Auf diese Neuerscheinungen freue ich mich im Frühjahr 2017

Auf diese Neuerscheinungen freue ich mich im Frühjahr 2017

Wochenlang habe ich jeden Tag auf allen Verlagsseiten geschaut, wann sie denn nun endlich online sind, die Programmvorschauen des Frühjahrs 2017.
Nun ist es endlich soweit, ich habe viele Kataloge gesichtet und hier ist der erste Teil der Neuerscheinungen, auf die ich mich in diesem Frühjahr besonders freue.

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Margaret Atwood: “Das Herz kommt zuletzt”

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Kurz vorab: Alle Margaret Atwood-Fans können sich freuen, denn in diesem Frühjahr erscheint nicht nur ein neuer Roman der Autorin, nein, es sind derer gleich zwei.
Mehr dazu weiter unten. 

Stan und Charmain sind verzweifelt: Sie leben im Auto, marodierende Banden beherrschen die Stadt und die beiden stehen aufgrund der Wirtschaftskrise vor dem Nichts.
Da greift man doch nach jedem Strohhalm, auch wenn er noch so abstrus zu sein scheint. Zugegeben, das “Positron Project” (ein soziales Experiment) klingt schon recht seltsam: Die Bewohner der Stadt Consilience wechseln ihren Lebensstatus monatlich. Im einen Monat sind sie “Gefangene” und im nächsten “Freie”. In den Monaten, die sie im Gefängnis verbringen, wohnen andere “Freie” in ihrem Haus – so eine der Regeln.

Das funktioniert auch ganz gut, bis Charmain und Stan durch einen Systemfehler getrennt werden, was nicht nur ihre Ehe gefährdet…

Dieses Buch erscheint Anfang April 2017.

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Zia Haider Rahman: “Soweit wir wissen“

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Der Protagonist (ein Banker) dieses Romans ist sehr verblüfft, als sein ehemaliger Kommilitone Zafar, ein Mathematikgenie, vor seiner Tür steht. Die beiden haben sich seit dem Studium nicht mehr gesehen und Zafar sieht aus wie ein Landstreicher.
Doch haben sie vieles gemeinsam, sie sind hochbegabt und stammen ursprünglich aus Südostasien, doch unser Banker hatte den Vorteil aus gutem Hause zu kommen. Zafars Eltern jedoch gehörten der Kaste der “Unberührbaren” an. Nichtsdestotrotz hatte er eine vielversprechende Zukunft vor sich.
Wie konnte es zu diesem sozialen Abstieg kommen?

Der niederländische Schriftsteller Maarten ‚t Hart war begeistert von diesem Roman, der Ende März 2017 erscheinen wird.

P.S.: Über die Kaste der Unberührbaren gibt es einen Roman, der ganz großartig sein muß, wie mir eine Kollegin berichtete. Leider ist er vergriffen. Er heißt “Der Unberührbare” und ist von Mulk Raj Anand.

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Olga Grjasnowa: “Gott ist nicht schüchtern”

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Olgas Grjasnowa hat mich mit ihrem Roman “Die juristische Unschärfe einer Ehe” vollkommen begeistert, denn ihre Prosa ist glasklar und intensiv.

In ihrem neuen Buch wendet sie sich einem ernsteren Thema zu, denn die Geschichte beginnt in Syrien während der Revolution.
Amal ist Schauspielerin und träumt von einer großen Karriere, doch die Realität sieht anders aus: Zwei Jahre später treibt sie im Ozean, denn das Frachtschiff, mit dem sie nach Europa fliehen wollte, ist gekentert.
Auch Hammoudi, der gerade Medizin in Paris studiert, weiß noch nicht, dass er bald ebenfalls in einem Schlauchboot sitzen und auf Rettung hoffen wird.

Dieses Buch erscheint Mitte März 2017.

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Sofi Oksanen: “Die Sache mit Norma”

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Der Roman “Fegefeuer” von Sofi Oksanen, welcher unter anderem die russischen Besatzung Estlands thematisiert, hat mich restlos begeistert. Was für ein Buch!

