Deutscher Buchpreis 2015: Die Longlist – Eine Einschätzung

Deutscher Buchpreis 2015: Die Longlist – Eine Einschätzung

So, hier ist sie nun, die offizielle Longlist des Deutschen Buchpreises 2015.
Vorgestern war so viel im Laden los, dass ich sie mir nur kurz angeschaut habe. Gelegenheit sie wirken zu lassen, hatte ich erst gestern und muß sagen: Im Großen und Ganzen gefällt sie mir sehr gut.

Allerdings gibt es Titel, die ich vermisse. Mirna Funks “Winternähe” hätte ich die Nominierung sehr gegönnt und sehr überrascht bin ich auch, dass “Wald” von Doris Knecht nicht auf der Liste steht. Mit diesem Titel hätte ich eigentlich fest gerechnet. Was mich auch sehr wundert ist, dass “Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit” von Dana Grigorcea nicht ausgewählt worden ist. Ich hatte sie eigentlich als “feste Nominierung” im Visier, besonders mit dem Hintergrund des Bachmann-Preises.
Dass Klöpfer & Meyer auch nicht auf der Liste auftaucht finde ich ebenso erstaunlich und Anne Köhlers “Ich bin gleich” da hätte ich eine Erwähnung ebenso gegönnt.

Aber im Großen und Ganzen muß ich sagen: Ein guter Jahrgang, den ich im Folgenden genauer unter die Lupe nehme und einzuschätzen versuche, welche Titel es auf die Shortlist schaffen könnten:

Alina Bronsky: “Baba Dunjas letzte Liebe”

9783462048025_10Für Alina Bronsky freue ich mich am meisten. Sie hat so einen großartigen Humor und war ja schon mit “Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche” auf der Longlist.
“Baba Dunjas letzte Liebe” hat mir sehr gut gefallen und ich drücke der Autorin die Daumen für sie Shortlist.
Wer über dieses wunderbar lakonische Buch wissen möchte:
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Ralph Dutli: “Die Liebenden von Mantua”

dutliDer Schweizer Ralph Dutli ist bereits Buchpreis-erfahren, denn er stand 2013 mit “Soutines letzte Fahrt” bereits auf der Longlist.
In seinem neuen Roman “Die Liebenden von Mantua”  geht es um das berühmte Steinzeitpaar, das 2006 bei Mantua ausgegraben wurde und welches nach Untersuchungen in einem archäologischen Laboratorium plötzlich verschwunden ist. „Ein großer Roman über eine neue Liebesutopie“, so der Verlag.
Irgendwie sagt mir allerdings mein Bauchgefühl, dass es dieser Roman nicht auf die Shortlist schaffen wird.» zur Verlagsseite 

Jenny Erpenbeck: “Gehen, ging, gegangen”

Gehen ging gegangen von Jenny ErpenbeckDa ich ja bei meinen Spekulationen um die Longlist irgendwie davon ausgegangen bin, dass nur Bücher nominiert werden können, die bei der Verkündung der Longlist (also am 19.August) bereits erschienen sind, hat Jenny Erpenbeck bei mir keine Rolle gespielt, da ihr Buch erst am 31.August erscheint.Doch inzwischen weiß ich: Es können auch Titel eingereicht werden, die in einem überschaubaren Zeitraum nach der Verkündung erscheinen.Wäre mir das vorher klar gewesen, wäre ich natürlich nicht so sang- und klanglos über “Gehen, ging, gegangen” hinweg gegangen. Zumal die Autorin ja bereits 2012 für “Aller Tage Abend” (ich sehe gerade, dieses Buch steht bei mir immer noch ungelesen im Regal…aber es soll ja ganz toll sein) auf der Longlist stand. Und natürlich wegen der Aktualität des Themas, denn in “Gehen, ging, gegangen” geht es um einen Professor, der durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee kommt, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: Bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind.Brandaktueller Stoff gut geschrieben – das könnte wirklich was werden.Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und sage: Mit Jenny Erpenbeck rechne ich auf der Shortlist.

