Zürich liest 2016 – Ein Festival mit vielen Highlights

Zürich liest 2016 – Ein Festival mit vielen Highlights

Vom 26. bis 30. Oktober findet in Zürich das Literaturfestival “Zürich liest” statt, von dem ich in diesem Jahr berichten darf. Meinen Festivalplan habe ich vor Kurzem online gestellt, doch aus diesen vielen spannenden Veranstaltungen einzelne auszuwählen war wirklich schwierig.
Daher folgen nun die die Veranstaltungen die ich wahnsinnig gerne besuchen würde, könnte ich mich zweiteilen:

zora_del_buono

Auf Zora del Buonos Roman “Hinter den Büschen, an eine Hauswand gelehnt” freue ich mich schon, seit die Verlage ihr Herbstprogramm veröffentlicht haben.
Ich kann es nicht genau benennen, aber irgendwie spüre ich, dass ich viel Freude an ihrer Art zu schreiben haben werde, war sie für mich doch bereits mit ihrem Buch “Gotthard” ein heißer Kandidat für die Longlist des Deutschen Buchpreises im vergangenen Jahr. Und auch in diesem Jahr stand sie auf meiner Favoritenliste.

Gerade habe ich mit “Hinter den Büschen, an eine Hauswand gelehnt” begonnen, in dem es um eine Lehrerin/Professorin geht, die an einem amerikanischen College Journalismus unterrichtet und sich auf einen Studenten einläßt.
Ich hatte mit meiner Vermutung übrigens Recht: Zora del Buonos Art zu schreiben und vor allem die Thematik (es geht unter anderem um Edward Snowden und die doch sehr spezielle Atmosphäre am amerikanischen College) machen mir viel Freude und ich werde berichten, sobald ich die Lektüre beendet habe.

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siegerkunst

Bücher in welchen es um Kunst geht, finde ich generell sehr spannend, sei es nun ein Roman, oder ein Sachbuch.
Der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich hat im Wagenbach Verlag sein Buch “Siegerkunst” veröffentlicht, in dem es darum geht, dass der Künstler in der heutigen Zeit nicht mehr frei ist, sondern die Bedürfnisse der nicht gerade zahlreichen Sammler nach Luxus, Exklusivität und Repräsentation bedienen muß.
Das Besitzen, nicht das Wahrnehmen von Kunst scheint heute wichtig zu sein.
Wohin wird das führen? Darüber wird sich der Autor mit Dieter Schwarz, dem Direktor des Kunstmuseum Winterthur unterhalten.

Da wäre ich wirklich gerne dabei. Vielleicht berichtet mir ja einer der Besucher dieser spannenden Veranstaltung die am Freitag, den 28. Oktober in Winterthur stattfindet, davon?
Ich würde mich sehr darüber freuen und werde mich wohl zunächst mit der Lektüre des Buches “Siegerkunst” vergnügen, zumal ich heute in das im August erneuerte Gesetz zum Kulturgutschutz hineingelesen habe und die Thematik äußerst interessant finde.
Wenn ich mich richtig erinnere, so war es vor diesem Gesetz zum Beispiel möglich Kulturgüter in die USA zu verkaufen, indem man einfach den Weg über zum Beispiel England nahm, da ein Verkauf innerhalb der EU kein Problem gewesen ist. Dort war dann dieses Kulturgut nicht mehr von nationaler Bedeutung, da man ja nicht mehr auf deutschem, sondern auf englischem Boden war und so konnte das Kulturgut einfach in die USA verkauft werden.
Das neue Gesetz soll nun eine Abwanderung eines Kulturguts ins Ausland erschweren und ich bin sehr gespannt von Wolfgang Ullrich zu erfahren, welche Auswirkungen dies auf die Künstler und den Kunstmarkt hat.

