Der Literatur-SPIEGEL im August 2016 – Meine Highlights

Der Literatur-SPIEGEL im August 2016 – Meine Highlights

Im August erscheinen so viele spannende Bücher, dass ich gar nicht weiß, mit welchem Roman ich anfangen soll.
Der Literatur-Spiegel hat einige Neuerscheinungen aufgegriffen, besprochen und mir die Entscheidung somit leichter gemacht.

Nachdem ich meine aktuelle Lektüre (“Gebete für die Vermissten” von Jennifer Clement, ein Buch von welchem ich gerade sehr begeistert bin und in dem es um die Zustände im von Drogenkartellen gebeutelten Land Mexiko geht) beendet habe, werde ich mit dem Roman beginnen, dessen Autorin das Titelblatt des Literatur-Spiegels ziert.
Mit Emma Clines: “The Girls”.

Emma Cline: “The Girls”

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Zunächst dachte ich, es handele sich bei diesem Titel um einen Sommerroman in einer Hippie Kommune.
Nachdem ich allerdings in diversen Texten zum Buch den Namen “Charles Manson” (ein amerikanischer Krimineller, dessen Kommune (die Manson Family) 1969 weltweit bekannt wurde, als sie sieben Menschen umbrachte) entdeckte, merkte ich, dass dieses Buch so sommerlich leicht nicht sein kann – was mich natürlich neugierig machte. “The Girls”liegt hier schon parat und ich freue mich sehr darauf.

Update: Inzwischen habe ich dieses Buch gelesen und bin sehr begeistert.
» zu meiner Besprechung. 

Cornelia von literate Wanderlust und Hauke von leseschatz und Mareike von Herzpotenzial haben dieses Buch ebenfalls gelesen und besprochen.

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Donald Ray Pollock: “Die himmlische Tafel”

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Donald Ray Pollocks Bücher sind vor allem eins: Sehr düster.
Die Hoffnung dass es den Protagonisten vielleicht doch noch gelingen könnte, ein gutes Leben zu haben, stirbt zumeist schon nach wenigen Seiten – und genau darin liegt das Besondere an diesen Romanen. Denn wenn einer Hoffnungslosigkeit richtig gut schildern kann, dann ist es Donald Ray Pollock.

“Knockemstiff” von Pollock habe ich bereits gelesen und Birgit von Sätze & Schätze ebenfalls. “Das Handwerk des Teufels”, ein Kriminalroman, für welchen Pollock sowohl mit dem Grand prix de littérature policière und dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet worden ist, steht bei mir seit einiger Zeit im Regal. Noch ungelesen, doch das wird sich sicherlich bald ändern.
Die dunklen Felle hat die Lektüre bereits hinter sich und zeigt sich beeindruckt.

In seinem neuen Buch “Die himmlische Tafel” spielt im Jahr 1917 auf einer Farm in Georgia. Pearl Jewett ist Farmer und möchte sich durch seine Armut auf Erden einen Platz an der “Himmlischen Tafel” im Jenseits verdienen. Seine drei Sohne müssen mitleiden, ob sie nun wollen, oder nicht.
Als der Vater stirbt, müssen sich die Jungs alleine durchschlagen und beginnen plündernd durchs Land zu reiten – genauso wie der Held des einzigen Buches, das sie außer der Bibel kennen.
Sie treffen auf einige andere schießwütige Diebe und müssen feststellen, dass ihre Vorstellung vom Himmel auch die Hölle sein kann.

Mamoulians Geschichten hat dieses Buch bereits gelesen und besprochen.

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Katja Lange-Müller: “Drehtür”

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Ich selbst durfte die vielfach ausgezeichnete Autorin aus Berlin bei ihrem “Hausbesuch” in Freiburg erleben und habe eine sehr eloquente, direkte und humorvolle Frau kennengelernt, die kein Blatt vor den Mund nimmt.
Gerade hat sie die Frankfurter Poetik Vorlesung gehalten und sprach dort über die Bedingungen und Grundlagen ihrer literarischen Arbeit.

In wenigen Tagen erscheint nun ihr neuer Roman “Drehtür”, in dem es um eine Krankenschwester geht (Katja Lange-Müller war selbst einmal in diesem Beruf tätig), die aus ihrem letzten Job herausgemobbt worden ist.
Nun steht sie an einer Drehtür am Münchener Flughafen, beobachtet die Menschen und erinnert sich an Episoden aus ihrem Leben.