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Inzwischen habe ich dieses Buch gelesen und bin ehrlich gesagt etwas zwiespältig, was diesen Roman anbelangt.
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Valerie Fritsch: „Winters Garten“

WintersgartenBei diesem Titel hatte ich im Vorfeld bereits so ein Longlist-Bauchgefühl.
Valerie Fritsch hat ja gerade eben am Ingeborg-Bachmann-Preis 2015 teilgenommen und innerhalb des Wettbewerbs Kelag-Preis und den BKS-Publikumspreis bekommen.
In “Winters Garten” geht es um  eine idyllische Kolonie jenseits der Stadt. In dieser Kolonie wächst und gedeiht alles sehr üppig – ein Sehnsuchtsort.
Der Vogelzüchter Anton und seine Frau Frederike kehren nach Jahren des Stadtlebens in diese Kolonie zurück und müssen feststellen, dass sich diese Kolonie gewandelt hat – sie ist vom Verfall nicht verschont geblieben.
Auch bei Valeria Fritsch habe ich, was eine mögliche Shortlist-Nominierung angeht ein gutes Gefühl.» zur LeseprobeInzwischen habe ich dieses Buch gelesen und es war einfach großartig!
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Heinz Helle: “Eigentlich müssten wir tanzen”

HelleAuch bei diesem Buch dachte ich eigentlich, dass der Erscheinungstermin für den Deutschen Buchpreis (7.9.) zu spät angesetzt sei, doch zum Glück ist dem nicht so, denn Heinz Helles Buch klingt sehr interessant und erinnert mich thematisch ein bisschen an Thomas Glavinics: “Die Arbeit der Nacht” und an Cormac McCartys “Die Straße”.

Es geht um eine Gruppe junger Männer, die ein Wochenende in einer Berghütte verbringen. Als sie jedoch ins Tal zurückkehren, müssen sie feststellen, dass alle Menschen geflohen sind und die Landschaft verwüstet ist. Sie versuchen sich nun zu Fuß zu ihrer Heimatstadt zurück zu schlagen, versuchen den Mut nicht zu verlieren und sind gezwungen nach einem Grund zu suchen, weshalb es sich trotz dieser Einsamkeit und Zerstörung lohnt weiter zu leben.

Das klingt sehr existenzialistisch, archaisch und sehr spannend. Möchte ich unbedingt noch lesen!
Shortlist? Könnte gut sein.

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Mittlerweile habe ich dieses wunderbar düstere Buch gelesen – hier geht es zur Rezension.

Gertraud Klemm: “Aberland”

AberlandAuf dieses Buch freue ich mich ja. Ich hatte es zwar auch im Hinterkopf, hatte aber ehrlich gesagt mit einer Nominierung nicht wirklich gerechnet, obwohl die Autorin mit diesem Werk bereits beim Bachmann-Preis gelesen hat.
In “Aberland” beschreibt Frau Klemm, das Leben von Elisabeth, deren Leben sich durch das charakterisiert, was sie alles nicht getan hat. Sie hat weder studiert, noch gearbeitet und beobachtet nun, das Leben der jungen Frauen um sie herum, besonders das ihrer Tochter Franziska, die in die “Mutterfalle” getappt ist und ein Schreibaby hat.
Klingt jetzt thematisch irgendwie nicht nach Buchpreis – daher habe ich ja die Befürchtung, dass es für die Shortlist nicht reichen wird.Lesen möchte ich dieses Buch aber auf alle Fälle!» zur LeseprobeInzwischen habe ich dieses Buch gelesen, bin begeistert und drücke Gertraud Klemm die Daumen für die Shortlist.
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Steffen Kopetzky: “Risiko”

1330_01_Kopetzki_Risiko.inddIch muss zugeben: Diesen Titel hatte ich bezogen auf den Deutschen Buchpreis überhaupt nicht auf dem Schirm.  Ich freue mich sehr für Klett-Cotta, zumal der Verlag bisher nur ein einziges Mal (Mit Brigitte Kronauer 2009) mit einem Titel auf der Longlist vertreten gewesen ist und ich diesen Verlag sehr schätze.“Risiko” setzt vor dem ersten Weltkrieg ein und es um einen jungen Marinefunker, dessen Schiff an der Küste Albaniens liegt. Dann  jedoch beginnt der Krieg und er muss mit der unterlegenen Deutschen Flotte nach Konstantinopel fliehen, wo er in eine geheime Expedition hineingerät…
An “Risiko” habe ich mich bisher noch nicht heran getraut, was unter anderem am Umfang des Werkes liegt. Eine Kollegin hat es allerdings bereits gelesen und sie war sehr beeindruckt.
Ich könnte mir vorstellen, dass es dieser Titel auf die Shortlist schafft.» zur Leseprobe

Rolf Lappert: “Über den Winter”

