Der Literatur-Spiegel im September 2017 – Meine Highlights

Der Literatur-Spiegel im September 2017 – Meine Highlights

Dass der (literarische) Herbst und die Buchmesse nahen, merkt man an der Flut der interessanten Neuerscheinungen.  Ich komme derzeit mit dem Lesen überhaupt nicht hinterher. Am liebsten würde ich gleichzeitig zu zum Beispiel “Der Hilfsprediger” (Hilary Mantel), “Und es schmilzt” (Lize Spit) und “Dann schlaf auch Du” von Leila Slimani greifen.

Auch die aktuelle Ausgabe des Literatur-Spiegels widmet sich den Neuerscheinungen wie zum Beispiel Robert Menasses “Die Hauptstadt” und Ingo Schulzes Roman “Peter Holtz”, die beide für den Deutschen Buchpreis in diesem Jahr nominiert sind und im September erscheinen werden. Wobei ich zugeben muss, dass mich diese beiden Titel nicht sehr reizen. Da gibt es andere im Literatur-Spiegel besprochene Romane, die mich weitaus mehr interessieren.

Und zwar diese hier:

Pierre Lemaitre: “Drei Tage und ein Leben”

Im Winter des Jahres 1999 verschwindet in einem kleinen Ort in Frankreich der 6-jährige Rémi. Leider bleibt auch die großangelegte Suchaktion ohne Ergebnisse: Rémi bleibt verschwunden. Am dritten Tag jedoch zieht ein großer Sturm auf und alle werden gezwungen Zuhause zu bleiben. Auch der 12-jährige Antoine, dem Angst und Bang wird, denn er ist der einzige, der weiß, was mit Rémi geschehen ist.

Wenn man den Plot liest, könnte man zu dem Schluss kommen, es handele sich einfach um einen beliebigen Kriminalroman. Doch dies ist nicht der Fall, denn Pierre Lemaitre ist nicht irgendein Autor, sondern Preisträger des wichtigsten französischen Buchpreises, dem Prix Goncourt. Diesen bekam er im Jahr 2013 für seinen Roman “Wir sehen uns dort oben”, der auch mich vollkommen begeistert hat und den es inzwischen auch als Taschenbuch gibt.
(2016 erhielt Leila Slimani den Prix Goncourt für ihren Roman “Dann schlaf auch Du”, der seit kurzem in deutscher Übersetzung vorliegt.)

Seit ich in der Verlagsvorschau gesehen habe, dass ein neuer Roman Lemaitres in deutscher Sprache erscheinen wird, bin ich voller Vorfreude. Hineingelesen habe ich bereits und kann sagen: Das wird richtig gut.

Dieses Buch erscheint am 9.September 2017.

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Édouard Louis: “Im Herzen der Gewalt”

Im Gegensatz zu Pierre Lemaitres Roman ist dieses Werk autobiographischer Natur.
Édouard begegnet auf der Place de la République in Paris einem jungen Mann namens Reda, dessen Vater ursprünglich aus Algerien stammt.
Schnell beschließen die beiden zu Édouard nach Hause zu gehen. Sie verstehen sich gut, flirten miteinander, doch dann schlägt die heitere Stimmung plötzlich um…

Mit seinem Debütroman “Das Ende von Eddy” (geboren wurde der Autor unter dem Namen Eddy Bellegueule ) sorgte Louis 2014 in Frankreich für großes Aufsehen. In diesem Roman, der autobiographische Züge trägt, schreibt der junge Autor von einem Jungen, der in der französischen Provinz aufwächst und aufgrund seiner Homosexualität immer wieder diskriminiert und gemobbt wird. Er versucht sich anzupassen, doch da dies nicht funktioniert, flieht er in die Großstadt.
Dieses Buch wollte ich schon lange gelesen haben, doch die Zeit, die Zeit…

Vielleicht schaffe ich es jetzt zu “Im Herzen der Gewalt” zu greifen. Es klingt jedenfalls hochinteressant. Auf meinem Nachttisch liegt es schon bereit.

letteratura und Travel Without Moving haben dieses Buch bereits besprochen.

