Der Literatur-Spiegel zur Frankfurter Buchmesse 2018 – Meine Highlights

Der Literatur-Spiegel zur Frankfurter Buchmesse 2018 – Meine Highlights

Nach der Bücher-Beilage der Zeitschrift “Brigitte” habe ich mir die Oktober-Ausgabe des Literatur-Spiegels vorgenommen.

Das sind meine Highlights:

Dörte Hansen: “Mittagsstunde”

Dörte Hansens Debütroman “Altes Land” war für mich eine absolute Überraschung.
Jetzt, drei Jahre später, legt die Autorin nach. Endlich!

In “Mittagsstunde” geht es um das Verschwinden der bäuerlichen Welt und um Ingwer Feddersen, der eben dieser Welt entflohen ist. Doch für seine Kommilitonen ist und bleibt er “Der Bauer”…
Mir hat dieser Roman sogar noch besser gefallen, als “Altes Land”. Ich habe mich vollkommen festgelesen und werde am Erscheinungstag, dem 15.10.2018 darüber berichten.

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Jennifer Clement: “Gun Love”

Pearl lebt mit ihrer Mutter (die ihre Tochter bekommen hat, als sie noch minderjährig gewesen ist) im Auto und ist soweit glücklich. Sie kennt ja auch nichts anderes.
Als jedoch im Trailerpark, in welchem das “Zuhause” der beiden geparkt ist, siamesische Alligator-Babys entdeckt werden, ist es mit der Ruhe vorbei. Eine ganze Heerschar von Reportern und Neugierigen hält Einzug. Das passt nicht jedem.
Eines Tages werden die Alligatoren erschossen aufgefunden.
Wer dafür verantwortlich ist, ist nicht leicht zu beantworten, denn hier besitzt jeder eine Waffe….

Jennifer Clements Roman “Gebete für die Vermissten” hat mich begeistert und ist eines meiner Lieblingsbücher des Jahres 2016.
Schonungslos erzählt die Autorin hier die Geschichte eines Mädchens, dessen Leben vom Drogenkrieg in Mexiko geprägt ist. Ihre Mutter färbt ihr die Zähne schwarz, um sie hässlich zu machen und so vor einer Entführung zu schützen.
Ein großartiges Buch, für das Jennifer Clement zehn Jahre Recherche betrieben hat.

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Da ich weiß, was die Autorin kann, mich sehr auf ihr neues Werk.

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Annie Ernaux: “Erinnerung eines Mädchens”

1958 arbeitet die 18-jährige Annie als Betreuerin in einem Feriencamp. Es ist eine schöne Zeit und sie genießt die Parties, die gefeiert werden. Schließlich verliebt sie sich in H. und schläft mit ihm. Für sie ist es das erste Mal.
Doch am nächsten Tag wird sie von H. komplett ignoriert und weiß nicht, wie sie dies verarbeiten soll.
So kommt es, dass sie sich noch am gleichen Tag mit einem anderen jungen Mann einlässt – und daraufhin von den anderen ausgegrenzt wird.

In Frankreich ist Annie Ernaux seit geraumer Zeit eine gefeierte und vielfach ausgezeichnete Autorin.
Im vergangenen Jahr erschien ihr erstes Werk “Die Jahre” (eine Art “unpersönliche Autobiografie”, in welcher sich die Autorin ihr Leben anhand von z.B. Gegenständen und Wörtern vergegenwärtigt) in deutscher Übersetzung und wurde unter anderem im Literarischen Quartett besprochen.

Gerade habe ich die Leseprobe von “Erinnerung eines Mädchens” gelesen und finde sie sehr vielversprechend.

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Heinz Strunk: “Das Teemännchen”

In diesem Band mit Geschichten geht es düster zu. Die Jagd nach reinem Lustgewinn, Alkohol, Einsamkeit und unter anderem der Verfall des Körpers stehen im Vordergrund.
In einer Erzählung geht es zum Beispiel um einen onaniesüchtigen jungen Mann, der sich auch während des Fahrradfahrens befriedigt und sich beim “Sturz das Genital zerschmettert”.
Das hat hohen Unterhaltungswert, so schreibt der Spiegel-Journalist Wolfgang Höbel, doch eines bieten diese Geschichten nicht: Trost.

Von Heinz Strunks Roman “Der goldene Handschuh” über den Serienmörder Fritz Honka, war eine meine Kolleginnen sehr angetan. Sie fügte jedoch hinzu, dass er schon sehr hart und auch eklig sei. Aber toll geschrieben und faszinierend.
Das glaube ich sofort und möchte dieses Buch, das inzwischen auch in der Taschenbuchausgabe erhältlich ist, auf auf jeden Fall noch lesen.

Aber vielleicht fange ich doch mit seinen Erzählungen an, in die ich gerade hineingelesen habe und nicht mehr aufhören konnte.
Die Welt schreibt, dass es eine große Kunst sei, Spaß und Depression so authentisch und gekonnt miteinander zu verbinden. Eine Kunst, die Heinz Strunk meisterlich beherrsche.
Ja dann, ab auf die Leseliste.

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Haya Molcho & Söhne: “Tel Aviv by Neni”

Molcho. Da denke ich als erstes an den Pantomimen Samy Molcho, der für seine Bücher über Körpersprache weltweit bekannt ist.
Doch nicht um ihn geht es hier, sondern um die sehr erfolgreiche Haya Molcho, die mit Sammy Molcho verheiratet und Besitzerin der Gastronomiekette NENI ist. Die vier Buchstaben NENI stehen für die Anfangsbuchstaben der Namen ihrer Kinder.
Ihr erstes Restaurant eröffnete sie in Wien. Franchise-Filialen in Berlin, Tel Aviv, München, Zürich usw. folgten.

Für ihr neues Kochbuch, das eine Art kulinarischer Reiseführer ist, so Spiegel-Journalist Tobias Becker, reiste Haya Molcho mit ihren Söhnen nach Israel und porträtiert unter anderem Gastronomen, die sich in Tel Aviv niedergelassen haben.
Rezepte zum Nachkochen gibt es selbstverständlich auch, wobei es allerdings keine “israelische Küche” gibt, denn die Küche Israels besteht aus der Summe vieler Küchen.
Dieses Kochbuch ist der perfekte Beweis dafür, dass “Gutes Essen länderübergreifend sei”, so Becker weiter.

„Tel Aviv by NENI“ ist mir zwar schon bei uns im Laden aufgefallen, doch hatte ich mich bisher noch nicht näher damit beschäftigt. Jetzt werde ich es mir genauer und mit ganz anderen Augen ansehen.
Danke für den Tipp!

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