Und wenn ich schon dabei bin: Herr Ullrich hat noch einige weitere spannende Bücher über Kunst geschrieben, wie zum Beispiel “Die Geschichte der Unschärfe”. Das klingt auch sehr spannend.
Da weiß ich ja schon, was ich mir zu Weihnachten wünsche… !

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Ebenfalls am Freitag Abend findet um 20:00 eine Lesung der Nominierten des Schweizer Buchpreises, welcher übrigens von Manuela Hofstätter (lesefieber.ch) und dem Schweizer Buchjahr begleitet wird, im Literaturhaus Zürich statt. Nominiert sind in diesem Jahr:

Sacha Batthyany: „Und was hat das mit mir zu tun?“
(» zur Besprechung bei kapriziös)

Christoph Höhtker: „Alles sehen“
(» zur Verlagsseite)

Christian Kracht: „Die Toten“
(» zur Besprechung von literaturleuchtet)

Charles Lewinsky: „Andersen“
(» zur Besprechung von Ruth liest)

Michelle Steinbeck: „Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch“
(» zur Verlagsseite)

Ich bin sehr gespannt, wer den Schweizer Buchpreis gewinnen wird und drücke ja heimlich Charles Lewinsky die Daumen, zumal er der Autor meines Lieblingsbuches “Melnitz” ist.

Ebenfalls um 20:00 beginnt die “Fanny Tour” mit dem Autor Pedro Lenz und dem Pianisten Christian Brantschen in Männedorf.
Auf Pedro Lenz bin ich durch eine Kollegin aufmerksam geworden, die mir ganz begeistert von “Der Goalie bin ich” berichtete, woraufhin ich dieses Buch natürlich ebenfalls lesen mußte und vollkommen hin und weg war. Hier geht es zu meiner Besprechung.

schwarzes_meer

Am Samstag, den 29. Oktober lädt der Schriftsteller und Reisejournalist Dres Balmer um 15:00 zu einer Lesung der anderen Art.
Er wird nicht sitzend von seiner Umrundung des Schwarzen Meeres auf dem Fahrrad berichten, sondern pedalierend, also fahrradfahrend.
Oder um es frei nach Loriot zu sagen: “Er sitzt und spricht!” :).
Gefahren wird übrigens im Café Che und der Eintritt ist frei.

Das wird bestimmt prima und wer, wie ich, leider nicht live dabei sein kann, der kann Balmers Erlebnisse nachlesen.
Und wer möchte, der kann die Tour auch selbst nachradeln, denn in seinem Buch “Rund ums Schwarze Meer” gibt der Autor viele praktische Tipps.

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grenzgang

Ebenfalls am Samstag hat der Autor Stephan Thome seinen Auftritt, dessen Debütroman “Grenzgang”, sowie das Buch “Fliehkräfte” für den Deutschen Buchpreis nominiert gewesen sind.

Thome hat Philosophie, Religionswissenschaften und Sinologie in Berlin, China, Taiwan und Japan studiert, bevor er mit “Grenzgang” debütierte, ein Buch, das ich leider, wie ich zugeben muß, immer noch nicht gelesen habe.

Allerdings war ich von “Fliehkräfte” sehr angetan, einem Roman, in dem es um einen Professoren geht, dessen Frau genug hat vom Dasein als reine Professorengattin und wieder arbeiten möchte, wofür sie von Bonn nach Berlin zieht.
Den Gatten nimmt das Ganze mehr mit, als zunächst erwartet..

Im Zentrum Karl der Grosse spricht Stephan Thome mit dem Literaturkritiker Daniel Rothenbühler über das Thema Grenzen, Figuren die an ihre Grenzen getrieben werden, kulturelle Grenzen und die Grenzen des Textes.

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Fast zeitgleich liest die türkisch-deutsche Autorin Esmahan Aykol im Salon in der Weststrasse aus ihrem neuen Buch “Istanbul Tango”, einem neuen Fall für die in Istanbul lebende Krimibuchhändlerin Kati Hirschel.
Vor Jahren habe ich Aykols Buch “Hotel Bosporus” gelesen und erinnere mich, daß es mir sehr gut gefallen hat. Inzwischen war ich selbst in Istanbul und denke, dass ich Aykols Romane nun ganz anders und intensiver lesen werde, zumal mich diese Stadt sehr beeindruckt hat.

