Monatsrückblick – Juni & Juli 2021

Monatsrückblick – Juni & Juli 2021

In den vergangenen beiden Monaten habe ich mich mit den Neuerscheinungen des kommenden Herbstes befasst, viel gemalt (ja, meine Watercolor-Sucht hält an) – und natürlich auch gelesen.
Und zwar diese Bücher:

Jennifer Iacopelli: “Goldmädchen”*

Audrey hat seit sie klein ist, ein festes Ziel vor Augen. Demnächst wird sie es erreichen. Bzw. vielleicht erreichen, denn die Qualifikation für das Nationalteam der USA im Bereich des Geräteturnens steht an.
Die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio.

Bisher sieht es nicht schlecht für Audrey aus, denn sie ist gut. Wenn auch nicht ganz so gut, wie Emma, ihre Freundin, Teamkollegin und auch Konkurrentin.

Als eine anderes Mädchen aus dem Team den Trainer des Missbrauchs beschuldigt, steht die Freundschaft zwischen Audrey und Emma auf der Kippe. Denn Audrey glaubt ihrer Teamkollegin, während Emma sich nicht so sicher zu sein scheint….

Ein sehr authentisches und hochaktuelles Buch (siehe US-Turnstar Simone Biles) über das Leistungsturnen, das mich dazu angeregt hat, mich mit dieser Sportart und mit dem Thema des Missbrauchs im Sport auseinanderzusetzen.

Wer sich für das Thema Turnen/Leistungssport interessiert, kann sich mal “Rückwärtssalto” von Evi Simeoni anschauen.
Das fand ich auch toll!

Sofi Oksanen: “Hundepark”*

Olenka sitzt auf einer Parkbank und wirft einen kurzen Blick auf die Frau, die sich neben ihr niederlässt. Wie man das eben so macht. Kurz zunicken und dann ignorieren.
Doch die Frau, die sich auf die Bank gesetzt hat, ist keine Fremde.
Es ist die Frau, deren Leben Olenka zerstört hat…

In diesem Roman schreibt Sofi Oksanen über Frauen aus Entwicklungsländern, oder dem Osten (hier ist es die Ukraine), die in ihrer Not keine andere Wahl haben und reichen Europäerinnen zu dem verhelfen, was diese sich so sehr wünschen: Ein Kind.

Ich bin total begeistert und habe durch diesen Roman so viel gelernt. Definitiv jetzt schon eines meiner Highlights des kommenden Jahres!
Wer nicht bis zum Erscheinungstermin warten kann (denn der ist erst im Januar 2022), könnte sich vielleicht mit Sofi Oksanens “Fegefeuer” *
die Zeit vertreiben. Das fand ich auch großartig!

Carolin Hristev: “Keiner zwischen uns”*

Eigentlich sollte die Klassenfahrt ja nach Amsterdam gehen, aber jetzt ist es doch Mecklenburg-Vorpommern geworden.
Klar, sie haben darüber abgestimmt und es ist ja auch irgendwie ok. Sonst hätte die Neue in der Klasse (Barin) nicht mitkommen können, weil ihre Aufenthaltserlaubnis befristet ist.
Aber trotzdem. Amsterdam wäre cooler gewesen.

Wenn sie in die Niederlande gefahren wären, würde Nelson vielleicht auch jetzt nicht durch die Pampa stapfen und stinksauer auf seinen Blutsbruder Hamza sein. Bzw. ehemaligen Blutsbruder.
Niemals hätte Nelson gedacht, dass Hamza zu sowas fähig sein könnte. Er hatte doch geschworen, dass er die Finger von Marie lässt!

Marie ist auch neu in die Klasse gekommen und Nelson hat gleich gemerkt, dass sie anders ist. Er findet es auch nicht gut, dass ihr der Spitzname “Streberin” verpasst wurde. Sie ist halt clever!
Nelson hat sich ins sie verguckt und eigentlich dachte er, dass Marie diese Gefühle erwidert.
Aber dann das gestern Nacht….man!!!!!!!

