Auf diese Neuerscheinungen freue ich mich im Herbst 2019

Auf diese Neuerscheinungen freue ich mich im Herbst 2019

Die Verlagsprogramme für den kommenden Herbst sind seit kurzem online und nach dem ersten durchgesehenen Stapel (Teil zwei nehme ich mir demnächst vor) kann ich sagen: Das ist vielversprechend:

Margaret Atwood: “Die Zeuginnen”

Vor 15 Jahren habe ich mit Begeisterung Margaret Atwoods Kultroman “Der Report der Magd” gelesen.
In diesem Buch geht es um Desfred, die in der nahen Zukunft in den USA lebt. Durch nukleare Katastrophen ist die Mehrheit der Menschen steril geworden. Der Notstand wurde ausgerufen, es herrscht Diktatur und die wenigen fruchtbaren Frauen sind nur dazu da, um Kinder in die Welt zu setzen.
Frauen, wie Desfred…

Über das Schicksal Desfreds, hat Margaret Atwood uns am Ende des Romans im Unklaren gelassen. Das hat jetzt ein Ende, denn Mitte September 2019 erscheint mit “Die Zeuginnen” die Fortsetzung.
Ich freue mich sehr auf dieses Buch und überlege gerade, den “Report der Magd” noch einmal zu lesen, um die Zeit bis zum Erscheinungstermin zu überbrücken und mir die Geschichte noch einmal in Erinnerung zu rufen.

“Die Zeuginnen” erscheint Mitte September 2019.

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P.S.: Wer Margaret Atwoods schräge Seite entdecken möchte, dem empfehle ich ihren Roman „Das Herz kommt zuletzt“.

Thomas Lang: “Freinacht”

Dass Elles 16. Geburtstag so enden würde, hätte niemand vermutet.
Die Feiernden stoßen auf einem stillgelegten Bahngelände auf einen erfrorenen Mann. Sie beginnen sich zu streiten, schlagen auf den Toten ein – und filmen sich dabei.
Die Filme gelangen an die Öffentlichkeit…

Das könnte jetzt der Plot eines normalen Thrillers sein, doch der Autor ist u. a. für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert gewesen. Außerdem schreibt der Verlag, die zentralen Themen dieses Werks seien die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und das Erwachsenwerden.
Daher denke ich, dass es sich bei “Freinacht” auf keinen Fall um einen 0815-Spannungsroman handeln wird und bin freue mich darauf dieses Buch ab Anfang Oktober 2019 lesen zu können.

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Sally Rooney: “Gespräch mit Freunden”

Melissa möchte einen Artikel über die beiden Studentinnen Frances und Bobbi schreiben, die ihre Gedichte live performen und sie faszinieren.
Sie und ihr Ehemann Nick sind gut 10 Jahre älter, freunden sich mit mit den beiden jungen Frauen an. Sie treffen sich und Bobbi fühlt sich schnell zu Melissa hingezogen.
Frances hingegen entwickelt Gefühle für Nick….

Ich durfte diesen klugen Roman, in dem es unter anderem darum geht, was in der Liebe möglich ist und was nicht, schon vorab lesen und sage: Freut Euch drauf.

Erscheint Ende Juli 2019.

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Sophie Calle: “Das Adressbuch”

Als Sophie Calle ein Adressbuch findet, beschließt sie, es dem Besitzer (Pierre D.) anonym zukommen zu lassen. Zuvor kopiert sie es aber.
Nach und nach nimmt sie mit den dort verzeichneten Menschen Kontakt auf, trifft sich mit Pierres Freunden, seiner Familie, seinen Affären und versucht sich so ein Bild von ihm selbst zu machen.

