Noch mehr Weihnachtsgeschenktipps meiner Kolleginnen und mir // 2019

Noch mehr Weihnachtsgeschenktipps meiner Kolleginnen und mir // 2019

Meine Kolleginnen haben so viele tolle Tipps, dass ein Weihnachtgeschenke-Beitrag einfach nicht ausgereicht hat.
Daher kommt hier Teil zwei:

Marens Tipp:
Emmanuelle Pouydebat, Julie Terrazzoni: „Da drehte die Qualle die Zeit zurück – Vom genialen Können der Tiere“

Von Seefledermäusen (ja, richtig gelesen, SEEFLEDERMÄUSEN), die am Meeresgrund spazieren gehen, von Echsen, die übers Wasser laufen und von Insekten, die aussehen, wie eine Orchideenblüte erzählt uns hier die Verhaltensforscherin Emmanuelle Pouydebat und erweitert so unser Horizont.
Ergänzt werden diese kurzweiligen Porträts durch die traumhaften Illustrationen der Illustratorin und Kulissenmalerin Julie Terrazzoni.

So schön!

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Giselas Tipp:
Daniel Mason: “Der Wintersoldat”

Lucius ist der beste Medizinstudent seines Jahrgangs und von seinen Fähigkeiten sehr überzeugt. Als der erste Weltkrieg ausbricht meldet er sich freiwillig, zumal er denkt, dass sein Einsatzort bestens ausgestattet sein wird.
Doch dem ist nicht so. Im Gegenteil: Er wird in einer zum Lazarett umfunktionierten Kirche in den Karpaten eingesetzt.

Es ist eisig kalt, er hat nur eine einzige Mitarbeiterin (Margarete) an seiner Seite und ein großes Problem: Er muss feststellen, dass er nicht so begabt ist, wie er gedacht hat.
Genauer gesagt, dass es sinnvoll wäre, wenn er mit einem Skalpell umgehen könnte. So muss ihn die junge Margarete anlernen, denn Lucius kann schlichtweg gar nichts.

Die Arbeit ist hart und als ein schwer traumatisierter, bewußtloser Soldat eingeliefert wird trifft Lucius eine Entscheidung, die er sein Leben lang bereuen wird…

Gisela sagt: “ “Der Wintersoldat” ist ein hartes Buch, doch es ist auch ein Buch, das den Leser zufrieden zurücklässt. Dafür bewundere ich den Autoren sehr.
Unbedingt lesen!”

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Sigrids Geschenktipp
Ursula März: „Tante Martl“

Wenn man Tante Martl zum ersten Mal sieht, mag man sie für eine unscheinbare Frau halten, doch schaut (bzw. hört) man noch einmal hin, merkt man, was für ein besonderer Mensch sie ist.
Schon alleine der Auftakt eines Telefongesprächs mit ihr ist einzigartig: Zuerst kommt ein Stöhnen, das je nach Stimmungslage jammernd, ächzend, oder genervt klingen kann.
Man weiß zwar nun, wie sie drauf ist, aber was sie in die jeweilige Stimmung versetzt hat, das weiß man nicht.
Außer, es ist Sonntag und am vorhergehenden Abend ist eine Ausgabe “Wetten dass…?!” (mit ihrem Intimfeind Thomas Gottschalk, den sie nur „de dumm Lackaff“ nennt) über den Bildschirm geflimmert.

Tante Martl aber darauf zu reduzieren, dass sie sich gerne aufregt, würde ihr nicht gerecht werden.
Einer Frau, deren Vater sich immer nur Söhne wünschte und letzten Endes ausschließlich Töchter bekam. Einer starken Frau, die sich bis ins hohe Alter die Selbständigkeit bewahrt hat.

“Mit Wertschätzung und Humor schreibt Ursula März von ihrer Tante, die sie sehr geprägt hat und von der man nach der Lektüre des Romans nur sehr ungern Abschied nimmt.” sagt Sigrid.

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Silvia empfiehlt:
Juan Moreno: „Tausend Zeilen Lüge“

Juan Moreno schreibt hier nicht nur über den Fall des Spiegel-Journalisten Claas Relotius, dessen Reportagen preisgekrönt und größtenteils erfunden waren, sondern stellt sich auch die Frage, weshalb diese Artikel nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft worden sind.
Ging es hier schlichtweg um eine hohe Auflage oder vielleicht auch darum, dass man sich dachte, dass der Leser Geschichten brauche – und keine Wahrheiten…?

„“Tausend Zeilen Lügen” ist spannend wie ein Krimi und zudem brillant und packend geschrieben.” so Silvia.

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Antje empfiehlt:
Charlotte Roth: „Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit“

Wer kennt ihn nicht: Michael Ende und seine Bücher wie zum Beispiel “Die unendliche Geschichte”, oder “Jim Knopf”.
Die Schriftstellerin Charlotte Roth nähert sich in diesem Buch der Person Michael Endes und erzählt unter anderem davon, wie der Autor auf seine Geschichten gekommen ist und wer ihn zu seinen Figuren inspiriert hat.
Dabei hat sie sich ganz bewusst für einen Roman und gegen eine Biografie entschieden, zumal sie so freier agieren konnte.
Aus der Luft gegriffen ist dieses Buch jedoch nicht, denn Charlotte Roth hat sich zum Beispiel intensiv mit Roman Hocke, einem renommierten Michael-Ende-Kenner, ausgetauscht.

