Deutscher Buchpreis 2016 – Die Longlist: Eine Rezensionsübersicht

Deutscher Buchpreis 2016 – Die Longlist: Eine Rezensionsübersicht

Die Longlist und ich werden in diesem Jahr leider nicht warm miteinander. Und ich habe es versucht, wirklich. Nach meiner anfänglichen Entrüstung über die Auswahl dachte ich mir, dass die Liste vielleicht doch so einige Schätze bergen könnte und habe mir drei Titel ausgesucht, die ich gerne lesen wollte.


Ein Interview mit Thomas Melle im Spiegel hatte mich neugierig auf seinen Roman “Die Welt im Rücken” gemacht, in dem er über seine manisch-depressive Erkrankung schreibt.
Zu Beginn fand ich das Buch auch sehr interessant, doch irgendwann schien sich alles zu wiederholen. Klar, so ist die Krankheit. Manische Phasen wechseln sich mit depressiven Phasen ab, doch ich hatte eher den Eindruck ein Sachbuch/einen (literarischen) Krankheitsbericht zum Thema Manische Depression zu lesen.
Das hat mich dann irgendwann nicht mehr wirklich gereizt und somit habe ich die Lektüre abgebrochen – schade.

Auch auf Katja Langen-Müllers “Drehtür” hatte ich mich sehr gefreut, jedoch bin ich mit ihrem Stil nicht warm geworden und in Thomas von Steinaeckers Roman “Die Verteidigung des Paradieses” habe ich nur hineingelesen, aber irgendwie hatte ich mir unter diesem Buch etwas anderes vorgestellt.
Eher so ein Zukunftsszenario wie in Valerie Fritschs “Winters Garten”, ein grandios kühl geschriebenes schmales Buch über eine Art von Weltuntergang, mit welchem Valerie Fritsch im letzten Jahr auf der Longlist stand.
Doch das ist “Die Verteidigung des Paradieses” nicht, mich mutete dieses Werk sehr jugendlich an, aber ich kann mir da kein Urteil erlauben, ich habe wirklich nur reingelesen.

Das war es für mich mit dem Longlist-lesen in diesem Jahr leider, jedoch verfolge ich gespannt die Eindrücke meiner Blogger-Kollegen und habe hier einmal die Besprechungen, die ich zu den jeweiligen Longlist-Büchern entdecken konnte, gesammelt und werde diese laufend ergänzen.
Ich bin jedenfalls gespannt, welche Titel es auf die Shortlist schaffen werden.

Akos Doma: “Der Weg der Wünsche”

Gerhard Falkner: „Apollokalypse“

Ernst-Wilhelm Händler: München

Reinhard Kaiser-Mühlecker: „Fremde Seele, dunkler Wald“

Bodo Kirchhoff: “Widerfahrnis”

André Kubiczek: „Skizze eines Sommers“

skizze

Besprochen von:

Ruth liest

Michael Kumpfmüller: „Die Erziehung des Mannes“

Katja Lange-Müller: “Drehtür”

Dagmar Leupold: “Die Witwen”

Sibylle Lewitscharoff: „Das Pfingstwunder“

Thomas Melle: „Die Welt im Rücken“

Joachim Meyerhoff: “Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke”

Hans Platzgumer: “Am Rand”

Eva Schmidt: „Ein langes Jahr“

schmidt

Besprochen von:

Literaturen

Arnold Stadler: „Rauschzeit“

Peter Stamm: “Weit über das Land”

Michelle Steinbeck: „Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch“

Thomas von Steinaecker: “Die Verteidigung des Paradieses”

steinaecker_paradies

Besprochen von:

Sounds & Books

Anna Weidenholzer: “Weshalb die Herren Seesterne tragen”

seesterne

Besprochen von:

Literaturen

Philipp Winkler: „Hool“


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10 thoughts on “Deutscher Buchpreis 2016 – Die Longlist: Eine Rezensionsübersicht
Sophie Weigand

Wie schade, dass dir Thomas Melle nicht so gut gefallen hat. Aber ich schätze, man braucht für diesen Themenkomplex auch eine gewisse Affinität und ein spezielles Interesse. Ich habe es gar nicht als repetitiv empfunden, denn innerhalb des Buches ist ja eine Entwicklung erkennbar; vom ersten Schub bis zur Gegenwart. Aber da sind die Erwartungen wohl auch unterschiedlich.

Friederike

Ich dachte eigentlich, dass mich dieses Buch interessieren würde, doch irgendwie haben wir nicht zueinander gefunden.