Warum tut sie das? Aus reiner Neugier? Aus Obsession, oder aus Angst?
Das weiß Sophie selbst allerdings auch nicht…

Sophie Calle ist Künstlerin und obiges Szenario ist nicht erfunden.
Sie dokumentierte ihre Recherchen (Fotos, Texte) und löste einen Skandal aus, als dieses Werk 1983 in einer Tageszeitung veröffentlicht wurde.
Was sie nicht daran hinderte, weiter in dieser Richtung zu arbeiten…

Gerade erst habe ich einen Roman zu dieser Art der Kunst gelesen: “Alexandra” (Natasha Bell), der zwar eher Krimifutter war, aber genau die Thematik Sophie Calles aufgreift: Wie weit darf Kunst gehen bzw. darf man aus dem Privatleben anderer Kunst machen, wenn diese zuvor nicht gefragt worden sind?

Daher bin ich gespannt auf “Das Adressbuch”, das Ende Oktober 2019 erscheinen wird.

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Emma Braslavsky: “Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten”

Im Berlin der nahen Zukunft sind Robotik-Unternehmen groß im Kommen, denn sie stellen Roboter her, die man nicht mehr von den echten Menschen unterscheiden kann.
Jede Beziehung, die man sich wünscht, kann also verwirklicht werden. Super!
Nie wieder einsam sein.

Leider ist es so, dass sich im Zuge dieser Entwicklung die Selbstmorde verzehnfacht haben, was vielleicht daran liegen könnte, dass die Robotor zwar Liebe simulieren können, sich jedoch sozial von ihren Partnern entfremden.

Deshalb kommt jetzt Roberta auf den Markt, denn es ist so, dass das Sozialamt auf den Bestattungskosten von Personen, die scheinbar keine Angehörigen haben, sitzen bleibt. Roberta soll die Angehörigen ausfindig machen.
Das passt jedoch nicht jedem…

Das klingt abgefahren, hochinteressant und erinnert mich thematisch ein bisschen an den oben bereits erwähnten Roman „Das Herz kommt zuletzt“ von Margaret Atwood.

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Matthias Brandt: “Blackbird”

Morton (Motte) ist 15, als er erfährt, dass sein bester Freund Bogi sehr krank ist. Kurz nach diesem verehrenden Telefonat, fährt Jacqueline, die aufs Einstein-Gymnasium geht, auf ihrem Hollandrad an Motto vorbei.
So nah liegen also der Tod und die Liebe zusammen…

Matthias Brands literarisches Debüt “Raumpatrouille”, in welchem er aus seiner Kindheit als Kanzlerkind erzählt, wollte ich zunächst gar nicht lesen, da ich dachte: Noch ein Schauspieler, der unbedingt ein Buch schreiben muss…
Doch dann hat mich diese Geschichtensammlung sehr begeistert und ein wenig an die Erzählweise des Autors Joachim Meyerhoff erinnert.
Daher freue ich mich auf “Blackbird”.

Dieses Buch erscheint Ende August 2019.

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Stefanie de Velasco: “Kein Teil der Welt”

Esther wurde nicht gefragt, als es darum ging, in die alte Heimat ihres Vaters (ein kleines ostdeutsches Dorf) zu ziehen, um in der dortigen Gemeinschaft einen Königssaal zu errichten. Und jetzt ist sie hier, weit weg von ihrer besten Freundin Sulamith, mit der sie bisher alles geteilt hat und zum Beispiel die Predigtdienstschule besucht hat.

Hat der plötzliche Wegzug von Esthers Familie vielleicht damit zutun, dass Sulamith am Glauben der Zeugen Jehovas zu zweifeln begonnen hatte?

Stefanie de Velascos Roman “Tigermilch”, welchen ich vor Jahren gelesen habe, hat mir sehr gut gefallen.
“Kein Teil der Welt” interessiert mich auch thematisch, da dieses Buch dem Leser, so schreibt der Verlag, eine Welt zeigt, die die meisten von uns nicht kennen dürften. Stefanie de Velasco jedoch weiß wovon sie schreibt, denn es ist die Welt, in der sie groß geworden ist und die sie mit 15 Jahren verlassen hat.
Ichhoffe, dass mich dieses Buch genauso packt, wie zum Beispiel “Unorthodox” von Deborah Feldman, oder “Die Hochzeit der Chani Kaufman” von Eve Harris – zwei meiner Lieblingsbücher, die sich mit einer ähnlichen Thematik beschäftigen.