Ich bin sehr gespannt auf dieses Buch. Es wird am 11.August 2016 erscheinen und ich könnte mir vorstellen, dass wir es auf der Longlist des Deutschen Buchpreises in diesem Jahr antreffen werden. Aber das ist jetzt reines Bauchgefühl.

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Paula Fürstenberg: “Familie der geflügelten Tiger”

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“Familie der geflügelten Tiger” ist der Debütroman der in Postdam aufgewachsenen Autorin Paula Fürstenberg und sie schreibt über etwas, was sie selbst so nie kennen gelernt hat, da sie 1987 geboren worden ist: Über die DDR. Beziehungsweise darüber, was ist, wenn man keine Erinnerung an das Land hat, in dem man geboren wurde und darauf angewiesen ist, dass andere etwas von diesem Land erzählen, damit man seine eigene Geschichte verstehen kann.

Johannas Vater ist kurz vor dem Mauerfall in den Westen geflohen. Sie hat ihn nie kennengelernt, denn sie war damals erst zwei Jahre alt. Nun macht sie eine Ausbildung als Straßenbahnfahrerin in Berlin und lacht über DDR Witze, die sie allerdings gar nicht versteht.
Ihr Leben verläuft ganz gut, bis sich ihr Vater plötzlich wieder meldet und mit ihm zahlreiche und vor allem widersprüchliche Versionen seines Verschwindens auftauchen.

Dieses Buch erscheint am 11.August 2016 und ich kann mir ebenfalls vorstellen, dass es ein Kandidat für die Longlist des Deutschen Buchpreises sein könnte. Aber wir werden sehen.

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Bov Bjerg: “Die Modernisierung meiner Mutter”

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Bov Bjergs Buch “Auerhaus” schaffte es in diesem Jahr auf die Spiegel-Bestsellerliste, woran das Literarische Quartett nicht ganz unschuldig gewesen ist: Alle vier Kritiker zeigten sich begeistert von diesem Roman. Besonders Maxim Biller, der “Auerhaus” für das Quartett ausgesucht hatte.
Ich selbst habe dieses Buch sehr gerne gelesen, beschreibt es doch die Zeit, in der auch ich aufgewachsen bin. Eine Zeit, in der es noch keine Handys gegeben hat.
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Bov Bjerg hat am Literaturinstitut in Leipzig studiert und selbst einige Lesebühnen in Berlin ins Leben gerufen. Des Weiteren arbeitete er beim Musikkabarett und war Redakteur des Satiremagazins Eulenspiegel.

In “Die Modernisierung meiner Mutter” sind nun einige der besten Geschichten von Bov Bjerg versammelt.
Eigentlich hatte ich gar nicht vor, dieses Buch zu lesen, doch nach der Lektüre des Artikels im Literatur-Spiegel habe ich richtig Lust auf diese humorvollen, und manchmal doch traurigen Geschichten bekommen.

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P.S. Ein weiterer von mir sehr geschätzter Berliner Lesebühnenautor ist Jochen Schmidt. Seine Geschichten sind herrlich lakonisch und ich liebe es ihm zuzuhören.
Bücher hat er natürlich auch geschrieben. Eines davon ist der Roman “Schneckenmühle”, der mir sehr gut gefallen hat.


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4 thoughts on “Der Literatur-SPIEGEL im August 2016 – Meine Highlights
Marina Büttner

Sehr gespannt, was du zu „The girls“ sagst. Es gibt ja so widersprüchlicher Besprechungen dazu …

Friederike

..ich bin auch sehr gespannt, da ich ebenfalls bereits auf unterschiedliche Reaktionen gestoßen bin. Doch irgendwie glaube ich, dass es richtig gut sein wird und hoffe, nicht enttäuscht zu werden.
Naja, wir werden es sehen…

Viele Grüße,
Friederike

Silvia

An The Girls kommt man irgendwie nicht vorbei, ich habe das Gefühl alle hätten es schon gelesen. Den Rest der von dir vorgestellten Bücher sagt mir gar nichts, einige davon wandern auf meine Beobachtungsliste!

Hauke

Moin!
Vielen Dank für den netten Link zum „Leseschatz“
Herzliche Grüße, Hauke

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