und an kleinere Liebschaften, auch wenn diese meist nur von kurzer Dauer sind, was Devon recht ist. Sie hofft, dass auch er nur zu einer einzigen großen Liebe fähig ist und vielleicht einfach gar nicht wahrnimmt, dass sie die ganze Zeit schon vor ihm steht –  in der Gestalt seiner besten Freundin.
Tja und dann ist da noch Ezra, unverkennbar ein Mr. Darcy, hinter dessen Fassade vielleicht doch ein ganz anderer, empfindsamer Mensch stecken könnte.

„Jane & Miss Tennyson“ ist aber auch ein Roman darüber, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist und dass jeder ein Talent in sich trägt. Vielleicht eines, das nicht so offensichtlich ist, wie zum Beispiel das Footballspielen. Vielleicht ein Verborgenes, dass es erst zu entdecken gilt, wie es bei Devon der Fall ist. Ob sie es entdecken wird, wie ihre Zukunft aussieht und wer darin eine Rolle spielen wird, das erfahren wir in diesem wirklich wunderbaren und einzigartigen Buch, bei dessen Lektüre ich von Herzen viel Vergnügen wünsche.

Ab 14 Jahren.

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ISBN:  978-3-551-56025-4
Erscheinungsjahr: 2016
Übersetzung: Katharina Diestelmeier
Verlag: Königskinder
Preis: 18,99 €


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3 thoughts on “Emma Mills: „Jane & Miss Tennyson“
Karin

Es wäre nur nett Katherina Diestelmeier zu erwähnen. Die hat es übersetzt und der ist es zu verdanken, dass das Buch auf Deutsch zu lesen ist. Alles Liebe Karin

    Friederike

    Da hast Du vollkommen recht.
    Ist erledigt :).

    Viele Grüße!

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