Das Literarische Quartett: Die Bücher der Sendung am 1. März 2019

Das Literarische Quartett: Die Bücher der Sendung am 1. März 2019

Im ersten Literarischen Quartett des Jahres 2019 ist der Politiker (Die Grünen) und Schriftsteller Robert Habeck zu Gast, dessen Kinderbuch “Der Ruf der Wölfe” im März 2019 erscheinen wird. Im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichte er das Sachbuch “Wer wir sein könnten – Warum unsere Demokratie eine offene und vielfältige Sprache braucht”.
Wie immer werden vier Neuerscheinungen besprochen. Drei davon sind derzeit in aller Munde.
Eines dieser Werke habe habe ich bereits gelesen – und war sehr begeistert:

Hanya Yanagihara: “Das Volk der Bäume”

In diesem Roman geht es um einen von sich selbst sehr eingenommenen Wissenschaftler, der eher zufällig an der Erforschung einer noch unbekannten Insel teilnimmt. Vor Ort trifft er auf die Eingeborenen, die unglaublich alt sind. Älter, als wir es uns je vorstellen können.
Für die Entdeckung und Erforschung dieser Unsterblichkeit bekommt er den Nobelpreis.

Weshalb er jetzt im Gefängnis sitzt und seine Memoiren schreibt, das ist eine ganz andere Geschichte…

Hanya Yanagiharas Roman “Ein wenig Leben” ist 2017 in deutscher Übersetzung erschienen. Dieses Werk, in dem es (jetzt mal ganz knapp formuliert) um einen jungen Mann namens Jude geht, der Schlimmes erlebt und den das Schicksal auch in Zukunft nicht schonen wird, ist ein Bestseller gewesen und wurde quasi überall besprochen.
Zumeist sehr euphorisch, doch in einigen Fällen auch sehr vernichtend.
Auch im Literarischen Quartett polarisierte der Titel sehr.

Bei “Das Volk der Bäume” handelt es sich Hanya Yanagiharas Debütroman, der mich inhaltlich, dramaturgisch, als auch stilistisch vollkommen überzeugt hat.

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T.C.Boyle: „Das Licht“

Endlich ist er eingeladen worden. So lange hat er darauf gewartet und heute wird sein Wunsch Wirklichkeit: Fitz wird auf eine der legendären LSD-Partys seines Professors gehen.
Ein wichtiger Karriereschritt, denn bisher ist Fitz nur wissenschaftlicher Assistent.
Bald jedoch merkt er, dass Professor Leary kein Interesse daran hat, mittels LSD den Fortschritt der Medizin voranzutreiben, sondern dass es ihm darum geht, eine Lebensform jenseits von sozialen Zwängen zu gründen.

Entgegen seiner Vermutungen, ist Fitz fasziniert von dieser Idee und schließt sich der “Leary-Truppe” an, die in einer Kommune in Mexiko lebt und viel ausprobiert.
In jeglicher Hinsicht….

Seit ich “América” vor Jahren in einem Schweizer Antiquariat erstanden habe, bin ich ein T.C. Boyle-Fan.
“Talk talk”, ein Spannungsroman über Identitätsdiebstahl, war eines der ersten Bücher, die ich hier auf dem Blog “besprochen” (sagen wir mal lieber “vorgestellt”, denn damals waren meine Texte extrem minimalistisch… ) habe.
Seinen Roman “Hart auf hart” fand ich super, zumal es in diesem Buch vor unsympathischen Idioten nur so wimmelt. “Die Terranauten” hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Verschiedenen Besprechungen habe ich entnommen, dass Boyles neuester Roman “Das Licht” richtig gut sein soll. Den ersten Platz auf der Spiegel-Bestsellerliste hat er sich bereits gesichert.
Ich freue mich jedenfalls sehr aufs Lesen. Auf meinem (sehr hohen) Nachttischstapel liegt “Das Licht” schon parat.

Die FAZ und Die Zeit haben dieses Buch bereits besprochen.