Lappert_24905_MR.inddRolf Lappert ist ja bereits 2008 mit “Nach Hause schwimmen” auf der Shortlist gewesen. Ich habe dieses Buch sehr geliebt. Daher bin ich jetzt auf sein neues Werk gespannt, dessen Thema die Familie ist.
Es geht um den weltweit erfolgreichen Künstler Lannard Salm, der nach dem Tod seiner Schwester nach Hamburg zurückkehrt. Zu seiner Familie – das hatte er eigentlich immer vermeiden wollen. So schnell wie möglich möchte er wieder fort, doch dann verliert seine jüngere Schwester den Job und sein Vater wird immer hilfloser.
Ich denke, dass dieses Buch gute Chancen auf die Shortlist hat und ich freue mich, es bald zu lesen, denn Rolf Lappert kann wunderbar schreiben.» zur Leseprobe

Inger-Maria Mahlke: “Wie ihr wollt”

mahlkeDieses Buch ist für mich DIE Überraschung auf der Longlist. Es handelt sich hierbei um einen historischen Roman im modernen Gewand.
Es geht um die kleinwüchsige Cousine von Elisabeth I., die einen Thronanspruch hat, aber frei sein möchte. Einen eigenen Haushalt und das Sorgerecht für ihre Stiefkinder, aber nichts davon bekommt und daraufhin aufbegehrt.
Ich habe vor einiger Zeit einmal in dieses Buch reingelesen und nach ein paar Seiten aufgehört. Irgendwie sind historische Themen, auch wenn sie flapsig geschrieben sind, nicht so meins.
Aber ich gebe dem Buch noch eine Chance und werde es auf jeden Fall erneut anfangen. Vielleicht habe ich ja einfach nicht lange genug durchgehalten.Auf der Shortlist sehe ich diesen Titel jedoch nicht.» zur Leseprobe

Ulrich Peltzer: “Das bessere Leben”

pelzerIrgendwie war es klar, dass dieses Buch auf der Longlist auftauchen würde, zumal Peltzer ein renommierter Autor ist, der bereits etliche Preise für sein Werk erhalten hat.

Jochen Brockmann, ein erfolgreicher Sales Manager, verstrickt sich in ein abstürzendes System, als die Finanzierung eines Großprojektes kollabiert, Sylvester Lee Fleming ist ein skrupelloser Geschäftemacher, Investor und Risiko-Berater. Die Wege der beiden kreuzen sich.

Die Welt und die Zeit waren ja so angetan von diesem Buch, in dem es darum geht, was die Welt zusammen hält. Träume, Gott, Teufel oder doch die Geldströme?
Ich habe bereits von einigen Seiten gehört, dass dieses Buch nicht so ganz einfache Kost ist. Dennoch glaube ich, dass es Chancen auf den Deutschen Buchpreis hat. Ob ich es lesen werde? Mal sehen, aber momentan würde ich meine Prioritäten ehrlich gesagt eher auf andere Titel legen.

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Peter Richter: “89/90”

8990 von Peter RichterDieses Buch beschäftigt sich mit der Wende und der DDR, einem typischen Buchpreis-Thema. Auch für den Leipziger Buchpreis ist “89/90” nominiert gewesen ist.
Das Thema passt auf jeden Fall, daher hat dieser Titel meines Erachtens nach Chancen auf die Shortlist.
Den Titelgewinn räume ich diesem Buch allerdings eher nicht ein.» zur Leseprobe

Monique Schwitter: “Eins im Andern”

SchwitterBevor dieses Buch im Spiegel sehr gut besprochen worden ist, hatte ich es überhaupt nicht auf dem Schirm, wie ich zugeben muss.
Es geht um eine Frau, die feststellt, dass ihre erste Liebe sich umgebracht hat. Vor fünf Jahren schon. Daraufhin beginnt sie eine “Liebesrecherche”: Sie handelt ihre “Liebesbiografie” anhand ihrer zwölf Männer ab, die weit mehr mit den zwölf Aposteln gemein haben, als zunächst vermutet.
Ob das jetzt für die Shortlist reichen mag, wage ich jetzt mal in Frage zu stellen. Ich wäre jedenfalls sehr überrascht.» zur Leseprobe

Clemens Setz: “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre”

setzAuch bei diesem Buch hatte ich mich über den späten Erscheinungstermin gewundert (7.9.) und gedacht, es würde nicht für die Longlist reichen, hat es dann aber doch.
Hätte mich auch gewundert, wenn Suhrkamp auf das Einreichen dieses mehrmaligen Buchpreis Anwärters verzichtet hätte, der ja schon zweimal auf der Shortlist gewesen ist.Es geht um Alexander Dorm, der in einem Wohnheim für behinderte Menschen lebt. Er gilt als schwierig, bekommt aber jede Woche Besuch. Und zwar ausgerechnet von dem Mann, der Dorms Leben zerstört und seine Frau in den Selbstmord getrieben hat. Dieses Arrangement scheint zu funktionieren, doch bald stellt eine Betreuerin fest, dass irgendwas nicht zu stimmen scheint.Einen Platz auf der Shortlist hat er meiner Ansicht nach sicher.» zur Leseprobe

