Meera Sodha: “Original Indisch – Über 130 Familienrezepte”

Meera Sodha: “Original Indisch – Über 130 Familienrezepte”

Eigentlich dachte ich immer, dass die indische Küche zeitaufwendig und sehr kompliziert zuzubereiten sei.
Dank Meera Sodha weiß ich jetzt, dass das überhaupt nicht stimmt und die indische Küche eigentlich nur eins ist: Wahnsinnig lecker!

Nachdem ich durch Jamie Olivers “5-Zutaten-Küche” Gefallen am Kochen gefunden habe, habe ich mich mit “Simple” von Yotam Ottolenghi an 10-Zutaten-Rezepte gewagt und gemerkt, dass mir die orientalisch-würzige Küche sehr zusagt.
Wenn ich an “würzig” denke, denke ich automatisch auch an die indische Küche, die ich schon immer gerne gemocht habe. Was lag da näher, als mir ein indisches Kochbuch anzuschaffen?!

Meine Wahl fiel auf Meera Sodhas “Original indisch”, weil wir es in der Buchhandlung seit Jahren gut verkaufen – und weil das Wort “einfach” vorne drauf steht.
Außerdem hatte ich mir die Zutaten mal grob angeschaut und festgestellt, dass man zur Zubereitung eigentlich gar keine außergewöhnlichen Dinge braucht. Gewürze, wie Kurkuma und Kreuzkümmel bekommt man in jedem Supermarkt.

Außerdem hatte ich mich schon beim Reinblättern festgelesen, zumal Meera Sodha eben nicht nur Rezepte aufgeschrieben hat.
Sie lässt uns an der Geschichte ihrer Familie teilhaben und teilt Alltagssituationen mit uns, die sich auf die jeweiligen Rezepte beziehen. In charmantem Plauderton schreibt Meera (die mit 18 ihren Heimatort Lincolnshire verlassen hat, um in London zu studieren) zum Beispiel zu “Mamas Hähnchen-Curry”:

“Was das Essen anging, so war ich einem abenteuerlustigen jamaikanischen Mensakoch ausgeliefert, der solche Köstlichkeiten wie “Mais-Erdbeer-Salat” kreierte und alles großzügig mit Pfeffer veredelte. Ich dachte bei jedem Bissen an Zuhause und mein Wohlfühlessen, das Hähnchen-Curry meiner Mutter.”

Nachdem ich “Original indisch” inzwischen rauf – und runtergelesen habe, habe ich irgendwie das Gefühl fast schon zur Familie Sodha zu gehören.
Man muss also gar nicht unbedingt kochen wollen, um sich dieses Buch anzuschaffen.
Da einem aber schon alleine bei den Beschreibungen der Gerichte das Wasser im Mund zusammenläuft, wird man quasi zwangsläufig Kochlöffel zur Hand nehmen.

Das erste Rezept das ich mir zum Nachkochen ausgesucht hatte war das

Hähnchen-Curry mit Pistazien & Joghurt

Das erste Rezept, dass ich aus einem Kochbuch nachkoche ist zumeist ausschlaggebend dafür, ob ich ein Kochbuch toll finde, oder nicht. Wenn es nichts ist und das zweite dann auch nicht so gut ist, dann hält sich meine Lust, noch weitere Rezepte daraus auszuprobieren in Grenzen.
Deshalb suche ich mir nach der Anschaffung immer ein Rezept aus, von dem ich denke, dass es besonders lecker werden könnte.
Fleisch bereite ich sehr selten zu und gerade deshalb habe ich mir dieses “Hähnchen-Curry” ausgesucht. Es sollte etwas Besonderes sein.
Meera Sodha schreibt in der Einleitung, dass dieses cremige und milde Curry eines Maharadschas würdig sei.
Wenn das nicht besonders ist, weiß ich auch nicht.

Die Zutaten sind zunächst nicht außergewöhnlich: Ingwer, Knoblauch, Zwiebeln, Tomaten, Hühnerbrühe, Hähnchenoberschenkel und (das ist das Besondere) frisch gemahlene Pistazien.
Des weiteren kommen natürlich die Gewürze dazu: schwarzer Pfeffer, Zimt, Koriander, Kardamom, Cayennepfeffer und Salz.
Das Schwierigste war für mich das Zerteilen der Hähnchenoberschenkel in 2 cm Würfel, zumal mein Messer nicht scharf war. (Aber die Mühe hat sich definitiv gelohnt!)
Inzwischen habe ich mir einen Messerschärfer zugelegt, das erleichtert die Zubereitung sehr! Ich kann das nur empfehlen.

Alles andere ist sehr einfach: Zwiebeln sehr lange karamellisieren, Knoblauch und Ingwer hinzufügen.
Dann die Tomaten dazugeben, die Pfanne abdecken (Ein Deckel ist hier von Vorteil. Ich hatte keinen. Habe mir dann mit Alufolie geholfen, das ging auch. Inzwischen habe ich aber meine Pfanne nachgerüstet.) und kurz köcheln lassen. Danach Gewürze, sowie die Fleischwürfel in die Pfanne geben und alles anbraten.
Dann die gemahlenen Pistazien und die Brühe unterrühren, abdecken und köcheln lassen.
Nach 15 Minuten ist das Curry dann fertig.
So einfach – und so lecker!!!!

Im Rezept wird noch Joghurt hinzugefügt. Ich habe es an einer kleinen Menge ausprobiert und festgestellt, dass ich das Curry lieber ohne Joghurt mag.
Würziger eben.