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Walter Moers: “Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr”

Prinzessin Dylia kann nicht schlafen und hat sich sogar selbst einen passenden Spitznamen verpasst: “Prinzessin Insomnia”.
Als wäre dieser Zustand nicht schlimm genug, bekommt sie eines Nachts, in der natürlich an Schlaf nicht zu denken ist, Besuch. Der Gnom Havarius Opal hat zu allem Überfluss beschlossen die Prinzessin in den Wahnsinn zu treiben, beschließt dann aber doch, sie zuvor in die Welt des Denkens und die des Träumens zu entführen.
Das mit dem Wahnsinn kann man ja später noch machen.

Vor Jahren las ich „Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär“ und fragte mich nach ein paar Seiten, weshalb ich nicht schon früher nach diesem Buch gegriffen hatte. So viel Witz, Intelligenz und Phantasie -. treffend und wunderbar illustriert.
Dachte ich damals, das sei schon gigantisch gut, so wurde ich eines besseren belehrt, denn “Die Stadt der träumenden Bücher” toppte Herrn Blaubär, so empfand ich es, noch um so einiges. Vielleicht lag es am Thema, denn die Geschichte spielt in Buchhain, einer Stadt in der das Buch zelebriert und gelebt wird.
Nach dem zweiten Band “Das Labyrinth der träumenden Bücher” warten wir nun alle schon sehr lange auf den dritten Teil “Das Schloss der träumenden Bücher”, der immer wieder verschoben wird. Aktuell könnte er wohl 2024 erscheinen, doch auch diese Jahreszahl ist mit Vorsicht zu genießen.

Mit “Prinzessin Insomnia” verkürzt und Walter Moers nun die Wartezeit, denn hierbei handelt es sich um ein Märchen aus der Welt die Moers erschaffen hat: Zamonien. Ich freue mich schon darauf, darin abzutauchen.

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“David Lynch – The Art Life”

Des Weiteren ist es keine Buchbesprechung, die mein Aufsehen erregt, sondern eine Anzeige für einen Film.
Ich habe den Regisseur David Lynch erst vor einem Jahr für mich entdeckt, sehr spät, ich weiß. Seit ich die Kult-Serie “Twin Peaks” (die Anfang der 90er Jahre ausgestrahlt wurde) gesehen habe, bin ich hin und weg. Besser geht´s nicht, wie ich finde. Erklären kann man diese Serie nicht und es hat (meiner Meinung nach) auch gar keinen Sinn, zu erzählen, worum es hier geht. Denn der Inhalt ist zweitrangig. Man muss es sehen.
Derzeit schaue ich die dritte Staffel, die Lynch 25 Jahre nach dem Ende der zweiten gedreht hat und ich hatte ja große Zweifel. An solch einen Erfolg anschließen zu wollen, kann entweder nur in die Hose gehen, oder richtig gut werden.
Und ich finde: Auch die dritte Staffel ist wirklich gut.

Diese Serie bzw. Staffel unterscheidet sich vielen aktuellen Serien, denn David Lynch wagt etwas, was heute Seltenheitswert hat: Langsamkeit.
Was heißt hier wagt – er ist einfach nur konsequent und bleibt sich selbst treu. Auch nach dem Sinn des Ganzen darf man hier nicht fragen, sondern sich einfach nur zurücklehnen und fasziniert genießen.

Wer “Twin Peaks” noch nicht gesehen hat, dem lege ich diese Serie ans Herz. Es kann allerdings sein, dass man zwei, drei Folgen braucht, bis man eingetaucht ist. So ging es mir zumindest, doch dann bin ich dem Lynch-Sog vollkommen erlegen.
Ein Hit!

Daher bin ich sehr gespannt auf die Dokumentation “David Lynch – The Art Life” über das Leben und Denken David Lynchs, die ab 31.August 2017 in den Kinos zu sehen sein wird.

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4 thoughts on “Der Literatur-Spiegel im September 2017 – Meine Highlights
Infraredhead

Von Pierre Lemaitre habe ich noch nichts gelesen, da hast du mich jetzt richtig neugierig gemacht!

„Im Herzen der Gewalt“ fand ich absolut großartig! Wenn du noch überzeugt werden musst, dass du das Buch als nächstes lesen musst, lies meine überschwängliche Rezension :-).

    Friederike

    Danke! Ist schon verlinkt :).

      Infraredhead

      Wunderbar, da freu ich mich!

      Der Moers macht mich ja auch neugierig. Ist überhaupt nicht mein Beuteschema, aber irgendwie spricht der mich an…

Bri

Pierre Lemaitre und Leila Slimani habe ich auch auf der Liste … und natürlich den Moers. LG, Bri

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