“Ich bin vollkommen begeistert von diesem Buch. Auch wenn man Michael Endes Bücher noch nicht kennt, ist diese Lektüre unglaublich bereichernd.
Und wer Jim Knopf & Co bereits gelesen hat, der wird Lust bekommen diese erneut zu lesen. Wie ich.”

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Meine Empfehlung:
David Mitchell: „Slade House“

Wenn sie auch fragen, niemand scheint je das “Slade House” oder seine Bewohnerin Lady Grayer zu kennen. Was für ein Mist. Um drei sollten sie dort sein und jetzt ist es schon zehn vor!
Da entdecken Nathan und seine Mutter eine kleine schwarze Tür in der Mauer. Beide sind sich sicher, dass diese vor fünf Minuten noch nicht dort gewesen ist.
Aber egal, denn hinter dieser Tür ist es: Das” Slade House”, das von knallrotem Efeu bewachsen ist.

Szenenwechsel.

Neun Jahre später steht Inspektor Edmonds an genau der gleichen Stelle. Hier haben Nathan und seine Mutter einen Herrn nach dem “Slade House” gefragt.
Seitdem sind sie nie wieder gesehen worden…

Seit ich “Die tausend Herbste des Jacob de Zoet” gelesen habe bin ich ein David-Mitchell-Fan. Sein neuester Roman “Slade House” hat mir wieder bewußt gemacht, weshalb das so ist: Ich kenne keinen anderen Schriftsteller, dem es (scheinbar mühelos) gelingt, Geschichten miteinander zu verweben, Zeitebenen miteinander zu verknüpfen und eine spannende Geschichte zu konstruieren, die man nicht mehr aus der Hand legen kann.
Einfach genial!

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Marens Geschenkempfehlung:
Susanne Wedlich, Judith Schalansky (Hg.): „Das Buch vom Schleim“

Ein Buch über Schleim ist längst überfällig gewesen. Ohne das zunächst bescheiden erscheinende Material, wäre das Leben an sich gar nicht möglich. Überspitzt formuliert: Der Schleim hält uns zusammen. Er beschützt unser Inneres, indem er die guten Mikroben umsorgt und die schlechten hinauswirft.
Aber nicht nur für den Menschen ist der Schleim sehr hilfreich, auch zum Beispiel die Schleimaale sind sehr froh, dass es ihn gibt. Er hält ihnen nämlich zum Beispiel die Haie vom Leib.

Dieses Buch besteht allerdings nicht nur aus biologischen Fakten, sondern streift alle Bereiche. Susanne Wedlich entwickelt zum Beispiel auch eine Theorie darüber, weshalb in Grusel/Horrorfilmen (wie zum Beispiel im Kultfilm “Ghostbusters” aus dem Jahr 1984) mit viel Schleim gearbeitet wird und weshalb das Material als Kinderspielzeug nach wie vor in ist.

Hochinteressant!

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Gisela empfiehlt:
Rhiannon Navin: “Alles still auf einmal”

Im Schrank ist es sehr heiß und so langsam wird die Luft ganz stickig. Aber die Tür zu öffnen kommt für Zack nicht infrage, denn draußen sind Schüsse zu hören.
Irgendetwas Furchtbares geschieht im Klassenzimmer.
Zack wird gerettet, doch sein Bruder Andy überlebt den Tag nicht. Für Zack und seine Eltern wird nichts mehr so sein, wie zuvor. Dass die Familie auseinanderzufallen droht, ist nicht verwunderlich.
Doch niemand hat damit gerechnet, dass es Zack sein wird, der seine geliebten Eltern aus der Verzweiflung führt.

Gisela sagt: “Ich wäre am liebsten ins Buch gestiegen, um Zack zu umarmen.
Verschenkt habe ich “Alles still auf einmal” auch schon und der Beschenkten ging es genauso.
So ein tolles Buch.”

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Mein Tipp:
Ian McEwan: „Solar“

Michael Beard hat vor Jahren den Nobelpreis für Physik bekommen. Doch für die aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet interessiert er sich inzwischen nicht mehr wirklich.
Sein Name steht nicht mehr unter wissenschaftlichen Artikeln, sondern ist eigentlich nur noch auf Briefköpfen zu finden.
Das ändert sich, als ihm ausgerechnet sein größter Konkurrent ein Angebot macht. Ein Angebot, das kriminelle Energien freisetzt und bei dem es alles andere als sauber zugeht…

Neben “Abbitte” ist “Solar” mein Lieblingsbuch des britischen Schriftstellers, denn hier zeigt er erstmals, wie witzig er schreiben kann.
Es ist zwar einige Jahre her, dass ich dieses Buch gelesen habe, aber diese eine brillante Szene mit der Chipstüte, die habe ich noch immer vor Augen.
Toll!

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