Mit ihrem zweiten Roman “Stalins Kühe” konnte sie mich nicht so ganz überzeugen, aber vielleicht lag das auch an meinen hohen Erwartungen.
“Als die Tauben verschwanden” liegt schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meinem Nachttisch.
Inzwischen gibt es diesen Roman auch als Taschenbuch und ich bin der festen Überzeugung, dass er mir sehr zusagen würde.

Anfang März 2017 erscheint “Die Sache mit Norma”, in dem es um eine junge Frau geht, deren Mutter Selbstmord begangen hat. Doch die Tochter glaubt nicht an die Selbstmord-Theorie und beginnt nach Hinweisen zu suchen, wobei sie auf Dokumente stößt die etwas mit dem Verkauf von Haaren (die Haare der Mutter wuchsen übrigens unnatürlich schnell) und Leihmutterschaft zu tun haben.

Das klingt ungewöhnlich. Prima!

Dieses Buch erscheint Ende März 2017.

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Amélie Nothomb: “Töte mich”

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Ich bin ein absoluter Fan von Amélie Nothomb und habe mir fest vorgenommen, mich durch ihr Werk zu lesen. Da muß ich mich allerdings sputen, denn die Belgierin legt eine hohes Tempo vor: Jedes Jahr erscheint ein neuer Roman.
“Der japanische Verlobte” jedenfalls war richtig gut und ich bin mir sicher, dass mir auch ihr neuestes Werk gefallen wird. “Töte mich” klingt jedenfalls ein bisschen nach einem Märchen:

Graf Neville hat mehrere Töchter, doch nur eine von ihnen bereitet ihm Sorgen. Sérieuse hat Angst, nichts mehr spüren zu können und begibt sich daher laufend in Gefahr. Um Schmerz zu empfinden, verletzt sie sich vorsätzlich.
Hinzu kommt, dass eine Wahrsagerin vorausgesagt hat, dass der Graf selbst bei einem Gartenfest jemanden töten werde. Für den Grafen und sein Umfeld unvorstellbar, doch nicht für Sérieuse: Sie will, dass der Vater sie tötet, zumal sie nicht mehr leben möchte.

Dieses Buch erscheint Ende März 2017.

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Lizzie Doron: “Sweet Occupation”

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Lizzie Dorons Roman “Who the Fuck is Kafka” war 2015 eines meiner Lieblingsbücher des Jahres.
Ich habe so viele Post-Its verbraucht, wie selten, denn die (wahre) Geschichte der israelischen Autorin, die einen arabischen Palästinenser trifft und ein Buch über ihn schreiben möchte, während er einen Film über sie dreht, ist wirklich tief und hat mir so manchen Aha-Effekt beschert.

Ähnliches verspreche ich mir auch von ihrem neuen Roman bzw. Dokumentation “Sweet Occupation”, in dem es um fünf Männer geht, die alle im Gefängnis saßen. Drei von ihnen sind ehemalige Terroristen, zwei haben den Dienst an der Waffe verweigert und gründeten nach ihrer Inhaftierung die “Friedenskämpfer-Bewegung”.

Einer von ihnen stellte den Kontakt mit Lizzie Doron her und schließlich erzählten alle ihre Geschichte. Ein ganzes Jahr lang hörte Lizzie Doron zu und entstanden ist dieses Buch.
Da bin ich sehr gespannt.

Dieses Buch erscheint im April 2017.

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Paul Auster: “4 3 2 1”

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Ein neuer Roman von Paul Auster ist für mich immer ein Ereignis. Vor allem, wenn ich gerade sehe, dass ich gar nicht mehr lange auf sein Erscheinen warten muß, denn “4 3 2 1” wird schon Ende Januar veröffentlicht werden.

Paul Auster beschreibt hier das Leben des Archibald Ferguson in vier Varianten. Wie würde Archies Leben verlaufen, wenn er bescheiden bliebe, wie wenn er sich kämpferisch gäbe, aber das Unglück eine zentrale Rolle in seinem Leben spielen würde. Was wäre, wenn Archie besessen wäre von den Ereignissen der Zeit und was, wenn er künstlerisch hochbegabt wäre.

Das alles werden wir Ende Januar erfahren und ich kann es kaum noch abwarten.