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geb_SUEbenso spannend wir sicherlich die Lesung mit Shumona Sinha in der Buchhandlung Volkshaus. Die indisch-französische Autorin ist zur Zeit “Writer in Residence” in Zürich und hat für ihr Buch “Erschlagt die Armen” den Internationalen Kulturpreis erhalten.
Eine meiner Kolleginnen war sehr begeistert von diesem Werk, genauso wie Marina von literaturleuchtet.
» Hier geht es zu ihrer Besprechung.

Vor Kurzem ist der zweite Roman der Autorin in deutscher Sprache erschienen. “Kalkutta” heißt er und es geht um die Rückkehr der Hauptfigur in ihr leeres Elternhaus in Kalkutta und um die politische Vergangenheit Westbengalens.
Beide Bücher liegen bereits auf meinem Nachttisch und ich freue mich sehr auf die Lektüre.

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freitagWer kennt sie nicht: Kafi Freitag, deren Bücher “Chill mal, Frau Freitag”, “Voll streng, Frau Freitag” und “Echt easy, Frau Freitag” längst Kult sind und die ich so gerne gelesen habe. Was habe ich gelacht!

Des Weiteren betreibt Frau Freitag den Blog “Frag Frau Freitag”, in welchem sie alle Fragen des Lebens beantwortet.
Nun sind 222 dieser Fragen und Antworten im Buch „Frag Frau Freitag“ im Salis Verlag erschienen und bei der Veranstaltung in der Buchhandlung Lüthy wird Frau Freitag mit Johannes Hug über die großen Fragen diskutieren.

Zwar werde ich selbst es nicht zum Abend mit Frau Freitag schaffen, aber meine Mitbloggerin Janine wird den Abend dort verbringen, sicherlich viel Spaß haben und uns berichten. Ich freue mich schon darauf.

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Am liebsten wäre ich bei allen Veranstaltungen dabei und wünsche allen die zum Festival kommen viel Vergnügen. Vielleicht treffen wir uns ja, ich würde mich sehr freuen.

Und wem die obigen Veranstaltungen nicht ausreichen: Es gibt noch viel mehr!
» Hier geht es zum kompletten Programm von Zürich liest 2016.


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5 thoughts on “Zürich liest 2016 – Ein Festival mit vielen Highlights
Marina Büttner

Danke fürs Verlinken!
Ich wünsch dir ganz viel Freude in Zürich!
Liebe Grüße. Marina

    Friederike

    Immer wieder gerne!

    Vielen Dank.

    Viele Grüße,
    Friederike

Pingback: Fünf Literaturblogs für "Zürich liest" - Agentur für digitales Buchmarketing
Annamarie aus Zürich

Hallo Friederike,
ich hoffe du hattest nach dem stärkenden Frühstück, an der Buchtaufe im legendären Café Odeon am Bellevue, noch eine spannende Zeit in Zürich. Ich hoffe ihr habt es noch rechtzeitig in den Strauhof geschafft und hattet noch eine schöne Zeit in Zürich. Es war super euch zwei kennenzulernen. Dein vis à vis schräg gegenüber am Tisch beim „Zmörgele“. Liebe Grüsse Annamarie

Friederike

Liebe Annamarie,

das „Zmörgele“ mit Euch beiden war wirklich prima und es freut mich sehr, dass ich Euch kennengelernt habe.
Wir hatten eine großartige Zeit in Zürich und es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich dort gewesen bin – ich habe es ja nicht weit.

In der Zwischenzeit esse ich Bircher Müesli und nehme das ein oder andere Znüni ;).
Liebe Grüße,
Friederike

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