Anke Stelling: „Bodentiefe Fenster“

bodentiefeVon diesem Roman hatte ich zugegebenermaßen bisher noch gar nichts gehört.
Er klingt aber wirklich gut!Darum geht es: Sandra ist 40 Jahre alt, hat zwei Kinder und lebt im Prenzlauer Berg. Von ihrer Mutter (einer 68erin) hat sie gelernt, dass es gilt die Welt zu verbessern, doch mittlerweile sieht sie, wie diese Ideale im Alltag verloren gehen. Sie feiert zwar Kindergeburtstage a la Pippi Langstrumpf, doch der Kern dieser Utopie ist einfach nicht mehr vorhanden.
Die taz schreibt über dieses Buch: “Anke Stelling ist mit ihrer Sandra, die alles so herrlich scharf sieht und böse auf den Punkt bringt und trotzdem völlig hilflos über sich ergehen lässt, so etwas wie der Prototyp einer Generation gelungen: ein schaurig schönes, bewundernswert durchkonzipiertes Bild der überbesorgten, überprivilegierten Mutter von Prenzlauer Berg, wie sie schon oft beschrieben wurde – nur dass sie bislang eher von außen beschrieben wurde und nicht von innen, so wie sie funktioniert und wie sich selbst sieht.”Ich freue mich sehr, dass dieses Buch auf der Longlist aufgetaucht ist, sonst hätte ich es bestimmt nicht wahr genommen. Ich möchte es unbedingt noch lesen.
Shortlist? Glaube ich eher nicht, aber vielleicht gibt es ja eine Überraschung.Inzwischen habe ich dieses Buch gelesen und dand es richtig gut.
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Ilja Trojanow: “Macht und Widerstand”

TrojanowTrojanow war bereits 2006 mit “Der Weltensammler” auf der Shortlist vertreten. In seinem neuen Buch geht es um den Widerstandskämpfer Konstantin, der schon in der Schulzeit der bulgarischen Staatssicherheit aufgefallen ist und ihr einfach nicht mehr entkommen kann. Metodi ist Offizier und ein Repräsentant dieses Apparats.
Ein halbes Jahrhundert lang werden die beiden im Kampf und Leben und Gedächtnis miteinander verstrickt sein. Es geht um Macht und Widerstand.
Irgendwie finde ich das hochinteressant und ich denke, dass ich dieses Buch noch lesen werde. Auf der Shortlist könnte ich es mir ebenfalls gut vorstellen.» zur Leseprobe

Vladimir Vertlieb: “Lucia Binar und die russische Seele”

Vertilb_Lucia Braun_061014.inddAuch dieses Buch war mir bisher vollkommen unbekannt, doch dafür liebe ich den Deutschen Buchpreis, denn hier wird der so mancher Titel in den Fokus gerückt, der einem sonst verborgen geblieben wäre.

Lucia Binar ist 83, und sie ist verärgert. Die Große Mohrengasse, in der sie seit langem lebt, soll aus Gründen der politischen Korrektheit in „Große Möhrengasse“ umgetauft werden. Und die soziale Einrichtung, die sie versorgt, hat versagt: Ihr Essen wurde nicht geliefert. Der Telefondienst ist in ein Callcenter ausgelagert, dort rät ihr eine Mitarbeiterin, sich von Manner-Schnitten zu ernähren. Lucia ist empört. Sie will die Frau aufsuchen und zur Rede stellen. Dabei hilft ihr ausgerechnet Moritz, ein Student, der die „Anti-Rassismus-Initiative Große Möhrengasse“ unterstützt.

Klingt gut und lesenswert. Allerdings glaube ich nicht, dass es dieser Titel auf die Shortlist schaffen wird.

