Der Literatur-Spiegel im November 2017 – Meine Highlights

Der Literatur-Spiegel im November 2017 – Meine Highlights

In nächster Zeit erscheinen viele Romane auf die ich mich sehr freue und einige davon werden in dieser Ausgabe des Literatur-Spiegels besprochen.
Mein Jahreshighlight jedoch ist bereits erschienen: Deborah Feldmans “Überbitten”.
Der Spiegel-Journalist Alexander Smoltczyk hat die Autorin getroffen und berichtet davon im Magazin.

Das sind meine Highlights des aktuellen Literatur-Spiegels:

John Green: “Schlaft gut ihr fiesen Gedanken”

Aza hat zu viele Probleme mit sich selbst, als dass sie auch nur einen Gedanken daran verschwenden würde, sich auf die Suche nach dem verschwundenen Millionär Russell Pickett zu begeben. Ganz im Gegensatz zu ihrer Freundin Daisy, die keine Furcht kennt.
Als jedoch eine Belohnung von 100.000 Dollar für denjenigen ausgelobt wird, der Mr. Pickett findet, lässt sich Aza dann doch überreden und muss sich ihren Ängsten und ständig kreisenden Gedanken stellen.

John Green weiß, wovon er schreibt, denn er selbst leidet seit seiner Kindheit unter einer Angststörung, bzw. Zwangsstörung. Für ihn, so schreibt die Spiegel-Autorin Maren Keller, war das Schreiben eine Art Therapie, eine Flucht vor den eigenen Gedanken.

Nach dem Erfolg von “Das Schicksal ist ein mieser Verräter”, hatte er Angst, dass er nie wieder ein Buch schreiben könne, das an dieses heranreichen würde. Das Schreiben, das eigentlich therapeutisch war, wurde zum Problem.

Das kann ich gut verstehen, denn “Das Schicksal ist ein mieser Verräter” ist wirklich besonders. Ich habe damals lange gezögert, bevor ich zu diesem Kultbuch gegriffen habe. Mir wurde von allen Seiten von diesem Roman vorgeschwärmt und ich hatte so hohe Erwartungen, dass ich dachte, dass diese sowieso nicht erfüllt werden könnten.
Wurden sie aber. Mich hat die Geschichte der beiden krebskranken Jugendlichen so berührt, dass mir sogar die Tränen gekommen sind – und das passiert mir sehr selten.
Danach las ich “Margos Spuren” und muss sagen, dass es ein schönes Jugendbuch war, mehr jedoch nicht. Kein Vergleich zu “Das Schicksal ist ein mieser Verräter”.
Wenn der Leser schon eine solche Erwartungshaltung hat, wie muss es dann erst dem Schriftsteller selbst gehen?

John Green erzählt offen von seiner Angststörung und hat eigene Bewältigungsstrategien entwickelt. Eine könnte das Schreiben über Gedanken und Ängste sein und das Entwickeln einer Figur, die diese Ängste in sich trägt.
Dieser Figur hat John Green mit “Schlaft gut ihr fiesen Gedanken” eine Geschichte gegeben und einen Roman geschrieben, der den Leser fühlen lässt, wie es ist, in seinen Gedanken gefangen zu sein. Laut Maren Keller ist ihm das sehr gut gelungen.
Da bin ich gespannt.

Dieses Buch erscheint am 10.11.2017.

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Michael Cunningham: “Ein wilder Schwan”

Schon in seinem letzten Roman hat sich Michael Cunningham dem Bereich der Märchen zugewendet, denn “Die Schneekönigin” ist eine Variation des gleichnamigen Märchens von Hans Christian Andersen.
In “Ein wilder Schwan” erzählt er nun weitere Märchen neu (wie zum Beispiel Hänsel und Gretel, Rapunzel, oder auch Schneewittchen), transportiert sie in die heutige Zeit und gibt so mancher Geschichte ein anderes Ende.
Das ist bestimmt eine gute Weihnachtsgeschenkidee – dachte ich bevor ich den Artikel im Literatur-Spiegel las.

Der Spiegel-Autor Wolfgang Höbel sagt, dass Cunningham eine “hochgebildete, elegante Untertreibungskunst” pflege, was hochinteressant klingt. Aber er schreibt auch, dass es sich um Gruselfabeln in einem Albtraumuniversum handele und führt als Beispiel Cunninghams Version von “Hänsel und Gretel” an, in der das Geschwisterpaar gut aussehend, eitel und von Kopf bis Fuß tätowiert bzw. gepierct ist.
Da muss ich noch einmal überlegen, wem ich das schenke. Aber für mich selbst, wäre das vielleicht wirklich etwas. Danke für diesen Tipp.

