Geschenktipps: Romane und andere Bücher zum Thema Wein

Geschenktipps: Romane und andere Bücher zum Thema Wein

Was kann man einem Weinliebhaber schenken, wenn es nicht die übliche Flasche Wein sein soll und der kleine Johnson, als auch der „Reich-Ranicki für Weingüter und Weine”, der Eichelmann, schon vorhanden ist?
Richtig, ein anderes Buch und es gibt da durchaus einige weinhaltige Möglichkeiten:

Die Weinkrimis von Paul Grote

Ein Autor, der sich ausschließlich mit kriminellen Fällen im Weinmilieu befasst, ist Paul Grote, dessen Bücher in den verschiedenen Weinregionen Europas und Deutschlands angesiedelt sind.
Es geht zum Beispiel um vermeintlich verunglückte Önologen, verunreinigte Weinproben und verschwundene Mitglieder eines Weinclubs.
Theoretisch gibt es eine Reihenfolge, doch da alle Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man sich aussuchen mit welcher Weinregion/sorte man anfängt.

Martin Walker und sein Ermittler Bruno, Chef de Police

Der nächste Autor dürfte etwas bekannter sein, zieren seine Titel doch sehr oft die Bestsellerlisten. Die Rede ist von Martin Walker, dem schottischen Schriftsteller, Historiker und Journalisten und seiner Krimi-Reihe um den Polizisten Bruno Courrèges, der in Südfrankreich, genauer im Périgord, ermittelt, lebt und eben auch genießt.
Wein und gutes Essen spielen hier eine nicht unwichtige Rolle.

Hier gibt es allerdings eine Reihenfolge, zumal es einen Protagonisten gibt, der sich weiterentwickelt. Aber man kann die Bücher auch durcheinander lesen, denn die Fälle sind in sich abgeschlossen.

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Bruno Chef de Police

Grand Cru

Schwarze Diamanten

Delikatessen

Femme fatale

Reiner Wein

Provokateure

Eskapaden

Des Weiteren gibt es auch ein Kochbuch von Martin Walker:
“Brunos Kochbuch – Rezepte und Geschichten aus dem Périgord”.

Bei einem Besuch beim Diogenes Verlag in Zürich erzählte Martin Walkers Lektorin davon, wie aufregend es war, einmal keinen literarischen Text, sondern Rezepte zu lektorieren und dafür alles nachzukochen. Das kann ich mir gut vorstellen!

Einen Küchenkalender von Bruno gibt es übrigens auch.

 

Paul Torday: “Bordeaux – Ein Roman in vier Jahrgängen”

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Bei diesem Roman ist etwas Vorsicht geboten, denn es handelt sich nicht um einen netten Menschen, der einfach gerne genießt und trinkt, sondern um den sehr eigenen Wilberforce, der eine erfolgreiche Softwarefirma besitzt, als er per Zufall auf ein Anwesen stößt, auf welchem die besten Bordeauxweine angepriesen werden.

Schnell macht er Bekanntschaft mit dem Inhaber des Anwesens, einem sehr exzentrischen Landlord, der ihn auf exklusive Dinner-Partys mitnimmt und ihn in die feine Kunst des Weintrinkens einführt.
Schließlich läßt sich Wilberforce dazu überreden, den Weinkeller zu kaufen und seine Softwarefirma abzustoßen.
Das war ein Fehler, denn unaufhaltsam beginnt der soziale Abstieg, bei dem nicht nur getrunken, sondern der Weinkeller regelrecht ausgesoffen wird.

Nachdem ich Paul Tordays Roman “Lachsfischen im Jemen” gelesen hatte, war mir klar, dass ich noch andere Romane des britischen Autoren lesen muss, denn dieses Buch fand ich schlichtweg genial. So viel britischem Understatement und Humor kann ich nicht widerstehen.
Es folgte “Bordeaux”, ein Buch, das vielleicht etwas weniger skurril als “Lachsfischen” ist, jedoch nicht minder genial, wie ich finde.
Jedoch muss ich sagen, dass diese Art von Humor nicht unbedingt jedermanns Sache ist, aber wer britische Literatur mag, der wird seine Freude daran haben.

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Amélie Nothomb: “Die Kunst Champagner zu trinken”

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Ich bin ein große Verehrerin der belgischen Schriftstellerin Amélie Nothomb und habe mir fest vorgenommen, mich durch ihr Werk zu lesen. Vom Umfang ihrer Bücher her dürfte das an sich kein Problem sein, denn sie schreibt keine Wälzer. Doch ist es so, dass sie eine Vielschreiberin ist und jedes Jahr zuverlässig einen neuen Roman vorlegt.

Da habe ich noch etwas vor – ich freue mich allerdings sehr darauf, denn ihre Bücher sind unglaublich spritzig, spitzzüngig und dialogstark.
Eines meiner Lieblingsbücher von ihr ist “Der japanische Verlobte”, in dem sie ihre Zeit in Japan beschreibt, das Land, in dem sie ihre ersten Lebensjahre verbrachte und als Studentin dorthin zurückkehrt.

