Die Badische Zeitung: Das Magazin zur Buchmesse – Meine Highlights

Die Badische Zeitung: Das Magazin zur Buchmesse – Meine Highlights

Auf die Woche vor der Buchmesse freue ich mich immer sehr, denn dann erscheinen die Bücher-Beilagen der Zeitungen und Magazine.
Den Auftakt bildet für mich in diesem Jahr das Magazin der Badischen Zeitung, das sich unter anderem mit dem diesjährigen Gastland der Buchmesse befasst: Den Niederlanden & Flandern.
Noch nie sind so viele Übersetzungen (insgesamt ca. 450 Titel) eines Gastlandes angekündigt worden und es sind so einige Perlen darunter.

Besonders begeistert hat mich zum Beispiel Saskia de Coster mit “Wir & ich”, einem Buch, in dem es um eine scheinbar perfekte, moderne Familie geht, deren Fassade zu bröckeln beginnt, wenn man etwas näher hinschaut.
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Hin und weg war ich auch von Wytske Versteegs Roman “Boy”, der sich mit dem Thema Adoption befasst, in glasklarer Prosa geschrieben ist und den ich in einem Atemzug gelesen habe. Hut ab, kann ich da nur sagen.
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Durch das Magazin der Badischen Zeitung bin ich auf vier, bzw. drei weitere spannend klingende Titel aus den Niederlanden aufmerksam geworden:

Leon de Winter: “Geronimo”

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Leon de Winter ist ein Autor, den ich sehr schätze.  Besonders gefallen hat mir sein Roman “Das Recht auf Rückkehr”, in dem es um einen Professoren geht, dessen vierjähriger Sohn in Israel verschwunden ist. Zunächst glaubt der Protagonist, dass es sich vielleicht um einen Unfall handeln könnte und muß schließlich feststellen, dass das weltpolitische Geschehen in diesem Fall eine weit größere Rolle spielt, als zunächst vermutet.
Denn wir schreiben Jahr 2024 und Israel ist auf einen kleinen Streifen am Meer zusammengeschrumpft.

Auch in seinem neuesten Werk “Geronimo” läßt Leon de Winter seiner Phantasie freien Lauf, denn er entspinnt folgendes Szenario: Was wäre, wenn Osama bin Laden am 2. Mai 2011 nicht getötet, sondern von einer Spezialeinheit verschleppt worden wäre?
Ein sehr spannendes Buch, das mich extrem gut unterhalten hat.

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Gebrand Bakker: “Jasper und sein Knecht”

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Der vorliegende Artikel verursacht mir ein dezentes schlechtes Gewissen, liegen doch Bakkers Romane “Oben ist es still” und “Birnbäume blühen weiß” schon seit geraumer Zeit auf meinem Nachttisch (der zugegebenermaßen eher ein Regal ist). Vielleicht ist dies die Gelegenheit die Lektüre nachzuholen… .

In Bakkers neuem Werk “Jasper und sein Knecht” geht es um einen Autoren (ob es sich da um Bakker selbst handelt, sei jetzt einmal dahingestellt), der sich ein altes Haus in der Eifel kauft und gemeinsam mit seinem Hund, dessen Charakter, wie auch der des Autoren, nicht ganz einfach zu sein scheint, dort einzieht.
Durchbrochen wird die Beschreibung des Alltags der beiden durch Erinnerungen des Autors an frühere Zeiten, wie zum Beispiel an Opa Bakker, oder den kleinen Bruder der verunglückt ist.

Thomas Schaefer von der BZ ist jedenfalls begeistert und schreibt: “Wer dieses Buch liest, wird davon berührt.”
Marina von literaturleuchtet und Constanze von Zeichen & Zeiten haben “Jasper und sein Knecht” ebenfalls gelesen und bereits besprochen.

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Tommy Wieringa: “Dies sind die Namen”

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Kürzlich habe ich “Eine schöne junge Frau” von Tommy Wieringa gelesen und war sehr angetan. Ein schmales, aber tiefes Buch, über einen in die Jahre gekommenen Mann, der eine um einiges jüngere Frau geheiratet hat und in der ständigen Angst lebt, diese zu verlieren.
Ein wunderbares Buch, meine Besprechung folgt demnächst.

In seinem neuen Buch geht es um eine Gruppe illegaler Migranten, die von Schleppern in der Nähe der fiktiven Stadt Michailopol, einem Ort an welchem Gesetzlosigkeit und Korruption vorherrschen, ausgesetzt werden.
Pontus Beg ist Kommissar in dieser Stadt und eigentlich hat er alles: Einen Job, eine Wohnung, Sex, doch irgendetwas scheint zu fehlen, denn wirklich glücklich und zufrieden ist er nicht.
Sowohl er, als auch die Flüchtlinge sind auf der Suche, in einem Europa in Zeiten des Umbruchs.

Ingrid Mylo von der Badischen Zeitung attestiert Wieringa einen “sternenklaren Stil” und “kühle Poesie”.
Ich freue mich jetzt schon auf die Lektüre dieses Buches.

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Otto de Kat: “Mann in der Ferne / Sehnsucht nach Kapstadt”

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Bei diesem Werk handelt es sich eigentlich um zwei Romane und zwar um die ersten beiden Bücher von Otto de Kat, der eigentlich Jan Geurt Gaarlandt heißt und in diesem Jahr 70 wird.

In “Mann in der Ferne” geht es um Einzelgänger, der, wo auch immer er sich auf der Welt befindet, ob in Cambridge, New York, oder Zürich, an die Vergangenheit denkt und damit an seinen toten Vater.

Auch in “Sehnsucht nach Kapstadt” ist ein Einzelgänger die Hauptfigur: Rob verläßt seine Heimat, die Niederlande, und kommt doch nirgendwo auf der Welt so richtig an. Dies scheint sein Schicksal zu sein.
Dieses Buch war im Jahr 2005 für “De Golden Owl”, den höchsten Literaturpreis Belgiens für Schriftsteller, die in niederländischer Sprache schreiben, nominiert und ist mit dem Halewijn-Literaturpreis ausgezeichnet worden.

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Diese Romane klingen auch interessant – stellt sich nur die Frage: Wann soll ich das alles nur lesen?!

P.S.: Wer Lust auf weitere Autoren aus den Niederlanden hat, dem lege ich Anna Enquist ans Herz. „Die Betäubung“ fand ich schlichtweg großartig.


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2 thoughts on “Die Badische Zeitung: Das Magazin zur Buchmesse – Meine Highlights
Constanze Matthes

Eine sehr schöne Zusammenstellung. de Winter hat mir sehr gut gefallen, ein wahrer Pageturner. Ich finde es gerade im Vorfeld der Buchmesse spannend, auf neue Titel und Namen aus den Niederlanden zu stoßen. Habe auch diese schöne Liste gefunden, von der ich mir den Band „Nie mehr schlafen“ sogleich bestellt habe. http://www.srf.ch/kultur/literatur/lesenswert-acht-bestseller-aus-flandern-und-den-niederlanden

    Friederike

    Oh ja, das klingt gut! Das werde ich mir auf jeden Fall anschauen.
    Vielen Dank!

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