Brigitte-Spezial: Die 180 besten Bücher des Jahres 2016 – Meine Highlights

Brigitte-Spezial: Die 180 besten Bücher des Jahres 2016 – Meine Highlights

Ich liebe Literaturbeilagen, denn sie regen mich an, Neues zu entdecken. In diesem Jahr gibt es nicht nur eine Beilage der Brigitte zum Thema Bücher, nein, es wurde ein ganzes Heft zu dieser Thematik erstellt.

Bei einigen Titeln finde ich ebenfalls, dass sie zu den (für mich) besten Büchern des Jahres zählen, wie zum Beispiel “The Girls” von Emma Cline, “Blauschmuck” von Katharina Winkler und “Das Nest” von Kenneth Oppel.
Auch bei “Raumpatrouille” (Matthias Brandt), “George” (Alex Gino) und “Weil wir längst woanders sind” (Rasha Khayat) kann ich nur nicken.

Es gibt allerdings auch einige Titel,  die mir durch die Lappen gegangen wären, hätte ich mir dieses Brigitte-Spezial nicht näher angeschaut:

Gertraud Klemm: “Muttergehäuse”

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Auf Gertraud Klemm wurde ich erst durch die Longlist des Deutschen Buchpreises im letzten Jahr aufmerksam. Sie war mit ihrem Titel “Aberland” nominiert, von welchem ich nach bereits wenigen gelesenen Seiten hin und weg war. In sehr bissigem Ton schreibt Gertraud Klemm davon, wie es ist, Frau und Mutter in der heutigen Zeit zu sein und schafft damit ein beeindruckendes Stück Gegenwartsliteratur.

In ihrem neuen Roman “Muttergehäuse” geht es um eine Frau, die unbedingt ein Kind möchte, aber keines bekommen kann. Schließlich entscheidet sie sich dafür, ein Kind aus Afrika zu adoptieren und muß feststellen, wie es sich anfühlt, wenn das “eigene Versagen” sichtbar wird und die Bürokratie überhand nimmt.

Thematisch erinnert mich dieses Buch an Wytske Versteegs brillanten Roman “Boy”, in dem es ebenfalls um ein junges Paar geht, welches einen afrikanischen Jungen adoptiert und feststellen muß, dass das Kind nicht so ist, wie man sich es gewünscht hätte.
Jedoch bildet die Adoption selbst hier nicht das Hauptthema und daher würde es mich sehr interessieren, diese Geschichte einmal unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Marina von literaturleuchtet hat „Muttergehäuse“ bereits gelesen und besprochen.

» zu meiner Rezension von Boy

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Judith W. Taschler: “Bleiben”

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Judith W. Taschlers Romane “Die Deutschlehrerin” (für dieses Buch erhielt Judith W. Taschler den renommierten Friedrich-Glauser-Preis und “Sommer wie Winter” haben mir sehr gut gefallen, denn sie knistern vor Spannung. Um richtige Krimis handelt es sich jedoch nicht und das macht diese Titel so ungemein interessant.

» zu meiner Rezension von “Die Deutschlehrerin”

In ihrem neuesten Werk geht es um vier junge Menschen, die sich in einem Nachtzug nach Rom zufällig begegnen. Zwei von ihnen werden später heiraten, die anderen beiden gemeinsam auf Weltreise gehen.
Zwanzig Jahre später sehen sich zwei von ihnen unverhofft wieder und beginnen eine Affäre miteinander, die allerdings anders endet, als erwartet.

Ich schätze Taschlers unaufgeregten Stil und den drohenden Unterton sehr, daher bin ich gespannt auf dieses Buch.

Evelyn von Books in my World und Petzi von Die Liebe zu den Büchern haben „Bleiben“ bereits gelesen und besprochen.

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Robin Black: “Porträt einer Ehe”

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Owen und Augusta sind aufs Land gezogen und führen dort ein zurückgezogenes Leben als Malerin und Schriftsteller.
Allerdings sind Spannungen zwischen den beiden bemerkbar und diese haben auch einen Grund: Augusta hatte eine Affäre, die sie Owen zwar gestanden hat, doch das Thema ist noch längst nicht vom Tisch.

Dann zieht eine junge Malerin ins Nachbarhaus und die Verhältnisse vor Ort ändern sich. Misstrauen wird gesät. Schon beim Durchblättern der Verlagsvorschauen des Herbstes, dachte ich, dass mich dieses Dreiecksgeschichte vielleicht interessieren könnte.

Ich bin gespannt.

Inga von Schon halb elf hat dieses Buch bereits besprochen.

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Sylvie Schenk: “Schnell, Dein Leben”

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Eine junge Frau aus den französischen Alpen verliebt sich in der Nachkriegszeit in einen Deutschen und zieht mit ihm in dessen Heimat.
Doch das Leben in diesem kleinen Dorf ist schwieriger, als vermutet, was unter anderem daran liegt, dass sich ihr frisch an Angetrauter vollkommen anders verhält, als sie es von ihm gewohnt ist.

