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Hila Blum: “Der Besuch”

Nili und Nati sind ein junges Ehepaar und in Israel zu Hause. Nati hat seine Tochter Dida in die Ehe mitgebracht, eine sehr kluge und ernste Zwölfjährige, die Nili gerne aus der Reserve lockt. Inzwischen ist auch Tochter Asia geboren worden und Nili lebt in ständiger Sorge um Sie, denn vor einiger Zeit hat sich ein Unfall ereignet und es ist nicht so ganz klar, in wie weit Asia Folgen davon in sich trägt.

Eines Tages bekommen die beiden einen Anruf: Ein Millionär aus Frankreich meldet sich, der sie vor einigen Jahren aus einer verfahrenen Situation in einem Restaurant gerettet hat. Er sei in Israel und möchte die beiden treffen. Weder Nili, noch Nati ist begeistert. Doch absagen können Sie schlecht. Aber es sind auch beide neugierig, was dieser Herr nach all den Jahren von ihnen möchte.
Mit dieser Situation beginnt unsere Reise in den Lebensalltag von Nati und Nili. Wir erfahren von kleinen und größeren Sorgen und Problemen und stellen fest, dass beide voreinander gewisse Seiten und Wesenszüge verheimlichen und auch sonst nicht alles offen ansprechen.

Bücher von israelischen Autoren und Bücher, die in Israel spielen, lese ich sehr gerne. Yael Hedayas „Zusammenstöße“ zum Beispiel finde ich großartig und auch Leon de Winters „Recht auf Rückkehr“ hat mich sehr beeindruckt. Wahrscheinlich liegt meine Affinität zur Literatur dieses Landes auch daran, dass ich selbst einmal vor vielen Jahren eine Sommer in Israel in einem Kibbuz  verbracht habe und mich sehr gerne an diese Zeit zurück erinnere.

Was mich bei Hila Blums Buch: „Der Besuch“ besonders angesprochen hat, ist die Sprache, in welcher sie uns die Beziehung der beiden Protagonisten nahe bringt: Sehr klar, sehr präzise und sehr real. Hila Blum ist eine feine Beobachterin, deren Schreibstil an die israelische Autorin Zeruya Shalev (die “Der Besuch” übrigens sehr gelobt hat) erinnert. Durch diese Schnörkellosigkeit in der Sprache bekommen Nili und Nati eine unglaublich direkte Intensität und das hat mir persönlich sehr gut gefallen.

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ISBN: 978-3-8333-1039-3
Verlag: Berlin Verlag
Preis: 9,99 €


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