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Kai Weyand: “Applaus für Bronikowski”

1604-1_Weyand-Applaus_TA_SG_12cmÜber dieses Nominierung habe ich mich sehr gefreut, unter anderen weil Kai Weyand wie ich aus Freiburg kommt.
Eine Kollegin hat sein Buch bereits gelesen und hat es mir schon vor Monaten unter die Nase gehalten, ich solle es doch lesen, es sei so gut.
Es geht um einen Mann, der schon etwas über dreißig ist, aber alles andre als erwachsen wirkt. Per Zufall findet er dann doch einen Job und zwar in einem Bestattungsinstitut. Die Begegnung mit dem Tod ist nicht einfach für ihn und er stellt fest, dass Bestattungshelfer ein abwechslungsreicher und interessanter Beruf ist und dass die Würde des Menschen nicht mit dem Tod endet.Dieses Buch liegt hier schon parat und ich freue mich darauf. Allerdings sagt mir mein Bauchgefühl, dass es für die Shortlist nicht reichen wird.Inzwischen habe ich dieses Buch mit Freude gelesen.
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Frank Witzel: „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“

WitzelGudrun Ensslin eine Indianersquaw aus braunem Plastik und Andreas Baader ein Ritter in schwarzglänzender Rüstung – die Welt des kindlichen Erzählers, der den Kosmos der alten BRD wiederauferstehen lässt, ist nicht minder real als die politischen Ereignisse, die jene Jahre in Atem halten und auf die sich der 13-Jährige seinen ganz eigenen Reim macht. Erinnerungen an das Nachkriegsdeutschland, Ahnungen vom Deutschen Herbst und Betrachtungen der aktuellen Gegenwart entrücken ihn dabei immer weiter seiner Umwelt. Es entsteht ein Kaleidoskop aus Stimmungen einer Welt, die ebenso wie die DDR 1989 Geschichte wurde.

Das Thema stimmt, der Blickwinkel ist interessant gewählt…. ja dann, ab auf die Shortlist!

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Christine Wunnicke: „Der Fuchs und Dr.Shimamura“

FuchsFür mich ein vollkommen neuer Titel. Er klingt aber wirklich gut, dezent absurd – das mag ich ja sehr.

In Japan ist man vom Fuchs besessen! Der Neurologe Dr. Shimamura reist im 19. Jahrhunderts durch die Provinz, wo das burleske Krankheitsbild zum Leben dazu gehört. Ein liebestoller Student begleitet ihn, geht aber bald verloren, dafür fängt der Doktor sich selbst einen Fuchs ein. Daher flieht Shimamura auf Bildungsurlaub in den Westen und begibt sich in neurologisch aufschlussreiche Abenteuer in Paris, Berlin und Wien.

Ahja…. . Will ich lesen!!!
Shortlist? Wahrscheinlich zu verrückt…

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Feridun Zaimoglu: „Siebentürmeviertel“

zaimogluWenn er nicht auf der Longlist aufgetaucht wäre hätte ich mich stark gewundert. Doch dem ist ja zum Glück nicht so.

Es geht um Wolf, der nach dem Tod seiner Mutter beim Vater gelebt hat und 1939 Deutschland nach einer Warnung der Gestapo verlassen muss. Sein Ziel ist Istanbul, wo er fortan in der Familie eines Arbeitskollegen lebt. Die Familie seines Kollegen nimmt ihn schließlich als Ziehsohn an, doch Wolf ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, welche Rolle sein Ziehvater wirklich spielt. Als er feststellt, begibt er sich in große Gefahr.

Zaimoglus Thema ist die deutsche Emigration und das aufeinandertreffen von Kulturen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sein Platz auf der Shortlist gesichert ist.

Lesen möchte ich “Siebentürmeviertel” unbedingt noch.

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5 thoughts on “Deutscher Buchpreis 2015: Die Longlist – Eine Einschätzung
Mara

Danke für diese tolle Übersicht und die Verlinkungen zu den Leseproben … ich werde mich da gleich erst einmal durchwühlen! 🙂

Friederike

Ich bin auch so gespannt! Ich möchte noch so viele dieser Titel lesen…die Frage ist nur: Wann???
Aber das kennst Du ja ;).
PS: Habe gerade mit Bronikowski begonnen: Es macht viel Spaß!
Weißt Du schon, mit was Du starten wirst?

Jochen Kienbaum

Ein schöner Überblick., Friederike, den Du mit kurzen persönlichen Einschätzungen wohltuend abrundest.
Der Witzel ist ja auch so ein Lieblings-Geheimfavorit von mir gewesen und freue mich über den Longlistplatz; doch anders als Du bezweifle ich, dass dieser urkomische, aber ebenso anstrengende wie sperrige Roman es auf die Shortlist schafft. Lass uns einfach eine kleine Wette abschließen. Mal sehen, wer gewinnt.
lg_jochen

    Friederike

    ok 🙂

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