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Isabelle Autissier: “Herz auf Eis”

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Hier geht es um ein junges Paar, das in Paris lebt und eigentlich alles hat, was es braucht. Doch dann kommt die Langeweile. Da beschließen die beiden einmal Pause vom Alltag zu machen und die Welt zu umsegeln – ein ambitionierter Plan und ein folgenschwerer dazu.
Vor Kap Hoorn kommt ein Sturm auf, die beiden werden von der Außenwelt abgetrennt und der Kampf ums Überleben beginnt. Als wäre das nicht schon bedrohlich genug, beginnen die beiden sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen und die Nerven zu verlieren.

Für dieses Buch war Isabelle Autissier für den renommierten Prix Goncourt nominiert.
Einen Prix-Goncourt-Gewinner habe ich bereits gelesen: “Wir sehen uns dort oben” von Pierre Lemaitre und wenn Isabelle Autissiers Roman nur halb so gut ist, wäre ich schon begeistert.

Dieses Buch erscheint im März 2017.

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Carsten Jensen: “Der erste Stein”

Der erste Stein von Carsten Jensen

In seinem Roman “Wir Ertrunkenen” schrieb Carsten Jensen über das Meer, über die Sehnsucht der Männer nach Selbigem und über die Frauen, die dem Meer den Krieg erklärten, weil es ihnen die Männer geraubt hat.

In seinem neuen Roman schreibt er nun über den Krieg, genauer über dänische Soldaten, die sich in einem Militärcamp in Afghanistan befinden. Worunter sie am meisten leiden, ist die Langeweile – dabei sind sie doch so motiviert.
Schließlich werden zwei Soldaten von einer Landmiene getötet, was eine Spirale der Gewalt in Gang setzt.

Dirk Kurbjuweit hat einen Roman zu einem ähnlichen Thema verfasst. “Die Kriegsbraut” hat mich sehr beeindruckt und ich bin mir sicher, dass mich “Der erste Stein” ebenso bewegen wird.

Dieses Buch erscheint Mitte März 2017.

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Margaret Atwood: “Hexensaat”

Hexensaat von Margaret Atwood

Dieser Roman ist Teil des “Shakespeare-Projekts”, bei welchem zeitgenössische Autoren Shakespeare in neuer Form erzählen.
Ann Tyler veröffentlichte bereits ihre Version von “Der Widerspenstigen Zähmung” , unter dem Titel “Die störrische Braut” und Joe Nesbo scheint seine ganz eigene Fassung von “Macbeth” zu planen. Margaret Atwood hat sich nun Shakespeares “Der Sturm” angenommen.

Zu ihrem Protagonisten macht die Felix, den Star der Theaterszene, dessen Inszenierungen legendär sind. Nun hat er sich vorgenommen Shakespeares “Der Sturm” aufzuführen, doch nach einer bösen Intrige seiner Mitarbeiter, beschließt er das Theater aufzugeben. Allerdings plant er, sich zu rächen und die Gelegenheit dazu bekommt er zwölf Jahre später…

Dieses Buch würde ich am liebsten sofort lesen – aber ich muß mich noch gedulden, denn es erscheint erst Ende April 2017.

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Javier Cercas: “Der falsche Überlebende”

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Dies ist eine wahre Geschichte.
Enric Marco ist KZ-Überlebender und Präsident der Organisation für spanische KZ-Überlebende. 1987 veröffentlichte er seine Autobiografie und schilderte detailliert seine Inhaftierung in den Konzentrationslagern Mauthausen und Flossenbürg.

Dann stellte sich heraus, dass diese Lebensgeschichte vollkommen erlogen war. Marco war niemals in einem Konzentrationslager. Die Wahrheit ist, dass er 1941 freiwillig nach Deutschland ging, um dem spanischen Wehrdienst zu entgehen.
Wie kam es zu dieser Lebenslüge?

Dieses Buch erscheint Ende April 2017.

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Doris Knecht: “Alles über Beziehungen”

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Es geht um Victor, der bereits zwei Ehen hinter sich hat und derzeit in einer neuen Beziehung lebt. Nebenher pflegt er allerdings unsagbar viele Affären.