„Kein Teil der Welt” erscheint Mitte Oktober 2019.

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Julian Barnes: “Kunst sehen”

Der renommierte Autor Julian Barnes, den wir von Werken wie “Der Lärm der Zeit” und “Vom Ende einer Geschichte” (Man Booker Prize 2011) kennen, legt hier eine Sammlung von Geschichten vor, die sich mit der Welt der Kunst beschäftigen.

Kenntnisreich erzählt Barnes hier aus dem Leben von Künstlern wie zum Beispiel Manet, Cézanne und Degas und bringt uns so eine andere Seite dieser Persönlichkeiten näher.
Der Verlag schreibt, dass dieses Buch sich sowohl an Kunstkenner, als auch an Laien richtet und sehr unterhaltsam ist.
Das will ich hoffen!

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Rebecca Stott: “Erlöst – Mein Weg aus der Sekte”

Rebecca Stott ist in einer fundamentalistischen, christlichen Sekte aufgewachsen, deren Regeln ganz anders waren, als der liberale Zeitgeist der 60er und 70er Jahre.

Jetzt liegt ihr Vater im Sterben und bittet Rebecca darum, ihm zu helfen die Geschichte seiner Familie zu verfassen, deren Mitglieder seit Generationen der Sekte angehören.

Dies ist der Anlass, aus welchem sich Rebecca Stott die Frage stellt, weshalb intelligente Menschen in den Sog einer fundamentalistischen Religion geraten und welche Folgen das haben kann.

Das klingt hochinteressant, wobei ich sagen muss, dass mir der englische Originaltitel “In The Days Of Rain: A Daughter, a Father, a Cult” wesentlich mehr zusagt, als die gewählte Übersetzung.
Dies mindert jedoch nicht meine Neugierde auf diesen Titel.
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch in die Richtung eines meiner oben bereits erwähnten Lieblingsbücher geht: “Unorthodox” von Deborah Feldman.
Wir werden sehen. Aber die Tatsache, dass Werner Löcher-Lawrence (der auch zum Beispiel “Jeder Tag ist Muttertag” genial ins Deutsche übertragen hat) “Erlöst” übersetzt hat, ist schon ein großer Pluspunkt!

“Erlöst” erscheint Anfang November 2019.

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R.R.Sul: “Das Erbe”

Wolf hat seinen ganz eigenen Rhythmus: Tagsüber schläft er und nachts ist er wach. Raus darf er, aber nur mit seinem Motorradhelm, denn Wolf hat die Mondscheinkrankheit. Sagt seine Mutter.
Bei einem Arztbesuch stellt sich heraus, dass seine Mutter ihn jahrelang angelogen hat, denn Wolf ist gesund.
Als seine Mutter damit konfrontiert wird, bringt sie sich um.

Jahre später bekommt Wolf, der zurückgezogen in seiner Wohnung lebt, an deren Wänden sich Massen an Puzzles befinden, Besuch. Vor der Tür steht Freddy, der sagt, er sei Wolfs Bruder. Obwohl Freddy sich sehr seltsam verhält, läßt Wolf ihn herein.
Ein Fehler?

Das klingt super! Her damit!
R.R. Sul ist übrigens ein Pseudonym…

Erscheint Mitte September 2019.

