Romy Hausmann: „Marta schläft“

Romy Hausmann: „Marta schläft“

Mit ihrem Bestseller “Liebes Kind” sich Romy Hausmann die Latte selbst sehr hoch gelegt.
Kann ihr neuer Krimi “Marta schäft” da mithalten?
Ich bin der Meinung: Ja! Kann er!

Oh Gott, bitte nicht. Bitte nicht jetzt. Eine Panikattacke ist das Letzte, das sie gebrauchen kann. Aber sie kann sie nicht stoppen.
Wie denn auch. Sie überrollt sie einfach. Ihre Beine geben nach. Sie fällt…

Als Nadja wieder zu sich kommt, muss sie erst einmal überlegen, wo sie ist, was sie hier tut – und wer der Mann ist, der sich über sie beugt.
Jetzt kommt ihr langsam die Erinnerung wieder. Sie ist an einer Tankstelle und auf dem Weg in den Spreewald. Der Mann der sie fragt, ob alles in Ordnung ist, ist der Tankwart und was da vor ihr liegt ist…….oh Gott. Bitte nicht….
Es ist ihre blonde Perücke.

Jetzt ist alles aus. Der Mann wird sich einen Reim darauf machen. Eine leicht hektische Frau mit einer Perücke, die plötzlich ohnmächtig wird, da stimmt doch sicher etwas nicht. Die hat doch sicher etwas zu verbergen!
Wie Recht er doch damit hat…..

Nadja arbeitet in einer renommierten Anwaltskanzlei. Jahrelang ist alles gut gegangen und niemand wusste, wer sie war. Sie war für alle die graue Maus, auf die man sich immer verlassen konnte.
Hätte sie Freunde gehabt, so hätten diese das bestimmt bestätigt. Aber sie hat keine.
Früher war da einmal Laura, die in der gleichen Kanzlei arbeitete. Bis sie den Chef geheiratet hat, ein Kind bekam und nicht mehr arbeiten musste.
Die Glückliche. So ein Leben hätte Nadja auch gerne gehabt.

Seit dem Vorfall mit Vivi hat sich Laura komplett von Nadja zurückgezogen.
Gut, bis zu einem gewissen Grad kann Nadja das auch nachvollziehen. Warum sie sich damals so verhalten hat, kann Nadja sich selbst auch nicht wirklich erklären. Jedenfalls kann sie froh sein, dass sie “nur” ihre Freundin und nicht auch ihren Job verloren hat.

Als Laura heute vollkommen hilflos und durcheinander in der Kanzlei bei Nadja aufgetaucht ist, war Nadja sofort klar, dass sie ihr helfen würde. Egal was auch passiert sein mag, denn vielleicht könnte sie Laura so wieder als Freundin zurückgewinnen.
Es wäre so schön, endlich wieder jemanden zu haben, mit dem sie den Feierabend verbringen könnte.
Jetzt kann Naja zeigen, dass sie loyal ist und man sich nach wie vor auf die verlassen kann.
In jeder Situation.
Komme was wolle…..

Für mich war Romy Hausmanns “Liebes Kind” im vergangenen Jahr eine wirkliche Überraschung. Wenn mir dieses Buch nicht mit Vehemenz angepriesen worden wäre, hätte ich es auch wahrscheinlich gar nicht gelesen, zumal ich zum damaligen Zeitpunkt nicht wirklich in Krimilaune gewesen bin.
Als ich vor einiger Zeit erfuhr, dass ein neuer Hausmann-Krimi erscheinen wird, war ich erstmal skeptisch. Mit solchen “Nachlegern” habe ich so meine Schwierigkeiten, denn nur selten werden meine (zugegebenermaßen zumeist hohen) Erwartungen erfüllt.

In diesem Fall waren meine Befürchtungen jedoch nicht gerechtfertigt, denn “Marta schläft” ist genau das, was “Liebes Kind” auch ist: Ein wirklich spannender Krimi, der sich weg liest wie nichts und zu dem ich inhaltlich auch gar keine weiteren Worte verlieren möchte.
Was ich oben erzählt habe, ist nur der Auftakt und dabei möchte ich es auch belassen – und nichts weiter vorwegnehmen.

Ich habe „Marta schläft“ ohne jegliches Vorwissen begonnen und ich glaube, das ist auch das Beste. Denn einmal angefangen, konnte ich ihn nicht mehr zur Seite legen und auf den letzten Seiten habe ich allen im Raum sozusagen befohlen, still zu sein, um das Spannungserlebnis nicht zu schmälern. (Sie haben sich auch brav daran gehalten. Danke dafür!)

Das Besondere an “Marta schläft” sind die vielen Wendungen, die die Autorin eingebaut und mich so auf viele falsche Fährten gelockt hat.
Am Anfang habe ich handlungstechnisch gesehen erstmal gar nichts verstanden, aber nicht im Entferntesten daran gedacht, das Buch abzubrechen. Das ist ja definitiv ein gutes Zeichen.
Auch weiß ich noch, wie ich bei circa der Hälfte zwischendurch erneut die Beschreibung auf der Rückseite gelesen habe und dachte: Na toll, jetzt ist ja klar, worauf es hinausläuft.
Daher las ich etwas halbherzig weiter – um nach zwei Seiten festzustellen, dass doch alles ganz anders ist.

Des Weiteren mag ich Romy Hausmanns Art, die Handlung aus verschiedenen Perspektiven zu schildern und zum Beispiel Briefe einzustreuen. Das macht das ganze sehr lebendig und sehr spannend.
Tiptop!

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P.S.: Allen “Liebes Kind” – Fans möchte ich einen Krimi ans Herz legen, der mich wirklich sehr begeistert hat. Es handelt sich um Michaela Kastels “So dunkel der Wald”.
Lasst Euch nicht von der vielleicht etwas ähnlich klingenden Thematik abschrecken.
Lest dieses Buch. Es lohnt sich!


ISBN: 978-3-423-26250-7
Verlag: dtv
Erscheinungsjahr: 2020
Seiten: 400
Preis: 16,90 €


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One thought on “Romy Hausmann: „Marta schläft“
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