Er ist Festival-Intendant und begegnet sehr vielen Frauen, die ihre ganz eigenen Gründe haben, eine Liebschaft mit ihm einzugehen.
Victor kann jedenfalls nicht anders – seine Freundin, die übrigens gerne geheiratet werden möchte, ahnt nichts davon. Wie lange kann das gut gehen?

Würde die Autorin jetzt nicht Doris Knecht heißen, so wäre ich geneigt zu sagen: Das haben wir ja schon tausend Mal gelesen. Da aber keine Andere als Selbige diesen Roman verfasst hat, freue ich mich sehr auf dieses Buch, das Mitte März erscheinen wird.
Ihren Roman “Besser” fand ich übrigens genial.

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6 thoughts on “Auf diese Neuerscheinungen freue ich mich im Frühjahr 2017
sabine

Oh danke für den Paul Auster Tipp, hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm.
Margaret Atwood habe ich bereits gelesen, falls Du schon mal einen Blick werfen magst:
https://bingereader.org/2015/12/19/the-heart-goes-last-margaret-atwood/

    Friederike

    Ja, der Auster wird bestimmt gut. Vielen Dank für den Atwood Link.
    Ich habe noch nicht so viel von ihr gelesen, nur „Der blinde Mörder“ und „Der Report der Magd“. Hast Du einen Atwood-Lieblingstitel, den ich nicht verpassen darf?
    Vielen Dank und viele Grüße,
    Friederike

Alexia

Liebe Friederike,
sieh Dir bitte noch beim Hanser-Verlag die Informationen zu dem Buch „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara an. Es erscheint voraussichtlich am 30. Januar 2017 und die Leseprobe hat mir ausgesprochen gut gefallen. So gut, dass ich mir dieses Buch auf jeden Fall kaufen werde. Es handelt von der Jahrzehnte währenden Freundschaft von vier jungen Männern, die sich auf dem College ein Zimmer geteilt haben und nach dem Studium nach New York gezogen sind, um dort ihre beruflichen Karrieren zu beginnen. Auch den Auster werde ich mir kaufen, denn diese Geschichte hört sich ebenfalls sehr interessant an. Die Verlagsvorschauen 2017 meiner bevorzugten Verlage habe ich mir schon heruntergeladen. Es sind wieder beeindruckende Titel dabei, die hoffentlich auch das halten, was sie versprechen. Ich bin gespannt.
Viele Grüße und noch einmal ein Kompliment an diese gelungene Seite, hinter der enorm viel Arbeit steckt. Wann hast Du überhaupt noch Zeit zu lesen?
Alexia

    Petra

    Ich schließe mich dem Tipp zu Hanya Yanagihara an. Klingt sehr interessant und stand auf der Shortlist zum Man Booker Preis. Wirklich interessante Liste! Einige habe ich auch herausgesucht, bei anderen war ich unschlüssig… Viele Grüße Petra

      Friederike

      Dann muss ich sofort in die Leseprobe reinschauen!
      Danke!
      Viele Grüße,
      Friederike

    Friederike

    Liebe Alexia,

    vielen Dank für Dein Kompliment, ich freue mich sehr darüber :).
    Zeit zum Lesen finde ich vor allem in der Straßenbahn und abends im Bett. Ohne ein paar Seiten gelesen zu haben, könnte ich gar nicht einschlafen.
    Danke für den Tipp mit „Ein wenig Leben“. Ich sitze gerade am zweiten Teil der Neuerscheinungen auf die ich mich 2017 freue, zumal ich mir Hanser, C.H.Beck und Klett Cotta zum Beispiel noch gar nicht angeschaut habe. Das werde ich schleunigst nachholen und freue mich sehr auf das Stöbern in den jeweiligen Programmen.
    Ich glaube, vor allem das Hanser-Programm ist toll, ich habe mal kurz drübergeschaut und bin mir sicher, dass da so einiges für mich dabei sein wird.
    Ich bin jedenfalls sehr gespannt darauf, was Du von „Ein wenig Leben“ berichten wirst. Sagst Du mir dann, wie es war?
    Ich würde mich sehr darüber freuen.

    Viele Grüße,
    Friederike

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