In “Die Kunst Champagner zu trinken” geht es darum, dass Amélie Champagner sehr liebt, aber nicht gerne alleine trinkt. Daher macht sie sich auf die Suche nach einer Gleichgesinnten und trifft bei einer Lesung auf Pétronille, mit der sie sich blendend versteht. Wie sich herausstellt, ist auch Pétronille dem Champagner sehr zugetan.
So trinken sie sich fröhlich von Veranstaltung zu Veranstaltung (ein Anlass für Champagner ist immer zu finden), bis die Stimmung eines Tages umschlägt…

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Wenedikt Jerofejew: “Die Reise nach Petuschki”

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Diesen Tipp bekam ich in der Buchhandlung von einem Kunden, der mir sagte, dass dies sein absolutes Lieblingsbuch sei. Mit solchen Tipps von Kunden bin ich bisher immer sehr gut gefahren und auf Bücher aufmerksam gemacht worden, die sich als wahre Perlen entpuppten, wie “Hausaufgaben” von Jakob Arjouni und “Lebt” von Orkun Ertener.

Ich muß allerdings gestehen, dass ich “Die Reise nach Petuschki” selbst leider noch nicht gelesen habe, mir dieser Titel aber siedendheiß wieder eingefallen ist, als ich nach Romanen zum Thema Wein/Alkoholgenuss gesucht habe. Und ich glaube, dass dieses populärste Werk der russischen Untergrundliteratur richtig gut ist – handelt es sich doch um einen der hochprozentigsten Texte der Weltliteratur.

Es geht um einen Herrn, der sich auf einer Zugfahrt zu seiner Geliebten befindet und mit jedem Kilometer mehr Alkohol zu sich nimmt. Je betrunkener er wird, desto surrealer werden seine Schilderungen.
Ich freue mich sehr, dass ich diesen Text noch entdecken darf.

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Elisabeth Raether: “Die trinkende Frau”

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“Das weltweit erste Buch über die Kunst des Trinkens, in dem weder Hemingway noch Bukowski eine wichtige Rolle spielen”, so beschreibt Elisabeth Raether ihr Buch “Die trinkende Frau”, das aus gesammelten Texten ihrer Kultkolumne (Die Zeit) besteht, aber auch mit neuen Kolumnen aufwartet.

Dass Männer Bier lieben, hat sich in unsere Gehirne eingebrannt, aber auch Frauen pflegen eine enge Beziehung zu guten Drinks. Für ein Glas Champagner ist immer Platz und mit welchem Getränk sprengt sich eigentlich ein Pärchenabend am besten? Und was bedeutet es für eine Beziehung, wenn die Frau genauso viel verträgt, wie der Mann?.
Diesen und weiteren Fragen geht Elisabeth Raether nach, auf eine sehr unterhaltsame und eloquente Art und Weise.
Santé.

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 Heiner Boehncke, Joachim Seng: „»Will keiner trinken? keiner lachen?« – Goethe und der Wein“

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Kein anderer Dichter habe zum Lob des Weines so schöne Verse geschrieben, wie Goethe. Das erfahren wir aus dem Vorwort dieses schönen Büches.

Für Goethe war der Wein kein Getränk, sondern ein wahres Lebenselexier, der ihn zum literarischen Schaffen anregte. Allerdings sagte er auch, dass es ganz auf die eigene Gemütslage ankäme, ob einem der Wein nütze, oder schade…

Ein wunderschöner Band aus der Insel-Bücherei.

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Hans-Jörg Koch: “Wein – Eine kulinarische Anthologie”

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In dieser Sammlung rund ums Thema Wein, die vom Weinrecht-Experten Hans-Jörg Koch zusammengestellt ist, findet man natürlich auch einen Text von Goethe, doch eben nicht nur.
Erasmus von Rotterdam erzählt von der Tugend des Weines, Wilhelm Hauff von Maß und Unmaß, Oskar Meyer-Elbing von den goldene Regeln für Weinsäuglinge und Ernährungswissenschaftler Nicolai Worm vom täglichen Weingenuss.
Des Weiteren sind ein paar Rezepte, sowie eine Charakterisierung der Weinjahrgänge seit 1660 zu finden.

Eine kleine unterhaltsame Anthologie für Weinliebhaber, die mehr über ihr Lieblingsgetränk wissen möchten.

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Léa Linster & Peter Gaymann: “Wein muss rein! – Berauschende Rezepte“

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Die Spitzenköchin Léa Linster vereint in ihren kreativen Rezepten das, was zusammengehört: Wein und gutes Essen.

So finden wir hier zum Beispiel neben einer Ente mit pikanter Glühweinsauce, Lammkoteletts mit Rotwein-Kräuter-Butter, Zander im Sektteig gebacken mit Kräutermayonnaise und Grapefruit-Gratin mit Schampus-Zabaione. Da läuft einem das Wasser im Munde zusammen.

Für Erheiterung ist auch gesorgt, denn der Cartoonist Peter Gaymann, dessen Band “Weinlese” sicherlich schon unzählige Male an Weinliebhaber verschenkt worden ist, hat das Seinige getan und seine Hühner und Figuren treffend zum Thema Wein in Szene gesetzt.

Wein, Essen und Humor – was wollen wir mehr?!

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Ich bedanke mich ganz herzlich bei Andrea von vinicult, die mir den Anstoß für diese Literatursammlung gegeben hat.


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2 thoughts on “Geschenktipps: Romane und andere Bücher zum Thema Wein
Christina

Was für eine schöne Idee! Und nun habe ich auch ein Geschenk für die Mutter meines Freundes gefunden 🙂 Eine schöne Weihnachtszeit wünsche ich dir.

    Friederike

    Oh prima! Das freut mich und hoffentlich freut sie sich auch :).
    Viele Grüße,
    Friederike, die Dir ebenfalls eine schöne Weihnachtszeit wünscht.

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