Hayley Long: “Sophie Soundso”

Hayley Long: “Sophie Soundso”

Die Bücher des Königskinder Verlages sind immer ganz besonders. So auch “Sophie Soundso”, welches für mich zu den außergewöhnlichsten Jugendbüchern des Jahres zählt. Der Grund hierfür ist Hayley Longs originelle Art mit Worten umzugehen – so etwas habe ich bisher noch nicht gelesen.

Sophie lebt mit ihren Eltern in Brüssel, in der “Rue Sans Souci”, der Straße ohne Sorgen. Und eigentlich ist auch alles in Ordnung. Sophie ist 14 Jahre alt, hat einen kleinen Bruder und eine Mutter und einen Vater.
Die Wohnung ist zwar nicht die Allerschönste, aber das ist schon ok so. Sophie geht aber nicht auf eine normale Schule, sondern auf eine sehr gute, internationale, in welcher sie mehrere Sprachen lernt.
Ihre Mutter hingegen kann noch immer kaum Französisch, oder Niederländisch – sie spricht nur Englisch, denn die Familie kommt ursprünglich aus England.
Freunde scheint die Mutter jedenfalls nicht zu haben.
Sie sitzt eigentlich auch schon seit Jahren nur zu Hause und wird immer dicker, wofür sich Sophie etwas schämt.

An England erinnert sich Sophie eigentlich gar nicht. Nur ein einziges Ereignis fällt ihr da ein und zwar, wie sie mit ihrer Mutter auf eine Bahnhofstoilette gegangen ist. Dort hat die Mutter sowohl Sophies, als auch ihren eigenen Mantel weggeworfen und sich eine Perücke aufgezogen. Danach waren sie dann in Brüssel und ihr Vater hieß plötzlich anders.
Seltsam ist auch, dass Sophie keine Geburtsurkunde hat. Aber ihre Eltern haben erzählt, dass nur Kinder, die in Brüssel geboren werden eine solche Urkunde bekommen. Und wenn die Eltern das sagen, dann wird es schon stimmen, oder? Sophie jedenfalls findet das alles komisch, beginnt zu recherchieren, was ihre Eltern vor ihr geheim halten und stößt auf merkwürdige Dinge…

Das Besondere an diesem Buch ist, dass Sophie uns ihre Geschichte nicht einfach ganz normal erzählt. Sie benutzt dazu eine Geheimsprache, in welcher sie einige Wörter durch andere Worte ersetzt. Wenn sie zum Beispiel von ihrer Mutter und ihrem Vater spricht, nennt sie die beiden meine Mamba und mein Poncho. Ihr Bruder ist nicht einfach ihr Bruder, sondern ihr Brüller und die Menschen sprechen nicht einfach miteinander, nein. Sie rascheln.

Das hört sich jetzt kompliziert an – ist es aber nicht. Nach drei Sätzen ist man drin in Sophies Sprache und freut sich mit ihr neue Worte zu entdecken. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass sich dieses Buch so flüssig liest – als ob es in ganz normalem Deutsch geschrieben wäre.
Die Geschichte an sich ist ebenso spannend, denn man fragt sich die ganze Zeit, was in früheren Jahren wohl passiert sein mag und weshalb die Eltern Sophie so rein gar nichts erzählen.

Des Weiteren ist “Sophie Soundso” ein wunderbares Buch über Freundschaft und über Vorurteile: Comet ist Sophies beste Freundin und hilft Sophie eigentlich immer, wo sie kann. Doch plötzlich meldet sie sich nicht mehr. Hat sie vielleicht auch ein Geheimnis und darf das nicht verraten? Aber, dafür sind doch Freunde da: Um sich einander anzuvertrauen, oder etwa nicht..?
Und was ist mit Angelika, die ebenfalls in Sophies Klasse ist und immer einen blöden Spruch auf den Lippen hat. Ist sie vielleicht in Wirklichkeit doch ganz nett? Sophie wird es herausfinden, wie sie so manches herausfinden wird: Charmant und in ihrer ganz eigenen Sprache.

Ab 12 Jahren.

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ISBN: 978-3-551-56016-2
Verlag: Königskinder
Preis: 16,99 €


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