Diese neue “Märchensammlung” erinnert mich daran, dass sich Michael Cunninghams Roman “Die Stunden” schon seit Jahren ungelesen in meinem Regal befindet.
In diesem Buch geht es um zwei Frauen und die Schriftstellerin Virginia Woolf, die sich in unterschiedlichen Jahrzehnten mit dem Roman “Mrs. Dalloway” beschäftigen, bzw. diesen verfassen. Für „Die Stunden“ ist Michael Cunningham unter anderem mit dem Pulitzer-Preis und dem PEN/Faulkner-Award ausgezeichnet worden.
Die Verfilmung des Titels “The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit” war für neun Oscars nominiert und Nicole Kidman erhielt diesen Preis in der Kategorie “Beste Hauptdarstellerin”.

Bevor ich mir diesen ansehen werde, lese ich auf jeden Fall erst einmal das Buch und vertreibe mir die Zeit, bis “Ein wilder Schwan“ erscheint.

Dieses Buch erscheint am 13.11.2017.

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Joachim Meyerhoff: “Die Zweisamkeit der Einzelgänger”


Seit ich in der Verlagsvorschau gesehen habe, dass ein neues Buch von Joachim Meyerhoff erscheint, bin ich voller Vorfreude.

“Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war” fand ich  grandios. Hier geht es um Joachim, dessen Vater Leiter einer Kinder- und Jugendpsychiatrie ist. Das Haus der Familie befindet sich auf dem Gelände der Einrichtung und so kommt es, dass Joachim Freunde hat, die anders sind, als andere.
Ich habe während dieser Lektüre so viel gelacht und dachte, dass es Meyerhoff sicherlich nicht noch einmal gelingen würde, mir so ein wunderbares Leseereignis zu bereiten.

Falsch gedacht, denn mit dem Nachfolgeband “Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke” hat er einen weiteren Knaller geschrieben. Ich werde mich immer daran erinnern, wie er als Schauspielschüler einen Kafka-Monolog als Nilpferd vortragen sollte.

Jetzt dürfen wir Joachims Leben weiterverfolgen (und im aktuellen Literatur-Spiegel einen Vorabdruck lesen), denn in “Die Zweisamkeit der Einzelgänger” schreibt der Autor davon, wie er als erfolgloser Jungschauspieler in der Provinz landet und seiner ersten, zweiten und dritten großen Liebe des Lebens begegnet. Gleichzeitig.

Das wird ein Hit! Ich freue mich sehr auf diese Lektüre, die am 9.11.2017 erscheinen wird.

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Matthew Weiner: “Alles über Heather”

Matthew Weiner ist Regisseur, Autor und Produzent und kreierte unter anderem die US-Serie “Mad Men”, die vielfach ausgezeichnet worden ist. Des Weiteren produzierte und schrieb er für die Serie “The Sopranos”, die ebenfalls viele Preise gewonnen hat.

Nun legt er mit “Alles über Heather” seinen ersten Roman vor, in dem es um Karen und Mark geht, die spät heiraten, ein Kind bekommen und ein (materiell gesehen) sorgenfreies Leben in New York führen.
Als Heather jedoch in die Pubertät kommt, wendet sie sich von Karen ab, was diese nicht verkraftet.

Im zweiten Erzählstrang geht es um Bobby, der in ungleich deprimierenderen Verhältnissen aufgewachsen ist. Seine Mutter ist ein Junkie, Bobby macht schon früh Bekanntschaft mit dem Gefängnis und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch.
Einer dieser Jobs führt ihn in das Gebäude, in dem Heather und ihre Eltern leben…

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Juli Zeh: “Leere Herzen”

Britta und Babak sind desillusioniert und und denken pragmatisch. Vielleicht sind sie auch deshalb so erfolgreich, denn sie haben sich damit abgefunden, dass die Welt eben so ist, wie sie ist.
Jedenfalls haben sie beschlossen, sich nicht mehr dafür verantwortlich zu fühlen, wenn irgendetwas in dieser Welt schief läuft und haben eine eigene Firma gegründet, durch die sie sehr reich geworden sind.
Allerdings halten sie ihr Tätigkeitsfeld geheim. Das ist auch besser, denn so manchem dürfte es nicht passen, dass sie den Tod zu Geld machen.

Ich muss gestehen, dass ich Volker Weidermanns Text nur überflogen habe, zumal ich dieses Buch unbedingt noch lesen und mich nicht beeinflussen lassen möchte.
Mit Zehs letztem Roman “Unterleuten” hatte ich sehr viel Vergnügen, ebenso mit ihrem Text “Treideln”, in welchem sie darüber schreibt, wie es ist Schriftstellerin zu sein. Daher freue ich mich auf ihr neues Werk, das am 13.11.2017 erscheinen wird.

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