Dieser Roman, mit welchem die Autorin in diesem Jahr zum Bachmann Preis geladen war, befindet sich schon eine ganze Weile in meinem Besitz und ich habe schon ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich ihn noch immer nicht gelesen habe.

Vielleicht ist das jetzt die Gelegenheit…

Besprechungen dieses Romanes gibt es bei Peter liest und Zeichen und Zeiten.

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Laura Lackmann: “Die Punkte nach dem Schlussstrich”

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Laura Lackmann ist Regisseurin und Drehbuchautorin und gab ihr Debüt mit der Verfilmung von Sarah Kuttners Roman “Mängelexemplar”.

Ihr Roman“Die Punkte nach dem Schlussstrich”, läßt eine Thematik vermuten, die Sarah Kuttners Büchern nicht unähnlich ist: Das Leben junger Frauen in der heutigen Zeit.

Luzy ist Anfang dreißig, lebt in einer deutschen Großstadt und weiß nicht so recht, wohin mit sich im Leben.
Außer, wenn sie sich verliebt hat, denn dann gibt sie sich selbst vollkommen auf und investiert alle Kraft die ihr zur Verfügung steht in diese neue Beziehung. Sie inszeniert sich als die perfekte Freundin und dreht durch, sobald sich eine Trennung anbahnt.
Der Grund für dieses Verhalten liegt in ihrer Familiensituation, die alles andere als normal ist.

Sarah Kuttners Romane mag ich ja sehr. 180 Grad Meer hat mir sehr gut gefallen und so etwas in dieser Art erwarte ich auch von Laura Lackmanns Debütroman.

Mal schauen, ob ich diesen richtig einschätze.

Eine Besprechung dieses Titels gibt es bei Alexandra vom Bücherkaffee.

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Joanna Bator: “Dunkel, fast Nacht”

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Joanna Bator gilt als der bedeutendsten lebenden Autoren Polens. Ihren Roman “Sandberg” wollte ich ja schon immer einmal lesen, zumal eine meiner Kollegin so begeistert gewesen ist.

Für ihren neuesten Roman “Dunkel, fast Nacht” ist Joanna Bator mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis ausgezeichnet worden und ich muß sagen, mich reizt auch dieses Werk sehr, in dem es um drei verschwundene Kinder geht.

Alicja ist Journalistin und in der Stadt, aus der die Kinder verschwunden sind geboren. Nun kehrt sie zurück und zieht in das Haus zurück, das seit dem Tod ihres Vaters leer steht.
Die Stimmung sehr düster und die Situation wird unheimlicher, als um Alicja herum seltsame Dinge geschehen.

Muromez hat „Dunkel, fast Nacht“ bereits gelesen und besprochen.

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Marina Caba Rall: “Esperanza”

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Seit Esperanza von Spanien nach Berlin gezogen ist, hat sie keinen einzigen Blick zurück geworfen.
Das hat auch bisher wunderbar funktioniert, sie hat geheiratet und eine Tochter bekommen.
Soweit, so gut. Eines Tages steht jedoch Juan vor der Tür, ihr Halbbruder, von dem sie bisher nichts wußte.
Nun ist sie gezwungen, sich mit mit ihrer Vergangenheit unter dem Franco-Regime und damit mit den Abgründen der spanischen Geschichte auseinanderzusetzen.

Ohne dieses Brigitte-Spezial-Heft wäre dieser Titel komplett an mir vorbei gegangen.

Eine Besprechung dieses Titels gibt es beim Borromäusverein.

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4 thoughts on “Brigitte-Spezial: Die 180 besten Bücher des Jahres 2016 – Meine Highlights
Marina

Ohne dich, liebe Friederike, wäre das Sonderheft an mir vorbeigegangen! Danke!

    Friederike

    Gerne 🙂

Denise

Oh, ich habe gar nichts von diesem Literaturheft mitbekommen. Vielen Dank, da werde ich doch morgen gleich bei meinem freundlichen Zeitschriftenverkäufer vorbeischauen. „Muttergehäuse“ und „Schnell, dein Leben“ sind jedenfalls schon mal auf meine Wunschliste gewandert. Von Joanna Bator möchte ich schon so lange etwas lesen. Eine Booktuberin (Caros Bücher) schwärmt auch so sehr von ihren Romanen. So ganz entschieden welchen ich als ersten lesen möchte habe ich mich aber noch nicht.

    Friederike

    Liebe Denise,

    „Schnell, Dein Leben“ liegt hier auch schon parat, aber ich bin gerade gefangen in einem sehr komplexen Roman, der meine gesamte Konzentration erfordert, sodass ich wohl erstmal nicht zur Lektüre kommen werde. Aber ich freue mich sehr darauf!
    ich bin jedenfalls gespannt, was Du zu Gertraud Klemm und „Schnell, dein Leben“ sagen wirst und wünsche Dir viel Vergnügen bei der Lektüre – und beim Blättern in der Brigitte :).

    Viele Grüße,
    Friederike

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