Eva Jancak

„Die Welt im Rücken“https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/09/13/die-welt-im-ruecken/ ist, glaube ich, weder ein Roman noch ein Sachbuch, sondern eine Mischung zwischen „Memoir“ und „Personal Essay“ und als solches wahrscheinlich nur für Leute, die das Thema vielleicht persönlich oder auch beruflich betrifft, interessant. Als Roman sollte und kann man es, denke ich, nicht lesen und daher auch nicht daran herummäkeln und beispielsweise, das hat mich jetzt gelangweilt, etcetera sagen, denn das Leben und die bipolare Störung ist eben, wie sie ist.
Eine so gute Beschreibung habe ich schon lange nicht gefunden, obwohl ich mich schon lange beruflich und auch privat mit dem Thema beschäftige.
Wie weit es trotzdem literarisch aufbereitet ist, kann man wohl nicht sagen und die Sprache sicher wohl auch die Qualität und was den Steinaecker betrifft, den ich gerade ausgelesen habe, würde ich auch sagen, daß es eher ein Abenteuerroman für an Sci Fi interessierte Jugendliche ist und in sich, wenn man darüber nachdenkt, auch ein wenig unlogisch, denn ist die Welt jetzt untergangen oder nicht?
Und manche Sachen, wie beispielsweise den Kannabalismus oder das Ausliefern der Frau an die Vergewaltiger, dienen wohl der spannend, sind aber wohl nicht wirklich nötig. Es könnte sich aber, denke ich, in den Buchhandlungen ganz gut verkaufen.
Ich habe bis jetzt neun Bücher gelesen und habe wahrscheinlich ein bißchen die Bandbreite ausgespürt, die zwei experimentellen Romane der jungen Autorinnen Anna Weidenholzer https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/09/07/weshalb-die-herren-seesterne-tragen/ und Michelle Steinbeck https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/08/30/mein-vater-war-ein-mann-am-land-und-im-wasser-ein-walfisch/, das sprachlich Experimentelle der Dagmar Leupold https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/09/05/die-witwen/, das für mich sehr hochstiliisierte Konstruierte des Bodo Kirchhoff https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/09/09/widerfahrnis/ und des Hans Platzgumers https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/08/31/am-rand/
Einen Preisträgerfavoriten habe ich bis jetzt noch nicht, denn der Melle ist ja kein Roman, gehört also eigentlich nicht wirklich auf die LL, der Bodo Kirchhoff wird wahrscheinlich darauf kommen, die Lewitscharoff habe ich noch nicht gelesen, die wurde bei den Blogs aber sehr kritisiert und zerrissen, ich bin also gespannt und finde die Liste eigentlich nach wie vor sehr gut und spannend.

Pingback: Die Verteidigung des Paradieses | Literaturgefluester
Katja | Zwischen den Seiten

Oh, die Übersicht finde ich wirklich toll! Da hast du dir ja wirklich Mühe gegeben. 🙂 Danke auch für’s Verlinken. <3

Die Verteidigung des Paradieses will ich auch noch lesen. Einfach weil mich das Buch wirklich sehr interessiert, und ich erst doch die Longlist überhaupt auf das Werk aufmerksam geworden bin.

Liebe Grüße, Katja

    Friederike

    Prima, danke. Immer wieder gerne.

    Viele Grüße,
    Friederike

Thomas

Hallo Friederike,
danke für den tollen Artikel und die Übersicht über die Rezensionen. Ich wollte eigentlich auch eine solche Übersicht auf meinem Blog einstellen, habe es aber aus Zeigründen leider nicht geschafft. Umso besser, dass ich jetzt bei dir und dem buchpreisblog immer auf dem Laufenden bind. Danke. Mein erster LL-Titel (von Steinaecker) hat mir gut gefallen, definitiv ein Titel, der mir ohne den Buchpreis nicht aufgefallen wäre und das ist ja schließlich das Ziel des dbp. „Hool“ ist schon auf dem Weg zu mir, „Die Welt im Rücken“ interessiert mich auch, ebenso wie „weit über das Land“.
Liebe Grüße
Thomas

Friederike

Lieber Thomas,

wie schön, dass Dich die Longlist inspiriert – ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß beim Lesen und schicke mir doch einfach Deine Besprechungen per Mail, dann kann ich sie nicht verpassen :).

Viele Grüße,
Friederike

Reginald

Liebe Friederike,
die Übersicht finde ich wirklich gut, so bekommt man einen guten Überblick und kann sich aus verschiedenen Perspektiven informieren. Klasse.

Viele Grüße

Reginald

    Friederike

    Vielen Dank!

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