Tantchen Harshas Naan

Nach diesem Erfolg habe ich direkt weiter gekocht und mich an das Backen von Naan-Broten gewagt. Zunächst konnte ich es kaum glauben, aber diese Brote macht man einfach in der Pfanne!
Man braucht nur Mehl, Rapsöl, Joghurt, Trockenhefe, Zucker, Salz, Backpulver und lauwarme Milch.
Das alles wird verknetet das ist anfangs etwas klebrig, aber mit der Zeit wird es besser) und dann muss der Teig eine Stunde ruhen.
Anschließend wird er in Portionen aufgeteilt und in der Pfanne insgesamt zwei Mal von jeder Seite jeweils 20-30 und 10-15 Sekunden angebraten.
Fertig!

Inzwischen mache ich diese Brote öfter, da sie wirklich einfach und superlecker sind und man keinen Backofen braucht. Ich mag sie ehrlich gesagt auch viel lieber als Reis.

Ich habe aus diesem Kochbuch schon einige Gerichte nachgekocht und kein einziges hat mich enttäuscht.
Durch dieses Rezept hat sich sogar meine Abneigung gegen Blumenkohl in Begeisterung verwandelt:

Gebackener Blumenkohl mit Kreuzkümmel Kurkuma & Zitrone

Bisher kannte ich Blumenkohl eigentlich nur als gekochte Beilage, mit weißer Sauce, oder roh im Salat. Dass ich Blumenkohl bisher gerne gegessen hatte, kann ich nicht sagen.
Im Einleitungstext zu diesem Rezept schreibt Meera Sodha, dass Blumenkohl mit ein paar Gewürzen im Ofen gebacken, seinen Geschmack so verändert, dass man ihn nicht wiedererkennt.
Ich war sehr skeptisch, aber: Ja! Meera hat Recht!

Zunächst teilt man den Blumenkohl in Röschen und kocht diese 1 Minute lang in Wasser. Danach lässt man die Röschen abtropfen und ausdampfen.
In der Zwischenzeit mischt man Kreuzkümmelsamen, Salz, Cayennepfeffer und Kurkuma mit Rapsöl und überzieht den Blumenkohl damit.
Anschließend kommt das Ganze für eine halbe Stunde in den Ofen, wobei man alle 10 Minuten am Blech rütteln muss, damit der Blumenkohl gleichmäßig garen kann.
Vor dem Servieren, ein paar Spritzer Zitronensaft drüber: Fertig!

Und so sieht das dann aus:

Dieses Gericht (bzw. diese Beilage) ist der Hit! Ich bereite es oft zu, mache etwas mehr und nehme die Reste am nächsten Tag zur Arbeit mit und esse sie in der Mittagspause mit Brot.
Aromatisch, lecker und einfach prima!
(Und ohne Knoblauch, denn da ich ja in der Buchhandlung arbeite, kann ich mittags nichts mit Knoblauch essen. Das würde man ja meinem Atem anmerken..)

Genauso einfach, aber noch schneller fertig, sind die

Grünen Bohnen mit Ingwer und Senfsamen

Öl erhitzen, Senfsamen und Sesamsamen hinzugeben und anrösten. Bohnen in die Pfanne, anbraten und geriebenen Ingwer dazu. Wieder anbraten.
Danach Tomatenmark, Kurkuma, Salz und Pfeffer hinzufügen.
Abgedeckt ein paar Minuten köcheln lassen.
Fertig!

Wenn es schnell gehen muss, sind diese Bohnen die perfekte Beilage. Ich esse sie aber auch gerne als Hauptgericht zusammen mit Reis, oder Naan.

Das sind nur ein paar Rezepte aus diesem tollen, unterhaltsam und humorvoll geschriebenen Kochbuch.
In ihrem Text “Iss wie ein Inder, denk wie ein Inder” gibt uns Meera Sodah unter anderem zum Beispiel folgende Ratschläge:

  • Essen Sie mit den Händen, vor allem mit der Linken. Die Rechte ist tabu.
  • Kommen Sie zu Einladungen immer eine Stunde zu spät und laden Sie eine Stunde früher ein. Das nennt man “Indien-Zeit”.
  • Glauben Sie daran, dass Mandeln den IQ erhöhen, selbst wenn es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt.
  • Kommen Sie nie mit Gepäck unterhalb des Höchstgewichts aus Indien wieder. Das ist ein Fauxpas.

Ich jedenfalls bin durch dieses Buch zum Meera-Sodha-Fan geworden und habe mir alle drei Kochbücher, die sie geschrieben hat, gekauft.
Es gibt keine Woche, in der ich nicht mindestens eines ihrer Rezepte zubereite. Den Grundstock an Gewürzen (Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Cayennepfeffer, Garam Masala…) hat man ja schnell zusammen. Ingwer und Knoblauch habe ich sowieso immer im Haus.

Das sind alles Dinge, die nicht verderben und so kommt es, dass ich bei so manchem Rezept feststelle, dass ich gar nicht einkaufen gehen muss.
Gestern Abend habe ich zum Beispiel gemerkt, dass ich alles, was ich für das Kidneybohnen-Curry brauche, im Schrank habe. Dazu mache ich Naan-Brote.
Was will ich mehr?

Danke liebe Meera!

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ISBN: 978-3-8310-2784-2
Verlag: Dorling Kindersley
Erscheinungsjahr: 2015
Seiten: 312
Preis: 24,95 €


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