Die Literatur-Beilage der ZEIT zur Frankfurter Buchmesse 2016

Die Literatur-Beilage der ZEIT zur Frankfurter Buchmesse 2016

Derzeit bin ich im “Beilagen-Fieber”, denn in diesen Wochen erscheinen so viele Literatur-Beilagen, dass ich momentan fast keine Bücher lese, sondern nur Artikel über selbige.

Ein Thema ist in allen Beilage präsent und darf auch in der ZEIT nicht fehlen: Literatur aus den Niederlanden und Flandern, die gemeinsam das diesjährige Gastland der Buchmesse bilden.

Literatur aus den Niederlanden und Flandern

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Ingeborg Harms stellt in ihrem Artikel einige sehr interessante Romane vor: Spannend klingt zum Beispiel Kris van Steenbergs “Verlangen”, in dem es um Elisabeth geht, die ein sehr intelligentes Kind ist und sich die Augen durch die Spitzenklöppelei ruiniert hat.

Obwohl Elisabeth eigentlich auf eine höhere Schule gehen sollte, wird sie aus finanziellen Gründen zur Heimarbeit verdonnert und heiratet schließlich einen Arzt – einen absoluten Langweiler, mit dem sie zwei Kinder bekommt, von welchen eines entstellt ist. Für den Vater ist dies eine Katastrophe.
Dieser Roman spielt im Jahr 1914, liegt bereits auf meinem “zu-lesen-Stapel” und ich bin sehr gespannt auf diese Lektüre.

Sandammeer hat „Verlangen“ bereis besprochen.
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In Saskia de Costers Buch “Wir & ich” geht es um eine Familie, die bei näherem Hinsehen nicht so perfekt ist, wie vermutet.
Ein grandioses Werk in glasklarer Prosa. Ich habe es schon gelesen und bin begeistert.

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Des Weiteren werden unter anderem erwähnt:

Conni Palmen: “Du sagst es”
Ein Roman über Sylvia Plath und Ted Hughes.
Constanze von Zeichen & Zeiten hat diesen Roman bereits besprochen.
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A. F. Th. van der Heijden: “Das Biest”
Ein Roman dessen Hauptfigur die unkonventionelle Tante Tiny ist, die ein besonderes Geheimnis birgt, das in der Familie auf keinen Fall angesprochen werden darf.
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Nina Weijers: “Die Konsequenzen”
Ein Buch über eine eigensinnige Künstlerin und zugleich ein ironisches Werk über die moderne Kunstszene.
1001 Bücher und Herzpotenzial haben dieses Buch bereits gelesen.
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Hugo Claus: “Der Kummer von Belgien”
Ein epochaler Roman über den zweiten Weltkrieg, erzählt aus der Sicht eines flämischen Jungen.
Dieter Wunderlich hat diesen Roman bereits gelesen.
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Da habe ich ja noch viel vor… .

Frank Schulz: “Onno Viets und der weiße Hirsch”

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In Jens Jessens Artikel kommen der Autor Frank Schulz und seine Kunstfigur Onno Viets nicht gut weg: Als “schlimmer Heimat- und Einfache-Leute-Kitsch” wird “Onno Viets und der weiße Hirsch” bezeichnet.

Ich habe dieses Buch noch nicht gelesen, daher kann ich noch nichts dazu sagen, doch ich glaube, bei Frank Schulz ist es so, dass man seine Bücher einfach super findet, oder eben nichts mit ihnen anfangen kann.
Beim Autoren des ZEIT-Artikels scheint Letzteres der Fall zu sein.

Ich für meinen Teil bin jedoch ein absoluter Frank-Schulz und Onno-Fan, seit “Onno Viets und der Irre vom Kiez” für den Deutschen Buchpreis im Jahr 2012 nominiert gewesen ist. Von der ersten Seite an war ich dem Frank-Schulz-Stil vollkommen erlegen: Was für ein Sprachwitz, irre Wortkonstruktionen und eine genial-verrückte Story.
Aber ich gebe zu, das ist nicht etwas für jeden. Das muß man wirklich mögen.
Ich freue mich jedenfalls sehr auf diesen dritten Band mit Privatdetektiv Onno Viets.