Ein tolles Buch, das durch seine Jugendsprache und realitätsnahe Dialoge besticht – und das ich ratz-fatz ausgelesen hatte.
Prima!

Leila Slimani: “Das Land der Anderen”

Mathilde lebt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Elsass, als sie sich in Amine (einen marokkanischer Offizier der französischen Armee) verliebt. Auch Amine verliebt sich in Mathilde die beiden eschließen zu heiraten.
Mehr noch: Das junge Paar verlässt Frankreich gen Marokko, denn Amine hat dort einen Hof geerbt.
Einen Hof, der allerdings nicht im Entferntesten so aussieht, wie Mathilde sich diesen vorgestellt hat.

Das Leben dort ist hart, die Traditionen sehr patriarchalisch und außerdem muss Mathilde feststellen, dass die französische Kolonialgesellschaft eine Ehe zwischen einer französischen Frau und einem Araber nicht gutheißt…

Leila Slimani, die mich mit ihren Roman “Dann schlaf auch Du” sehr begeisterte, hat sich diese Geschichte nicht ausgedacht. In “Das Land der Anderen” geht es um ihre eigenen Großeltern.

Ich finde es immer toll, wenn Bücher mich dazu bringen, mehr über Geschichte wissen zu wollen.
“Das Land der Anderen” ist so ein Buch.

Petra Johann: “Die Frau vom Strand”*

Rebecca und Lucy sind mit ihrer kleinen Tochter an die Ostsee gezogen. Da Lucy in Hamburg arbeitet, ist Rebecca ist unter der Woche oft alleine. Das findet sie allerdings gar nicht so schlimm, denn sie genießt die Zeit mit ihrem Baby und macht lange Spaziergänge am Strand.

Eines Tages läuft dort eine unbekleidete Frau auf sie zu. Sie hat ihre Kleidung in den Dünen versteckt, um baden zu gehen. Doch jemand scheint sich einen Spaß erlaubt zu haben und hat die Kleidung entwendet. Haha…sehr lustig.
Rebecca hilft Julia mit einer Jacke aus und die beiden kommen ins Plaudern. Sie stellen fest, dass sie sich gut verstehen und freunden sich an. Doch als Rebecca Julia zu einem gemeinsamen Abendessen einlädt, erscheint Julia nicht.

Rebecca beginnt nach ihr zu suchen und muss feststellen, dass Julia sie belogen hat.
Wer ist Julia wirklich? Und: Wo ist sie…?!

Eine spannende und entspannende, nicht zu fordernde Lektüre für laue Sommerabende auf dem Balkon.

A.J. Finn: “The Woman in the Window”*

Die Kinderpsychologin Anna hat ihre Wohnung seit zehn Monaten nicht mehr verlassen. Dennoch nimmt sie rege am Leben ihrer Nachbarn teil.
Allerdings ohne deren Wissen, denn Anna beobachtet von ihrem Fenster aus, was die Menschen in den Häusern ringsherum so treiben.
Sie weiß bestens Bescheid, wer wann zur Arbeit geht, oder so tut, als ob und in Wirklichkeit ein Date mit seiner bzw. ihrer Affäre hat.

Kürzlich ist eine neue Familie in die gegenüberliegende Wohnung eingezogen und Anna hat die beste Sicht auf sie. Denn niemand von ihnen denkt daran, die Vorhänge zuzuziehen. Weder tagsüber, noch nachts.
So kommt es, dass Anna Zeugin einer ungeheuerlichen Tat wird. Sie ruft natürlich auch sofort die Polizei, doch niemand glaubt ihrer Aussage …

Spannend und prima für alle Fans von “Girl on the Train”*.
Man bekommt auch einen Eindruck davon, wie es ist, unter Agoraphobie zu leiden. Interessant!


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