Gabriele Tergit: “Effingers”

In diesem wiederentdeckten Roman aus dem Jahr 1951 geht es um die gut situierte, jüdische Familie Effinger die um die Jahrhundertwende in Berlin lebt.
Alles scheint gut zu sein. Dann kommen die Nationalsozialisten an die Macht…

Elise Reifenberg, Geborene Hirschmann, (1894-1982) war Schriftstellerin und Journalistin und schrieb unter verschiedenen Pseudonymen. Eines davon ist “Gabriele Tergit”.
Nach ihrem Studium (Geschichte, Philosophie und Soziologie) schrieb sie bis 1933 als freie Jounalistin für diverse Zeitungen Reiseberichte, Texte fürs Feuilleton etc.
Bekannt wurde sie für ihre Gerichtsreportagen. Erfahrungen aus dieser Zeit fließen in ihren Roman “Effinger” mit ein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte sie wieder als Reporterin arbeiten. Doch nach dem Prozess, in welchem der Regisseur Veit Harlan (der unter anderem den Nazi-Propaganda-Film“Jud Süss” produzierte) freigesprochen wurde, beschloss Gabriele Tergit, ihre Tätigkeit einzustellen.

1931 erschien Tergits erster Roman “Käsebier erobert den Kurfürstendamm”, in welchem es um den Volkssänger Georg Käsebier geht, der durch sehr viel Werbung zum Star gemacht und über Nacht wieder fallen gelassen wird.
Die Schriftstellerin selbst sah in diesem Werk unter anderem ein klares Bekenntnis gegen die Macht der Werbung.

1931 begann Tergit mit der Arbeit an ihrem zweiten Roman “Effingers”. Veröffentlicht wurde er erst 1951 – und kam beim Publikum überhaupt nicht an.
Jetzt ist dieses Buch in einer Neuauflage im Schöffling & Co Verlag erschienen.

Ich fand es interessant zu diesem umfangreichen Buch zu recherchieren, lesen werde ich es jedoch sehr wahrscheinlich nicht.
Dazu erscheinen dieser Tage viel zu viele Bücher, die mich brennend interessieren. Wie zum Beispiel Vea Kaisers “Rückwärtswalzer”, Daniela Kriens “Die Liebe im Ernstfall” und Pierre Lemaitres “Die Farben des Feuers”.

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Michel Houellebecq: “Serotonin”

Er ist 46, als er beschließt seinem Leben ein Ende zu setzen. An dieser Entscheidung kann auch Captorix (ein neues revolutionäres Antidepressivum) nichts ändern, ein Medikament das ihn seine Libido gekostet hat. (Anm: Sexuelle Frustration ist ein Thema das immer wieder in Houellebecqs Werken auftaucht).
Er erinnert sich an seine früheren Beziehungen und trifft einen Studienfreund, der Landwirt ist und ums Überleben kämpft.
Jetzt erst erkennt er, wann er begonnen hat: Der Verrat an sich selbst und anderen.

Vor Jahren habe ich den Roman “Elementarteilchen” des französischen Schriftstellers gelesen, doch ich kann mich ehrlich gesagt nicht mehr so wirklich daran erinnern.
Houellebecqs “Karte und Gebiet” wurde mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet und ich habe mich sehr darauf gefreut, zumal es unter anderem um Moderne Kunst geht.
Ich habe mehrere Versuche unternommen, dieses Buch zu lesen – und jeden Versuch abgebrochen. Das dritte Mal bin ich sogar 100 Seiten weit gekommen, musste dann aber einsehen, dass dieser Roman und ich nicht zusammenkommen. Ich glaube, Houellebecq ist einfach nicht mein Autor.
Dass ich “Serotonin” nicht lesen werde, ist daher nicht wirklich überraschend.

Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung haben „Serotonin“ bereits besprochen.

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Bei dieser Auswahl kann ich nicht einschätzen, welcher Kritiker welches Buch für das Literarische Quartett ausgesucht hat. Also überhaupt nicht.
Daher lasse ich mich einfach überraschen.
Am 1. März wissen wir mehr.

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