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Han Kang: “Die Vegetarierin”

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“Die Vegetarierin” zählt jetzt schon zu meinen absoluten Highlights des Jahres.
Es geht um eine Frau, die mit ihrem Mann in Südkorea lebt und bisher immer sehr zurückhaltend war. Deshalb hat ihr Mann sie ja auch geheiratet, denn er wollte eine Frau, die nicht aufmuckt und die nicht so intelligent ist wie er, damit sich seine eigene Intelligenz besser hervorhebt.
So hat er übrigens sein ganzes Leben gestaltet: Er wählte zum Beispiel eine Universität mit niedrigen Anforderungen, damit er glänzen konnte, suchte sich nach diesem Prinzip seine Freunde aus und eben auch seine Ehefrau.
Das klappt für ihn auch alles wunderbar, bis zu dem Tag, an dem seine Frau beschließt Vegetarierin zu werden…

Ein irres Buch! Einmal angefangen ist es nicht mehr weglegbar.

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Terézia Mora: “Die Liebe unter Aliens”

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Die Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin Terézia Mora ist bereits vielfach ausgezeichnet worden. Unter anderem erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, den  Adelbert-von-Chamisso-Preis und 2013 den Deutschen Buchpreis für “Das Ungeheuer”, den zweiten Band einer Trilogie um den IT-Spezialisten Darius Kopp. (“Der einzige Mann auf dem Kontinent“ ist der erste Band.)

Nun legt Terézia Mora mit “Die Liebe unter Aliens” einen Band mit Kurzgeschichten vor, in denen es um Menschen geht, die sich verlieren, jedoch nicht aufgeben und von Menschen, die bereits verloren sind, aber dennoch weiter hoffen.

Marina von literaturleuchtet hat dieses Werk bereits gelesen und ist begeistert.
Eine weitere Besprechung gibt es bei Lobedentag.

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Don DeLillo: “Null K”

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Don DeLillo zählt in jedem Jahr zu den heißen Kandidaten für den Literatur-Nobelpreis, ist er doch der “größte lebende Diagnostiker im Verfallsgeschehen der Gegenwart”, so der ZEIT-Autor Daniel Haas, welcher Don DeLillo für diese Literatur-Beilage interviewt hat.

In seinem neuesten Werk geht es allerdings nicht um die Gegenwart, sondern um die nahe Zukunft, in der die Menschheit die Unsterblichkeit überlisten wird.
Der menschliche Körper erhält die Möglichkeit einer “Lebenspause”, einer Art ewiger Schlaf, aus dem er wieder erweckt werden und somit zu einer anderen Zeit weiterleben kann.

Spannend finde ich auch, die Art und Weise, wie Don DeLillo an seinen Romane herangeht, denn er hat kein Thema im Kopf. Er schreibt einfach Absatz für Absatz und folgt seinen Figuren.
Ich werde seinen Figuren auch sehr bald folgen können, denn “Null K” liegt hier schon parat.

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Matthias Brandt: “Raumpatrouille”

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Matthias Brandt hat mich wirklich überrascht, denn ich stand seinem Erstling sehr kritisch gegenüber. Bis ich dann die erste Seite las. Nun kann ich sagen: Matthias Brandt ist nicht nur ein hervorragender Schauspieler, nein, er kann auch richtig gut schreiben.
In seinem Buch läßt er uns an seiner Kindheit als Kanzlerkind teilhaben. Mal melancholisch, mal sehr humorvoll erzählt uns der Autor, wie es war, der Sohn von Willy Brandt zu sein und zum Beispiel nicht zum Vergnügen mit der Familie auf den Rummel zu gehen, sondern wegen der Bilder für die Presse.

Ich denke zum Beispiel auch sehr gerne an die Episode, in welcher Matthias die Wohnzimmervorhänge aufgrund eines Zaubertricks in Brand steckt. Ein bisschen erinnerte mich diese Episode an die Bücher des Schriftstellers Joachim Meyerhoff, die ich mit großem Vergnügen gelesen habe.
Hut ab!

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