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Claire Lombardo: “Der größte Spaß, den wir je hatten”

Vierzig Jahre lang sind ihre Eltern schon glücklich verheiratet und leben ihren vier Töchtern die perfekte Beziehung vor.
Deren Leben sieht jedoch anders aus: Wendy ist früh Witwe geworden, trinkt viel und trifft sich mit sehr viel jüngeren Männern, Violet ist ist Prozessanwältin und gerade Vollzeitmutter im Streß, Liza ist landesweit eine der jüngsten Professorinnen und gerade schwanger. Ob sie das Kind will, weiß sie aber noch nicht.
Die jüngste Tochter ist Grace, die jeder um Ratschläge bittet und die eine Lüge lebt, von der niemand weiß.
Alle vier haben Angst, niemals so glücklich zu sein, wie ihre Eltern.

Da taucht plötzlich Jona auf, den Violet vor 15 Jahren zur Adoption freigegeben hat…

Erscheint Ende September 2019.

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Lauren Groff: “Florida”

In Florida flirrt die Hitze, es ist gleißend hell. Die Wildnis ist schön, aber unberechenbar. Das müssen zum Beispiel zwei Mädchen erfahren, die alleine in eben jener Wildnis zurückgelassen werden. Denn genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet, schlägt sie zu, die Natur.

Bei diesem Buch handelt es sich um einen Erzählband, der amerikanischen Autorin Lauren Groff, von deren Roman “Licht und Zorn” (2016) unter anderen Barack Obama begeistert gewesen ist.
Ich muss zugeben, dass mich dieses Buch leider nicht so gefesselt hat. Aber vielleicht habe ich die Lektüre auch einfach zu früh abgebrochen.

Auf die Erzählungen jedenfalls, die Ende Oktober 2019 erscheinen werden, bin ich sehr gespannt.

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Peter Keglevic: “Wolfsegg”

Agnes ist 15 Jahre alt, wohnt in einem kleinen Tal in den Bergen und erfährt am eigenen Leib, wie hart das Leben ist. Denn die anderen im Tal verachten ihre Familie.
Jeder kennt hier jeden, kein Geheimnis bleibt geheim und Missbrauch ist quasi an der Tagesordnung.

Als Agnes Vater erschlagen wird und die Mutter stirbt, möchte Agnes nur noch eins: Dass ihre beiden Geschwister nicht ins Heim müssen, in dem sie selbst so viel Furchtbares erlebt hat.

Dieses Buch erinnert mich an Thomas Willmans Roman “Das finstere Tal”, der mich vor Jahren sehr begeistert hat.
Daher freue ich mich auf “Wolfsegg”.

Dieses Buch erscheint Ende August 2019.

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Amaryllis Fox: “Life Undercover – Als Agentin bei der CIA”

Dies ist kein Roman, sondern der Bericht der Undercover-Agentin Amaryllis Fox, die durch eine harte Lehre ging. Ihr wurde beigebracht, wie man sich von Handschellen befreit, aber auch, welche Selbsttötungsmethode im Notfall die Effektivste ist.
Zehn Jahre war sie bei der CIA und ermittelte auch weiter, als sie schwanger wurde.
In “Life Undercover” erzählt sie uns von ihrem Leben.
Heute arbeitet Amaryllis Fox unter anderem als Friedensaktivistin.

Also im Prinzip wie die Serie “Homeland” – nur in echt.
Klingt spannend!

Dieses Buch erscheint Ende Oktober 2019.

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4 thoughts on “Auf diese Neuerscheinungen freue ich mich im Herbst 2019
Tina

Oh wow, der Roman von Braslavsky klingt ja mal mega gut! Da werde ich auf jeden Fall dran bleiben. Danke für den Tipp!

Liebe Grüße
Tina
killmonotony.de

    Friederike

    Gerne! Ich finde auch, dass die Story hochinteressant klingt!

    Viele Grüße,
    Friederike

Maxie

Wow, dass es bald ein neues Buch von Matthias Brandt gibt, wusste ich nicht, freut mich aber sehr, weil ich seinen Stil schon in Raumpatrouille mochte – Danke!

    Friederike

    Ich freue mich auch sehr! Danke!

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